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Gute Laune mit Hits der "Neuen Deutschen Welle"

KIRCHHEIM Der Beginn der Sommer-Saison bedeutet für das Team des club bastion samstägliche besorgte Blicke zum Himmel und jede Menge Zusatzarbeit. Für jede der

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USCHI NEROLADAKIS

"Sommer-auf-dem-Dach"-Veranstal

tungen muss die lange Treppe unzählige Male bewältigt werden. Alles wäre nicht möglich ohne die vielen zusätzlichen Helfer, die nicht nur klaglos beim Aufbau helfen, sondern auch nachts noch Bänke, Getränke und die zahllosen Kisten mit technischem Equipment die inzwischen leider nachts wieder unbeleuchteten Stufen wieder hinunter zu schleppen.

Auch dieses Jahr war der Wettergott dem club bastion wieder wohl gesonnen und alle geplanten Veranstaltungen konnten auf dem Dach stattfinden. Ein Umzug in den Keller wäre bei der letzten Veranstaltung allerdings auch etwas schwierig geworden, denn nach den starken Regenfällen der letzten Zeit rieselte im Gang das Wasser von den Wänden, da wohl eine Drainage auf dem Dach verstopft gewesen war.

Als Vorband hatte sich beim jüngsten Konzert die Gruppe "Sternfeld" aus Geislingen eingefunden, die nach technischen Komplikationen schließlich doch noch einige Titel ihres Repertoires vorstellen konnte. Die Mitglieder bezeichnen sich als "leidenschaftliche Musiker", komponieren und texten ihre Titel selber und bemühen sich um Tiefgang und Authentizität, wie auch ihre Titel "Haut an Haut" und "Angst hat eine kalte Haut" bewiesen.

Mit Cover-Songs vorwiegend Hits der Neuen Deutschen Welle aus den Achtzigern hingegen begeisterte die Gruppe "Knutschfleck" wie schon bei ihrem Auftritt letztes Jahr auf dem Rollschuhplatz. Mit Reifrock und Lockenperücke rockte zuerst einmal "Amadeus" und das darauf folgende "Carbonara" passend zu den verabreichten Pasta-Gerichten animierte die ersten Gäste bereits zum Tanzen. Hits von Grönemeyer und Nena folgten und das "interaktive Bewegungsspiel" mit den "spring"- und "dreh"-Schildchen waren beim Kirchheimer Publikum kaum nötig, da es die meisten sowieso nicht mehr auf den Sitzplätzen hielt. Die "Schickeria" verbreitete gute Laune und dass sich der Gitarrist nach jedem zweiten Stück verstohlen die Nase putzen musste und Sängerin Julia auch einen leicht erkälteten Eindruck machte, tat der Stimmung keinen Abbruch.

Die Gruppe "Knutschfleck" gehört schon seit Jahren zu den beliebtesten deutschen Party-Bands und bietet nicht nur super Sound für die Ohren, sondern mit abwechslungsreichen Verkleidungen vor allem von "Fritzchen" auch Einiges fürs Auge. Es wurde langsam kühl auf dem Bastionsdach, die Band heizte mit "Moskau" ein und der "König von Deutschland" und die skandalträchtige "Rosi" versammelten schließlich weit mehr als 300 Gäste auf der nicht gerade fußfreundlich bekiesten Tanzfläche.

Das altersmäßig gut gemischte Publikum bekundete endlos die "Pure Lust am Leben" und durfte anschließend auch noch mit Nenas Luftballon spielen. Der "Sternenhimmel" passte hervorragend zum romantischen Ambiente unterm Baustellenkran und "Major Tom" stürzte auch nicht wie befürchtet in die Schweinemarkt-Baugrube. Nachdem die Band noch die brennende Schule besungen und sich nach Westerland gesehnt hatte, konnten sich die sechs Musiker schließlich und endlich nach einer zweieinhalbstündigen Non-Stop-Show von einem Publikum verabschieden, das sich mit Sicherheit schon bald wieder nach "Knutschfleck" sehnen wird.