Lokales

Grubenhaus gibt wichtige Hinweise

Im Bereich der Erweiterung der Baustelle Schweinemarkt sind vor kurzem die ersten Funde zu Tage gekommen und dokumentiert worden. Zunächst waren in der Nähe der Bastion die Fundamente der alten Stadtmauer zu sehen und zwar dort, wo die erst vor wenigen Jahren erstellte und jetzt wieder beseitigte Rekonstruktion stand.

RAINER LASKOWSKI

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KIRCHHEIM Die Fundamente waren noch komplett erhalten, die Stadtmauer ist hier 1,9 Meter breit. Nur 3 Meter davor ist jetzt die Zwingermauer teilweise freigelegt worden, bei der wie zu erwarten war Beschädigungen festgestellt werden konnten. Die vordere Mauerschale fehlte. Dies stimmt mit einem archivalischen Bericht überein, der vom Einsturz der Mauer gegen Ende des 18. Jahrhunderts berichtet. Danach wurde sie nicht wieder aufgebaut, sondern statt dessen eine neue Mauer in der Böschung des Stadtgrabens gebaut und dort ein Garten angelegt. Diese Mauer wurde ebenfalls gefunden.

Überraschend zeigten sich nun aber auf der gegenüberliegenden Seite des Stadtgraben, an der Alleenstraße, zwei Gruben. Eine erwies sich als Rest eines "Grubenhauses", also eines überdachten Erdkellers mit zwei Stirnpfosten, der nach Ausweis der Keramik Typ: "Runder Berg" in die Karolingerzeit datiert. Seine Größe betrug 1,9 Meter x 3,4 Meter. Damit ist nun ein sicherer Hinweis darauf gegeben, dass die Siedlung "Chiriheim" schon damals sehr groß gewesen sein muss und sich nicht nur auf den Bereich um die Martinskirche beschränkt hat.

Der freiberuflich tätige Archäologe Michael Weihs aus Altenriet hat diesen Befund zusammen mit den Mitarbeitern der Archäologie-AG des Städtischen Museums zügig geborgen und dokumentiert. Durch dieses rasche Handeln konnte gerade noch rechtzeitig sichergestellt werden, dass auch dieser wichtige Befund für die neue Stadtgeschichte verwendet werden kann.