Lokales

"Gut gestartet"

Der Standort Kirchheim steht nach den ersten 100 Tagen nach der Arbeitsmarktreform gut da und hat seine Arbeit erfolgreich aufgenommen, wie Bundestagsabgeordneter Arnold und Landtagsabgeordnete Bregenzer (beide SPD) bei einem Besuch feststellten.

KIRCHHEIM "In allen drei Job-Centern im Wahlkreis ist man gut gestartet. Die gute Zusammenarbeit mit den Kommunen und innerhalb der Agentur hat sich bewährt", sagte Arnold. Seit Januar haben erwerbsfähige Sozialhilfe- und ehemals Arbeitslosenhilfeempfänger mit dem Job-Center eine neue zentrale Anlaufstelle für finanzielle Leistungen zum Unterhalt, für Beratung und Vermittlung. Obwohl Arbeitsagentur und Job-Center unterschiedliche Einrichtungen sind, bleibt eine enge Verzahnung bestehen, was auch die räumliche Nähe unter einem Dach unterstreicht. Räumlich getrennt werde nur bei der Bearbeitung der Leistungen, das heißt, ob Arbeitslosengeld I oder II gezahlt werde, gibt es nur eine Anlaufstelle, sagt Arbeitsagenturleiterin Irene Krissler. Bei der Besetzung von Stellen sei es egal, ob der Arbeitslose beim Job-Center oder in der Agentur geführt werde.

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Als das Job-Center seine Arbeit aufnahm, standen vor allem die Mitarbeiterschulung und eine schnelle Bearbeitung der Anträge auf Arbeitslosengeld an erster Stelle, um schnellstmöglich den Hilfebedürftigen die finanzielle Unterstützung zum Lebensunterhalt gewähren zu können. Die aktive Arbeitsmarktätigkeit folgte danach. Simone Büschel, Leiterin des Job-Centers in Kirchheim, betonte gegenüber Rainer Arnold und Carla Bregenzer auch, dass die Schulung und Einarbeitung Zeit gebraucht habe, sie aber nun gut aufgestellt seien. Allerdings finde auch die beste Vermittlung ihre Grenzen, wenn Stellen auf dem Arbeitsmarkt einfach fehlen. "Dann haben wir auch keine guten Vermittlungsmöglichkeiten", so Krissler.

Dennoch kümmert man sich intensiv um die Vermittlung besonders von jungen Arbeitslosen bis 25 Jahren. Ein Angebot für jeden Jugendlichen sei nach Ansicht der Teamleiterin Simone Büschel machbar. Dabei spielen auch die geförderten Arbeitsgelegenheiten, die so genannten Ein-Euro-Jobs, eine wichtige Rolle. Die Ein-Euro-Jobs würden von den Betroffenen "sehr geschätzt und die 150 Euro Mehrverdienst gerne angenommen." Doch böten die befristeten Arbeitsgelegenheiten keine langfristigen Perspektiven. Ich AGs oder Jobs in der Dienstleistung kommen nicht für jeden in Frage.

Die Agenturleiterin kritisierte, dass zwar für ALG-II-Bezieher viele neue Instrumente geschaffen wurden, für bei der Arbeitsagentur gemeldete Arbeitslose allerdings weit weniger Möglichkeiten zur Verfügung stünden. "Der zweite Arbeitsmarkt wird vernachlässigt, da besteht die Gefahr, dass Arbeitslose, die der erste Arbeitsmarkt nicht aufnehmen kann, von ALG I in ALG II abrutschen", so Krissler. Vor diesem Hintergrund warb sie für mehr ABM-Stellen.

pm