Lokales

Grundwasser bereitet im Schloss Probleme

ELISABETH MAIER

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KÖNGEN Trotz aller Unwägbarkeiten sind Hihn und Köngens Ortsbaumeister Georg Barner überzeugt, dass die Arbeiten rechtzeitig fertig werden. Oft ist das Köngener Schloss noch bis spät in die Abendstunden beleuchtet, weil in einzelnen Räumen gearbeitet wird. Einmal im Monat tagt der Ausschuss für Technik und Umwelt des Gemeinderats mit dem Architekten im Rittersaal. "So haben wir immer die Möglichkeit, den Kostenrahmen individuell abzusprechen", sagt Hihn. Auch das Landesamt für Denkmalschutz ist in die Arbeiten eingebunden.

Zurzeit wird in dem historischen Gemäuer die Heizung installiert. Im Mai wird bereits mit dem Einbau des Aufzuges begonnen, der das Haus barrierefrei machen soll. In einem denkmalgeschützten Bau sei diese komplizierte Technik eine Gratwanderung, gibt Architekt Hihn zu bedenken. Damit die Unternehmensberatung die Räume optimal nutzen kann, wird eine hoch komplizierte EDV-Anlage eingebaut. Daran tüfteln die Elektriker. Die Haustechnik ist auf dem Dachboden untergebracht. Dort gibt es auch Container, in denen Dokumente gelagert werden können.

Ein Problem bei den Bauarbeiten sind nach Ansicht von Bauamtschef Barner die verschiedenen Grundwasser-Ebenen. "Wenn Wasser in die Bausubstanz treten würde, könnte großer Schaden entstehen", ergänzt Architekt Hihn. Deshalb legen er und sein Team besonderen Wert auf die Abdichtungen. Der Brunnen im Gewölbekeller des Hauses bleibt erhalten. Er wird mit einer Glasplatte abgedeckt, damit die Besucher sehen können, wie der Wasserpegel steigt oder sinkt.

Sehr weit fortgeschritten sind die Bautrupps und die Restauratoren beim Stuck und bei den Decken. Gut 3000 Quadratmeter Wandflächen haben die Arbeiter in den vergangenen Monaten verputzt. 1000 Quadratmeter Decken und Stuckierungen kamen hinzu. Bauelemente aus Gotik, Renaissance, Barock und Jugendstil habe man erhalten, sagt Restaurator Hans Cabanis. Er findet es wichtig, zu dokumentieren, wie sich das historische Gemäuer in unterschiedlichen Epochen entwickelt hat. Viele Ornamente und Bilder haben die Experten unter dem Putz freigelegt. Wenn im Juni der Aufzug eingebaut ist, kommen die Treppen an die Reihe. Die Holzkonstruktion wird so weit wie möglich erhalten. Zum Schluss stehen noch die Außenanlagen auf dem Plan, die mit 40 bis 60 Zentimeter großen Granitplatten belegt werden. Heller Granit wird für die Außenflächen verwendet; das Foyer des Schlosses bekommt schwarze Granitplatten aus Zimbabwe.

Besonders der Innenhof und die Eingangssituation liegen Planer Hihn am Herzen. Da im Köngener Schloss auch viele private Feste wie Hochzeiten oder Taufen gefeiert werden sollen, ist ein Festgarten seiner Ansicht nach unabdingbar. Der Jazzclub und das Seniorenzentrum werden die Schlosskapelle nutzen. Mit Konzerten, Ausstellungen und Kulturveranstaltungen soll das historische Gemäuer belebt werden.