Lokales

Guggen und Hästräger vereint

Als sich die Türen zur Hallenfasnet der Narrenzunft Gesinde Schleichingen um 18.18 Uhr öffneten, kamen nach und nach die Narren aus den unterschiedlichsten Ecken der Region und darüber hinaus.

NOTZINGEN Den weitesten Anreiseweg hatten, wie schon im vergangenen Jahr, die Rewä-Hexen aus Untergruppenbach im Kreis Heilbronn. Aber auch aus dem Schwarzwald kamen die Narren: Deckenpfronner oder Gärtringer Hästräger waren zu sehen. Viele neue Gesichter waren auch dabei, so konnte man unter anderem vom Reutlinger Raum die Betzinger Krautskräge zum ersten Mal beim Narrenloben begrüßen.

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Den Auftakt der Abendveranstaltung übernahm die Nachbarzunft. Die Kirchheimer Klosterdeifel führten in Dunkelheit und bei Musik ihre Legende in Form eines Showtanzes auf. Danach ging es Schlag auf Schlag Guggenmusik, Schalmeien, Show-, Garde- und Brauchtumstänze der Narrenzünfte begeisterten die Gäste. Für den zweiten Zunftmeister Thomas Walter war die Veranstaltung eine besondere Herausforderung. "Wir sind in Notzingen bestrebt, unseren Gästen und Narren einen durchgängigen Brauchtumsabend zu organisieren", so Thomas Walter. Technik, Gruppen und vor allem die Zeitrahmen in Einklang zu bringen, sei doch sehr arbeitsreich. An der acht Meter langen Bar im Foyer der Gemeindehalle oder in der Weinlounge auf der Empore wurde ebenso ausgelassen gefeiert wie beim Programm in der Halle selbst.

Um 21.30 Uhr gab es dann den Zunftmeisterempfang. Die Vorsitzenden der anwesenden Narrenzünfte wurden durch einen Shuttleservice von Kleinbussen nach Wellingen in den Gasthof Lamm gebracht. Im närrisch dekorierten Nebenzimmer begrüßte Zunftmeister Volker Bossert die Narrenschar. Sichtlich stolz konnte der Obernarr den über 40 Zünften und Guggen einen standesgemäßen Empfang bereiten. Familie Deuschle verköstigte die Narren mit einer deftigen Gulaschsuppe. Das "Lamm" war schon am 6. Januar Ort des Fasneteinläutens der Narrenzunft, sodass die ganzen Hästräger sich hier wie zu Hause fühlen konnten.

Die Narrenzunft Gesinde Schleichingen verzichtete bewusst auf Empfangsgeschenke. Sie engagierte sich 2006 mit einem Bobbycar-Rennen für einen guten Zweck. "Hierbei konnten wir 1500 Euro spenden und dieses Jahr werden wir sicherlich auch wieder ein Projekt starten", erklärte Bossert den Narren die Lage. Herbert Hiller, Zweiter Bürgermeister der Bodenbachgemeinde, war erstaunt, wie vielfältig die Narrenwelt ist.

Um 22.30 Uhr waren dann alle Gäste des Empfangs wieder in der Halle beim Narrenloben. Das Programm wurde zum einen mit einem Brauchtumstanz der Extraklasse der Breithutgilde aus Gosbach und der Guggenmusik Naustragger aus Wäschenbeuren beschlossen. Bis die letzten Gäste die Halle verließen, dauerte es allerdings noch ein Weilchen.

vb