Lokales

Grundrecht auf Leben,Freiheit und ...

Grundrecht auf Leben,Freiheit und Unversehrtheit

Anzeige

Zum Artikel "Hiasl und das Recht auf Leben", im Teckboten vom 11. Januar:

Das Rechtsbegehren der österreichischen Tierrechtler für den Schimpansen "Hiasl" geht in eine ähnliche Richtung wie das Great Ape Project (GAP), in dem namhafte Primatenforscher und Philosophen die elementaren Grundrechte auf Leben, Freiheit und Unversehrtheit für die großen Menschenaffen fordern. In Neuseeland und Spanien wurde bereits im Parlament ernsthaft über die Umsetzung einer Grundrechtsdeklaration für große Menschenaffen diskutiert. Die Tierrechts- beziehungsweise Tierbefreiungsversuche gehen noch einen Schritt weiter und fordern elementare Rechte für alle Tiere. Sie berufen sich auf das moralphilosophische Gleichheitsprinzip, wonach gleiche Interessen ethisch gleich zu berücksichtigen sind. So haben prinzipiell alle Menschen aufgrund ihrer gleichartigen Interessen bestimmte unveräußerliche Rechte, wie das Recht auf Leben, Unversehrtheit und freie Persönlichkeitsentfaltung. Dabei spielen Eigenschaften wie Rasse, Geschlecht, Alter, sozialer Status keine Rolle noch nicht einmal die geistigen Fähigkeiten, da selbstverständlich auch Kleinkinder, schwer hirngeschädigte oder altersdemente Menschen diese elementaren Rechte besitzen. Die einzige ethisch relevante Eigenschaft, die alle diese Gruppen gemeinsam haben und sie zu Trägern besagter Rechte macht, ist die Empfindungsfähigkeit. Da aber zweifelsfrei davon auszugehen ist, dass auch Tiere ähnliche vitale Interessen wie Menschen haben, gibt es keinen ethisch vernünftigen Grund, ihnen die elementaren Rechte auf Leben, Unversehrtheit und artgemäße Entfaltungsmöglichkeiten vorzuenthalten.

"Ist es die Fähigkeit zu denken, oder vielleicht die Fähigkeit zu reden? Aber ein ausgewachsenes Pferd oder ein Hund sind unvergleichlich vernünftiger sowie mitteilsamer als ein ein Tag, eine Woche, oder gar einen Monat alter Säugling. Aber angenommen dies wäre nicht so, was würde das ausmachen? Die Frage ist nicht ,Können sie denken?' oder ,Können sie reden?', sondern Können sie leiden?'."(Jeremy Bentham, 1748 1832, britischer Philosoph).

Marie-Luise Strewe

Wielandsteinweg, Lenningen

Änderung eines funktionierenden Systems

Zum Artikel "Bei der Post hapert es noch immer", im Teckboten vom 8. Februar 2008:

Ich finde, es ist höchst verdienstvoll, dass in ihrem Aufmacher des Lokalteils unter der Titelzeile "Bei der Post hapert es noch immer" auf die Probleme bei der Zustellung hingewiesen wurde. Typisch ist die Reaktion des Sprechers der Post wegen verlorener Sendungen. Zuerst wird die Schuld bei anderen Zustelldiensten gesucht und dann räumt man, verlegen, kleine Probleme ein.

Als ich im Juni 2007 die Notiz im Teckboten las, dass die Post die Zustellung neu organisiert mit dem Ziel, die Kunden noch schneller und zuverlässiger zu bedienen, schwante mir gleich nichts Gutes. Prompt wurde zum Beispiel eine von mir abonnierte Zeitschrift zwei Wochen lang gar nicht zugestellt. Nach massiven Beschwerden meinerseits, bei der Post wie auch beim Verlag, wurde die Zeitschrift dann am Mittwoch statt wie üblich am Montag zugestellt. Die beiden verlorenen Hefte habe ich nie bekommen.

Danach hat es plötzlich wieder normal funktioniert. Folgerichtig bekam ich nach vier Wochen eine Antwort auf meine Beschwerden, man habe jetzt zwei Wochen lang die Zustellung kontrolliert und keine Fehler festgestellt. Entschuldigung? Ein lahmer Satz. Geschweige denn Lieferung der verlorenen Hefte.

Immer wieder, wenn auch jetzt nicht mehr so häufig wie zu Beginn dieser Änderung, trage ich falsch eingeworfene Briefe durch die Gegend. Das werde ich nicht mehr tun. Mittlerweile bin ich der Überzeugung, dass sich die Zustände nur dann bessern, wenn sich Kunden beschweren.

Dazu kommt es aber nicht, wenn ich die Arbeit der Sortierer und Zusteller übernehme. Für mich ist es ein Rätsel, warum ein funktionierendes System geändert werden muss. Ich kann mir nur Kosteneinsparungen vorstellen. Dann ist es aber eine freche Lüge der Post, wenn behauptet wird, es sei das Ziel, Kunden noch schneller und zuverlässiger zu bedienen.

Wolfgang Seibold

Bosslerstraße, Dettingen

Blanker Hohn

Zum Artikel "Bei der Post hapert es noch immer", im Teckboten vom 8. Februar:

Es ist blanker Hohn, was als Stellungnahme von der Post zu vernehmen ist. Ziel war, die Kunden noch schneller und zuverlässiger zu bedienen. Ziel war und ist, Ausgaben einzusparen und zwar im Personalbereich. Die Lohnkosten senken durch Teilzeitkräfte und das geht ganz gehörig auf die Qualität der Postzustellung. Wie dumm und kurzfristig denkend ist dieses Management, ein gut funktionierendes System derart zu ändern. Es sind chaotische Zustände geworden und das Vertrauen in unsere Post ist dahin.

Die Post treibt die Kunden zu den privaten Anbietern. Das System mit Teilzeitkräften und Aushilfen und die Briefe in Salach zu sortieren, funktioniert nicht. Fehler gemacht. Also zurück zum alten, bewährten System. Dann bekommt man wieder morgens die Post und zwar im richtigen Briefkasten und die Briefträger könnten ihren Sonntag bei den Familien verbringen und müssten nicht Post austragen.

Es gibt bei unserer Kirchheimer Post noch mehr Dinge, die ich nicht verstehe. Das Postgebäude wurde verkauft, um es dann wieder anzumieten. Als nächstes wird auf dem viel zu knappen Parkplatz ein Wohnhaus erstellt und die Parkfläche verschwindet. Mir scheint, bei der Post wird nur noch unter kurzfristigen Aspekten entschieden. So ein wichtiges Unternehmen sollte aber langfristig aufgebaut sein und auf festen Beinen stehen, und diese festen Beine hatten unsere Briefträgerinnen und Briefträger.

Michael Holz

Marktstraße, Kirchheim

Die Redaktion nimmt eine sachliche Leserzuschrift, die sich auf eine Veröffentlichung in unserer Zeitung bezieht, gerne entgegen. Sie übernimmt dafür aber nur die presserechtliche Verantwortung und behält sich in jedem Fall Kürzungen vor. Leider können handschriftliche Manuskripte nicht berücksichtigt werden. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht.