Lokales

Grund zum Feiern im Fachseminar

Gestern offizielle Gebäudeübergabe im Herzen der Stadt Kirchheim

Gleich drei Gebäude wurden dem Pädagogischen Fachseminar (PFS) in Kirchheim gestern offiziell übergeben: Das Schloss, der Marstall und die sanierte Turnhalle. Damit präsentiert sich die traditionsreiche Einrichtung im Herzen der Stadt in Sachen Ausstattung auf dem neuesten Stand und kann zuversichtlich in die Zukunft blicken.

Irene Strifler

Kirchheim. Gleich zum Auftakt nannte Raphaela Sonnentag vom Ludwigsburger Amt für Vermögen und Bau Baden-Württemberg eine Zahl: 2,7 Millionen Euro kosteten Sanierung und Umbau von Marstall, einer Reihe von Räumen im Schloss und der Turnhalle. – Viel Geld, aber doch deutlich weniger, als die Sanierung der alten Räumlichkeiten des PFS an der Alleenstraße verschlungen hätten. Aus Kostengründen schien die Weiterexistenz der Lehrerausbildungseinrichtung in Kirchheim noch vor drei Jahren auf der Kippe zu stehen. Räume im Schloss, die im Zuge der Verwaltungsreform frei wurden, ermöglichten eine günstigere Lösung, die zudem ganz besonderen Charme hat. Raphaela Sonnentag dankte dem CDU-Landtagsabgeordneten Karl Zimmermann, der sich nicht nur mit Nachdruck, sondern auch mit Erfolg für die Belange des PFS eingesetzt habe.

Bernhard Freisler vom Regierungspräsidium Stuttgart dankte zudem im Namen der Schulverwaltung einer sonst eher wenig gewürdigten Größe: dem Steuerzahler. Dass dessen Geld sinnvoll investiert wurde, bestätigte er in seinem überzeugenden Plädoyer für die Fächer Sport, Musik, Kunst, Hauswirtschaft und Technik. Diese Fächer befähigten für die Zukunft und förderten besondere Begabungen. Zudem seien es just die sogenannten „Randfächer“, die Lebensfreude in die Schulen und Gesellschaft trügen. – Von der Wahrheit dieser Aussage konnten sich alle Besucher persönlich überzeugen: Mit schmissigen Eigenkompositionen und gelungenen musikalischen wie auch sportlich-tänzerischen Darbietungen umrahmten etliche PFSler den Festakt und trugen erheblich zur Auflockerung der Redenfolge bei.

Von Frondiensten der Bevölkerung, die im Schloss zu verrichten waren und teils auch der höfischen Spaßgesellschaft dienten, wusste Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker passenderweise zu berichten. Die Stadtchefin zeigte sich hocherfreut darüber, dass das PFS nun im Schloss Unterschlupf gefunden habe und vor allem in Kirchheim geblieben sei, „die jungen Menschen bringen Leben in diese Stadt.“ Den Landesvertretern bescheinigte Matt-Heidecker, das Geld wahrlich gut investiert zu haben.

Das Schloss verfüge jetzt über eine gelungene und für seine Struktur ausgesprochen verträgliche Nutzungsmischung, betonte Dr. Michael Borrmann vom Landesbetrieb Vermögen und Bau Baden-Württemberg. Er wünschte dem Seminar eine gute Hand bei der Arbeit in den frisch bezogenen Räumen.

Von einem ausgesprochen guten Gefühl, das die Fachlehreranwärter schon beim Einzug befallen hätte, erzählte Seminarleiterin Brigitte Heß. Vom Ambiente im Schloss gehe ein ganz besonderer Reiz aus: Lehren, Lernen und Arbeiten erfolge in historischen Räumen, die zugleich an moderner Ausstattung alles böten, was zukünftige Lehrerinnen und Lehrer als Vorbereitung für ihren Beruf bräuchten. In der Bauphase, die von konstruktivem Miteinander gekennzeichnet gewesen sei, sei Improvisation und Flexibilität vonnöten gewesen. Das betraf einerseits den Marstall, für dessen Generalsanierung eine totale Räumung erforderlich war, aber auch die Sportausbildung gestaltete sich während der halbjährigen Umbauphase schwierig. Doch die Durststrecke hat sich gelohnt: Die Halle verfüge nun baulich und in der Geräte-Ausstattung über einen modernen Standard. Lediglich die Sanierung der in die Jahre gekommenen Außenanlagen steht jetzt noch auf der Wunschliste des PFS.

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