Lokales

Gut und Schlecht

Michael Hennrich (MdB, CDU) zum Jahreswechsel

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

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am Ende des Jahres 2008 blicken wir zurück auf ein Jahr voller Überraschungen – gute wie schlechte. Das, was uns bewegt hat und vor allem das, was uns Freude gemacht hat, nehmen wir ins kommende Jahr mit. Was unerfreulich war, uns geärgert oder auch traurig gemacht hat, lassen wir dabei gerne hinter uns.

Schöne Erinnerungen sind sicherlich die sportlichen Ereignisse im Sommer bei den olympischen Spielen in Peking oder zuvor von der Fußball-Europameisterschaft. Wir teilen die Freude und den Stolz all derjenigen, die nach jahrelanger disziplinierter Vorbereitung ihren verdienten Erfolg feiern dürfen. Aus dem Wahlkampf in den USA, an dessen Ende der zukünftige Präsident Barack ­Obama als Sieger hervorging, kamen Bilder zu uns von bewegten Menschenmassen, die eine Vision vom Wandel teilten und sich von der Aufbruchstimmung dieses Politikers anstecken ließen.

Auch in der Wirtschaft herrschte bis zum Sommer Optimismus. Deutschland stand im dritten Jahr des Aufschwungs, dem stärksten und längsten Aufschwung seit der Wiedervereinigung. Nie waren so viele Menschen in Deutschland erwerbstätig. Die Zahl der Arbeitslosen war um über zwei Millionen auf den niedrigsten Stand seit vielen Jahren gefallen und sollte weiter sinken. Doch nach diesen guten Meldungen auf dem Arbeitsmarkt und den positiven Wirtschaftszahlen erschütterte die Finanzkrise im Herbst die ganze Welt. Zuerst waren vor allem die Banken betroffen. Später wurde die Automobilbrache einschließlich Zulieferern besonders hart in Mitleidenschaft gezogen, sodass sie ihre Produktion zum Teil stoppen mussten.

Viele von Ihnen haben mir in den zurückliegenden Wochen geschrieben und Ihre Sorgen zum Ausdruck gebracht; die Ungewissheit über die künftige Entwicklung kostet viele sicherlich große Kraft und erfordert starke Nerven. Auch die Politik wurde vom Ausmaß der Finanzkrise überrascht und musste sich innerhalb kürzester Zeit auf eine völlig neue Situation einstellen. Das Eingreifen der Bundesregierung, die ein milliardenschweres Rettungspaket beschlossen hat, nicht um die Banken des Landes vor dem Ruin zu bewahren, sondern – und das möchte ich noch einmal ausdrücklich hervorheben - um unser Finanzsystem zu erhalten, war in dieser Situation der richtige Schritt zum rechten Zeitpunkt.

Jetzt stehen wir vor neuen Herausforderungen. Ich bin mir jedoch sicher, dass der Standort Deutschland mit seinen Unternehmen gestärkt aus dieser schwierigen Situation hervorgehen wird. Deutschland ist anders aufgestellt als Großbritannien oder die USA. Wir verfügen über eine breite wirtschaftliche Basis; einen soliden Branchenmix aus guten Industrie­unternehmen, die international hoch angesehen sind sowie einen starken Mittelstand, der sich in den unterschiedlichsten Geschäftsfeldern engagiert und auf den Weltmärkten behauptet. Zahlreiche Unternehmen haben bereits signalisiert, dass sie mit Unterstützung der Belegschaft sowie der staatlich geförderten Kurzarbeit die Krise überbrücken wollen. Gut beratene Firmen wissen, dass qualifizierte und motivierte Mitarbeiter das beste Kapital sind, das gesichert und bewahrt werden muss.

Gerade in den letzten Wochen haben wir erlebt, dass die große Koalition funktioniert. Zuvor – im politischen Alltagsgeschäft – waren die gefundenen Kompromisse oftmals schwer zu vermitteln. Als es darauf ankam, haben wir aber an einem Strang gezogen und Deutschland vor Schlimmerem bewahrt. Auch die Arbeit der Opposition ist hier zu würdigen, die in diesen schwierigen Zeiten staatspolitische Verantwortung gezeigt hat. Für die Zukunft baue ich darauf, dass die Situation weiterhin nicht populistisch ausgeschlachtet, sondern pragmatisch bewältigt wird. In den nächsten Monaten werden wir weitere Maßnahmen ergreifen müssen, um den Menschen Sicherheit zu geben sowie unsere Wirtschaft schnell wieder zu stärken.

Mitte des nächsten Jahres wird es dann darum gehen, tragfähige Konzepte für eine solide Zukunft zur Wahl zu stellen. Unsere Bundestagswahl wird sicher nicht so emotionsgeladen sein wie die Wahl in den USA. Wir gehen eher nüchtern und pragmatisch an die Lösung von Problemen heran. Dass heißt aber nicht, dass in Deutschland nur der Kopf und nicht das Herz regiert. Wie viel Kraft, Ausdauer und Optimismus in uns steckt, erlebe ich immer wieder, wenn ich Unternehmen, Schulen, Vereine und vor allem auch soziale Einrichtungen im Wahlkreis besuche und mit Menschen ins Gespräch komme. Optimismus ist eine starke Kraft, die viel bewegen kann. Das haben wir in der Vergangenheit gesehen und darauf wollen wir für die Zukunft bauen.

Ich freue mich auf Ihre Meinung und Ihre Ansichten und ermuntere Sie, wie auch in der Vergangenheit das Gespräch und die Begegnung mit mir zu suchen. Ihnen und Ihren Familien für das Jahr 2009 alles Gute, Gesundheit und Glück!

Ihr Michael Hennrich, MdB