Lokales

Grünes Licht für Ganztagsbetreuung

Gemeinderat beschloss erweitertes Angebot in den Notzinger Kindergärten

Die Gemeinde Notzingen bietet ab dem kommenden Kindergartenjahr Ganztagsbetreuung an – sollten bis Ende April mindestens sechs Kinder angemeldet sein.

Anzeige

Iris Häfner

Notzingen. Hauptamtsleiterin Claudia Marquardt stellte zunächst dem Gemeinderat die Situation vor. Schon 2007 gab es zwei Umfragen zur Kinderbetreuung, woraufhin in den drei Kindergärten im Ort die Öffnungszeiten von 30 auf 33 Stunden pro Woche verlängert wurden. Wegen des Orientierungsplans gab es auch ein größeres Stundenkontingent für die Erzieherinnen. Die Rasselbande kümmert sich um die unter Dreijährigen und hat seit 1. März längere Öffnungszeiten.

Bereits im vergangenen Jahr gab es erneut eine Elternumfrage, um den Bedarf für die Kleinkinder zu ermitteln. Dabei stellte sich heraus, dass die meisten Kinder ab drei Jahren einen Kindergartenplatz benötigen und ein großer Bedarf an erweiterten Öffnungszeiten bestand, wofür die Eltern auch bereit sind, tiefer in die Taschen zu greifen. Zudem würden 29 Kinder auch in der Einrichtung gerne mittagessen. In nicht öffentlicher Sitzung legte der Gemeinderat dann fest, dass im Kindergarten Letten eine Ganztagsbetreuung eingerichtet werden soll.

Ab September dieses Jahres gibt es unterschiedliche Angebotsmodule, die sich vor allem in den Öffnungszeiten widerspiegeln. 20 Kinder können in der Ganztagsbetreuungsgruppe aufgenommen werden, in der bisherigen flexiblen Gruppe gibt es dann auch Mittagessen. Die erweiterte Betreuungszeit mit 34 Stunden pro Woche ist montags bis donnerstags von 7 bis 14 Uhr und freitags von 7 bis 13 Uhr. Bei der Ganztagsbetreuung können die Kinder bis zu 42 Stunden pro Woche abgegeben werden und zwar montags bis donnerstags von 7 bis 16 Uhr und freitags von 7 bis 13 Uhr. Unter Dreijährige werden entweder in Gruppen aufgenommen und belegen dann zwei Plätze oder sind in der Rasselbande.

Vorerst sollen die Mehrarbeit eine zusätzliche Erzieherin, die mit 50 Prozent eingestellt wird, sowie Springkräfte auffangen. Pro Jahr entstehen dadurch zusätzliche Kosten von 19 000 Euro. „Je nachdem, wie es anläuft, kann das Angebot erweitert werden“, erklärte Claudia Marquardt.

Drei Angebote will die Verwaltung für Mittagessenbelieferung einholen. Der abgetrennte Schlafbereich im Untergeschoss für Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren kann mit Matratzen ausgestattet werden. Allerdings sind für die unter Dreijährigen Betten und Bettzeug notwendig. „Die müssen von der Gemeinde oder den Eltern gestellt werden“, erläuterte die Hauptamtsleiterin.

Um den tatsächlichen Bedarf für die vorgeschlagenen Angebotsmodule im Kindergarten Letten zu ermitteln, wird bis zum 30. April im Gemeindemitteilungsblatt und in den Kindergärten ein Aufruf an alle Eltern zur verbindlichen Anmeldung erfolgen. Sind es bis dahin sechs Kinder, steht einer Ganztagsbetreuung in Notzingen nichts mehr im Wege.

Im Zuge der Beratung ging es auch um den Kindergartenbeitrag. „Wir wollen uns nicht mehr an dem Vorschlag der Spitzenverbände orientieren, sondern pro Betreuungsstunde drei Euro in der Regelgruppe von den Eltern verlangen“, erklärte Bürgermeister Jochen Flogaus. Das sei ein ausgewogener Betrag im Vergleich mit anderen Gemeinden. 3,50 Euro sind es pro Stunde in der erweiterten Betreuung und für Kinder unter drei Jahren wird wie bisher die doppelte Gebühr erhoben. Wer ein Mittagessen für sein Kind bucht, muss dafür 3 Euro pro Tag berappen. „Eine tageweise Buchung der Betreuungsangebote ist nicht möglich“, führte der Schultes weiter aus. Für ein über dreijähriges Kind in der Regelgruppe beläuft sich der Betrag beispielsweise auf 99 Euro und auf 147 Euro in der Ganztagsbetreuung. Diese Sätze gelten für ein Jahr. „Dann werden wir sehen, was es tatsächlich kostet und möglicherweise nachkalkulieren. Die Kinderzahlen sind auch bei uns rückläufig“, so Jochen Flogaus.

Zu guter Letzt ging es noch um die Abrechnung der Kleinkindgruppe Rasselbande, die seit Januar 2008 im Kindergarten Alemannenweg untergebracht ist. Die Kosten trägt laut Gesetzgeber die Standortgemeinde zu 68 Prozent, den Rest die Eltern. Notzingen muss für das Jahr 2009 knapp 72 000 Euro bezahlen, insgesamt belaufen sich die Kosten für die Rasselbande auf über 90 000 Euro.