Lokales

Grünes Licht für umweltfreundliche Änderungen

Weilheimer Gemeinderat beschließt aktualisierte Pläne für neue Sporthalle beim Lindachstadion

Die Entscheidungsfreude des Gemeinderats überraschte selbst Bürgermeister Hermann Bauer: In einem Aufwasch nahmen die Stadträte das überarbeitete Konzept für die neue Sporthalle beim Lindachstadion zur Kenntnis und segneten die Änderungen ab. Dadurch ist der Weg frei, noch in diesem Jahr den Antrag auf einen Landes­zuschuss zu stellen.

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Tobias Flegel

Weilheim. Eigentlich sollte der Gemeinderat nur von dem weiterentwickelten Sporthallenkonzept und den damit verbundenen Mehrkosten in Höhe von 71 000 Euro Kenntnis nehmen. Die Stadträte entschlossen sich jedoch prompt, die einzelnen Neuerungen schon jetzt festzulegen. Dadurch ersparte sich das Gremium nicht nur eine erneute Beratung in einer späteren Sitzung, sondern es ermöglichte auch, dass die Verwaltung noch in diesem Jahr den Antrag für einen Zuschuss beim Land stellen kann.

Wichtige Veränderungen, die in das neue Konzept einflossen, gibt es in, vor und auf der Halle. Im Innenbereich verzichtete der Ludwigsbur­ger Architekt Jochen Wilfert auf den zunächst vorgesehenen Kraftraum sowie auf zwei Umkleidekabinen. Die drei Module waren auf Wunsch des TSV Weilheim mit eingeplant gewesen, der auch finanziell für ihren Bau geradestehen sollte. Da der Verein derzeit jedoch nicht über die entsprechenden Mittel verfügt, sind die Räume in den aktuellen Plänen nicht mehr enthalten. Aber: „Die Halle wird so gebaut, dass der Kraftsportraum und die Umkleidekabinen später jederzeit nachgerüstet werden können“, betonte Bürgermeister Hermann Bauer.

Ebenfalls neu in den Plänen sind drei zusätzliche Notausgänge in der Halle. „Die Fluchtwege waren eine Forderung des Baurechtsamtes“, sagte Jochen Wilfert. Durch die Auflage haben sich ein Großteil der Mehrkosten ergeben. Ein Vorteil ist aber, dass Veranstaltungen in kleineren Hallenteilen künftig erlaubt sind.

Keine Einwände hingegen hatte die Behörde beim bisher vorgesehenen Lüftungskonzept. Dabei wird die Luft durch einen Erdkanal geführt, in dem sie im Sommer abkühlt und im Winter leicht erwärmt wird. Über die Technikräume tritt sie in die Halle ein und verteilt sich gleichmäßig auf dem Boden. „Die Luft bildet einen Frischluftsee auf dem Boden und strömt dort nach oben, wo sich Wärmequellen – also Sportler oder Menschen befinden“, erklärte der Ingenieur Frank Müller das energiesparende Konzept.

Bei der Heizung entschieden sich die Gemeinderäte einstimmig für den Einbau einer Holzpelletsanlage. Diese ist nach Müllers Berechnung zwar 33 000 Euro teurer als eine konventionelle Erdgasheizung, verursacht anstelle von 37,5 Tonnen Kohlenstoffdioxid im Jahr aber nur sechs Tonnen des Gases. Von den beiden anderen Varianten, der oberflächennahen Geothermie, die bei Spitzenlasten durch Erdgas unterstützt wird, oder einer Fußbodenheizung, riet Energieexperte Müller ab. Sie seien unter den Aspekten Investitionen, Betriebskosten und Schadstoffausstoß betrachtet, deutlich schlechter.

Auf dem Dach der Halle sollen künftig dünne Solarfolien zusätzliche Energie sammeln. Die Oberfläche, so entschieden die Gemeinderäte, wird aus dunklen Aluplatten bestehen, die auch durch die geringe Neigung des Pultdaches wenig Sonne reflektieren. Stadtrat Albrecht Narr (UWV) hatte sich zuvor für eine andere Variante stark gemacht: Er setzte sich für die Begrünung der Oberfläche ein, die Möglichkeit erhielt im Gremium aber keine Mehrheit. Architekt Jochen Wilfert hatte ebenfalls von der grünen Möglichkeit abgeraten, da die Statik der Halle nicht auf das Gewicht der Begrünung ausgelegt sei. Eine entsprechend stärkere Tragkonstruktion für die Halle, hätte rund 164 000 Euro mehr gekostet.

Nur geringfügige Änderungen wird es vor der Halle geben. Nach den überarbeiteten Plänen ist der Abstand der Halle zum nördlich verlaufenden Feldweg um fünf Meter größer geworden. Dadurch kann landwirtschaftlicher Verkehr ungestört 15 Meter vom Gebäude entfernt passieren.

Vor dem Haupteingang gibt es künftig einen kleinen Vorplatz. Damit Besucher bei schlechtem Wetter nicht im Regen stehen, schlug Gerda Schrägle (SBV) vor, den Eingang mit einem Dach zu schützen. Die Kosten des Antrags sollen bis zur nächsten Beratung geprüft werden.