Lokales

Grünes Licht für mehr Sicherheit

Vor über einem Jahr als umfassendes Maßnahmenpaket beschlossen, stand nun das Thema "Fahrradmarkierungen an Hauptstraßen" in der jüngsten Sitzung des Werks- und des Technischen Ausschusses des Kirchheimer Gemeinderats einmal mehr zur Diskussion. Bei vier Gegenstimmen sprachen sich die Ausschussmitglieder klar für die weitere Markierung beidseitiger Schutzstreifen in der Schöllkopfstraße aus.

WOLF-DIETER TRUPPAT

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KIRCHHEIM In dem vom beauftragten Büro Brennner und Münnich ausgearbeiteten und vom Kirchheimer Ratsgremium am 22. Januar vergangenen Jahres bereits verabschiedeten "Konzept zur fahrradfreundlichen Markierung des Hauptstraßennetzes" war unter anderem auch vorgeschlagen worden, entlang der Schöllkopfstraße zwischen der Einmündung Hegelstraße und dem Bahnhof beidseitig sogenannte Schutzstreifen anzubringen.

Zu verstehen sind darunter in der Regel 1,60 Meter breite, speziell für Radfahrer von der Fahrbahn abmarkierte Schutzzonen, die von einer unterbrochenen und im Begegnungsverkehr auch überfahrbaren zwölf Zentimeter breiten Leitlinie begrenzt werden. Da solche Schutzstreifen eine Übergangsform zwischen getrennter und gemischter Führung des Fahrrad- und Kraftfahrzeugverkehrs darstellen, sind solche Markierungen vorwiegend an Stellen vorgesehen, an denen wegen zu geringer Fahrbahnbreite keine separate Radstreifen eingerichtet werden können.

In Bereichen mit fahrbahnbegleitenden Schutzstreifen wird grundsätzlich auf die gewohnte Mittellinie verzichtet, da der dafür sorgen soll, dass sich der Kraftfahrzeugverkehr an solchen Stellen eher auf die Fahrbahnmitte verlagert, um Radfahrern genügend Platz zu lassen. Im Begegnungsverkehr von Kraftfahrzeugen ist es auf solchen Strecken aber durchaus legitim, freie Schutzstreifen auch zu überfahren.

Dass Kirchheim allmählich zur Radfahrerstadt wird, beklagte CDU-Stadtrat Siegfried Pöschl, der die Schöllkopfstraße als eine der am stärksten befahrenen Straßen für Radfahrer als ungeeignet einschätzt und auch Stadtrat Reinhold Ambacher von den Freien Wählern machte darauf aufmerksam, dass es in Kirchheim auch noch Autos gibt, die nicht völlig an den Rand gedrängt werden sollten. Als "nicht nachvollziehbar" bewertete Stadtrat Albert Kahle (FDP/KiBü) die vorgestellten Überlegungen, die bis zum Bahnhof bereits vorhandenen beidseitigen Schutzstreifen in der Schöllkopfstraße vom Bahnhof bis zur Einmündung Hegelstraße zu verlängern.

Seine anfängliche Skepsis ließ auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Walter Aeugle nicht unerwähnt, erinnerte dann aber daran, dass das gemeinsam im Ratsgremium beschlossene Konzept sinnvoll ist und daher nun auch das verabschiedete Maßnahmenpaket in einzelnen Schritten umgesetzt werden müsse. Dass die gemeinsam verabschiedete Konzeption gut sei, betonte auch Stadtrat Andreas Schwarz für die Grüne Alternative. Er betonte, dass es hier um das Thema Alltagsradverkehr gehe und sprach sich klar dafür aus, hier Erfahrungen mit den Schutzstreifen zu sammeln.

Dass die Einführungen der Schutzstreifen in Ötlingen nur an den ersten Tagen für Verunsicherungen gesorgt hatten, machte Ortsvorsteher Kik deutlich, der betonte, dass die Markierungen zur Eduard-Mörike-Schule aber längst akzeptiert seien.