Lokales

Günther Oettingers politische Ziehväter in Stein gehauen

BISSINGEN Es hat schon etwas Großes, Monumentales an sich. Ein Ausdruck historischen Bewusstseins und Dankbarkeit den politischen Wegbereitern gegenüber: Günther Oettingers christdemokratische Ziehväter Hans Filbinger, Kurt Georg Kiesinger und Lothar Späth sollen, ganz im amerikanischen Stil des

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RICHARD UMSTADT

Mount Rushmore in South Dakota, überlebensgroß in Stein gehauen werden. Und welch großartiger Felstisch, ein Naturdenkmal von besonderer Güte, würde sich dafür besser eignen als der Breitenstein über Bissingen? Deshalb klopfte die Staatskanzlei der Landesregierung nach der erfolgreich geschlagenen Wahlschlacht bei dem bekannten Bissinger Bildhauer Winfried Tränkner an, wie er unserer Zeitung vertraulich mitteilte, um ihn für diesen historischen Großauftrag zu gewinnen.

In den Händen des 48-jährigen Künstlers sollen Planung und Leitung der Arbeiten liegen. Darüber hinaus könnte das gigantische Projekt zusätzliche Arbeitsplätze in der Region bedeuten, denn neben den heimischen Transportfirmen dürften auch weitere Steinmetze und Abbrucharbeiter benötigt werden. Ob dadurch die Gastronomie in der Seegemeinde einen neuen Schub erfährt, bleibt abzuwarten.

Interessant dürfte der "Mount Brushmore", wie er bereits unter vorgehaltener Hand in Bissingen genannt wird, auch für die Fliegerstadt Kirchheim werden. Zum einen wollen die Motorflieger der Fliegergruppe Wolf Hirth an schönen Wochenenden Touristenflüge zu Filbinger, Kiesinger und Co. anbieten, zum anderen überlegt das Management des ateck-Hotels, das Gebäude in der Nähe des Kirchheimer Hochhauses aufzustocken, um seinen Gästen von der Sonnenterrasse on top aus den Blick auf das Monument zu ermöglichen.

Die Stuttgarter Staatskanzlei bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung den auf rund 20 Millionen Euro geschätzten Großauftrag. Wegen dessen historischer Bedeutung hoffen die Stuttgarter auf eine Förderung durch den Bund. Ein entsprechender Antrag wurde in Berlin gestellt. Wenn alle Genehmigungen der Naturschutzbehörden vorliegen, und damit wird bei einem beschleunigten Verfahren in etwa zehn Jahren gerechnet, können die Arbeiten beginnen. Denn parallel zum Genehmigungsverfahren will Winfried Tränkner die Planung vorantreiben. Auf Grund der Bedeutung des Auftrags geht er davon aus, dass die Naturschutzbehörden der Landesregierung keine Steine in den Weg legen.

Nach einer Zusage der Landesregierung darf auf dem Breitenstein die Gemeinde Bissingen abkassieren. Wer den baden-württembergischen Altlandesvätern auf dem Kopf herumtanzen und dabei den fantastischen Ausblick gen Landeshauptstadt genießen will, muss zuvor fünf Euro abdrücken. Auf den warmen Geldregen "von oben" freut sich jetzt schon Bissingens Bürgermeister Wolfgang Kümmerle, denn damit dürften die großen Investitionen wie Leichenhalle, eine neue Sporthalle und der Umbau der Kelter zum Bürgerhaus in greifbare Nähe rücken.

Die in Stein gemeißelten Kunstwerke am Bissinger Schicksalsberg werden übrigens gesichert und Tag und Nacht bewacht.

INFODer Bildhauer wird am heutigen Samstag um 13 und um 15 Uhr eine Einführung auf dem Breitenstein in das historische Projekt geben. Dabei wird er auf die Planung eingehen und die Arbeitsschritte erläutern. Die Einführung vor Ort wird etwa eine Stunde dauern. In Vertretung der Landesregierung wird der CDU-Landtagsabgeordnete Karl Zimmermann zu den interessierten Zuhörern über die historische Bedeutung des Auftrags sprechen.