Lokales

Grünes Licht für den geplanten Drogeriemarkt

Nach lang anhaltenden Gerüchten und der schon im Mai aufgezeigten konkreten Perspektive, wie es nach der Geschäftsaufgabe des traditionsreichen Metzgereifachbetriebes Riethmüller weitergehen wird, entwickelt sich nun alles ungemein schnell. Ohne lange Diskussionen votierten die Mitglieder des Kirchheimer Gemeinderats einstimmig für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan "Marktstraße/Flachsstraße".

WOLF-DIETER TRUPPAT

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KIRCHHEIM Die Mitglieder des Kirchheimer Gemeinderats nahmen nicht nur die während der öffentlichen Auslegung eingegangenen Anregungen zur Kenntnis, sondern stimmten zugleich auch den Inhalten des Durchführungsvertrages zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan "Marktstraße/Flachsstraße" einstimmig zu. Die erfolgte Kenntnisnahme schließt dabei auch das städtebauliche Rahmenkonzept für den Baublock zwischen Markt-, Schuh-, Flachs- und Wellingstraße und "die Zustimmung zu seinen Inhalten" ein.

Für die Freien Wähler begrüßte Stadtrat Ulrich Kübler die Realisierung dieses Projekts an einer so exponierten Stelle im Herzen der Stadt und drückte seine Hoffnung aus, dass Bauherrschaft und Verwaltung auch entsprechend gut zusammenarbeiten werden. Zustimmung der SPD-Fraktion signalisierte Stadtrat Peter Bodo Schöllkopf, der sich für eine möglichst schnelle Umsetzung aussprach.

Für die Grüne Alternative bezeichnete Sabine Bur am Orde-Käß die vorgesehene Ansiedlung eines Drogeriemarktes als "Frequenzbringer" als einen klaren Gewinn, machte aber genauso unmissverständlich deutlich, dass während der problematischen Bauzeit alles getan werden müsse, um die unvermeidlichen baustellenbedingten Behinderungen möglichst gering zu halten.

Dass die Kirchheimer Innenstadt von diesem Projekt profitieren wird, lautete auch die Überzeugung von CDU-Fraktionschef Helmut Kapp, der sich positiv überrascht darüber äußerte, "wie schnell das alles gegangen ist". Im Blick auf die zu erwartenden baustellenbedingten Behinderungen verwies der Praktiker darauf, dass eine Materialanlieferung "per Hubschrauber" nun einmal nicht möglich ist.

Dass bei der Wahl des Standorts des benötigten Krans darauf geachtet wird, dass eine Beeinträchtigung des Anliefererverkehrs vermieden werden kann, betonte Bürgermeister Günter Riemer, der auf bereits stattgefundene Gespräche zwischen Bauherrschaft und dem beauftragten Architekten mit den von der Maßnahme direkt betroffenen Anliegern verweisen und signalisieren konnte, dass "spätestens ab Januar 2006" mit dem Umsetzen dieser Baumaßnahme begonnen werden soll.

Schon in seiner Sitzung am 15. Juni dieses Jahres hatte das Kirchheimer Ratsgremium der vom Grundstückseigentümer vorgelegten Planung für das Bauvorhaben im Bereich Marktstraße 25 und der rückwärtig angrenzenden Flächen grundsätzlich zugestimmt. Vorgesehen ist, das denkmalgeschützte Metzgereigebäude Marktstraße 25 im Innern umzubauen und die Nebengebäude Flachsstraße 2 bis 6 abzubrechen, um sie durch einen Neubau zu ersetzen. Im Erdgeschoss dieses entstehenden neuen Gebäudekomplexes wird dabei eine von der Marktstraße aus erschlossene Verkaufsfläche von rund 600 Quadratmetern entstehen, die künftig als Drogeriemarkt genutzt werden soll.

Oberhalb der Erdgeschossebene sind stadtnahe Wohnungen vorgesehen. Die Bebauung der rückwärtigen Grundstücke ist dabei in Form zweier zur Flachsstraße giebelständigen Baukörper mit zwei Vollgeschossen bis zur Traufe und steilem Satteldach geplant. Die beiden in der Firsthöhe vom bisherigen Metzgereigebäude in der Marktstraße 25 abgesetzten "Zwillinge" sollen über ein verglastes und entsprechend zurückversetztes Treppenhaus an das denkmalgeschützte Fachwerkgebäude angebunden werden.