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Gute Nachrichten für die Neckarschifffahrt

Gute Kunde aus Berlin für die Neckarschifffahrt: Die Verlängerung der Schleusen bis Plochingen ist in den Investitionsrahmenplan des Bundes 2006 bis 2010 aufgenommen worden.

CHRISTIAN DÖRMANN

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KREIS ESSLINGEN Die Möglichkeiten für den Frachtverkehr auf dem Neckar sind noch längst nicht ausgereizt. Die vorhandenen Schleusen zwischen Heilbronn und Plochingen sind nur auf 105 Meter Länge angelegt und daher lediglich für kürzere Frachtschiffe passierbar. Der Investitionsrahmenplan des Bundes inden Jahren 2006 bis 2010 sieht nun vor, die Neckarschleusen auf 135 Meter zu verlängern.

Ist dies realisiert, können dann auch größere Schiffe bis Plochingen durchfahren und die Produktivität der Wasserstraße steigt. Der Bund geht von einem Investitionsbedarf für das Gesamtprojekt in Höhe von rund 150 Millionen Euro aus.

Zusammen mit dem Chef des Stuttgarter Wasser- und Schifffahrtsamtes, Walter Braun, hat sich Karin Roth, parlamentarische Staatssekretärin der SPD, für dieses Großvorhaben stark gemacht. Und dabei ist es ihr auch noch gelungen, dass der Ausbau nicht, wie ursprünglich geplant, am Stuttgarter Hafen endet, sondern auch bis zum boomenden Plochinger Neckarhafen reicht, dem Endpunkt der Neckarschifffahrt. Dafür werden im Landkreis Esslingen die drei Schleusen Esslingen, Oberesslingen und Deizisau verlängert.

"Die Verlängerung der Neckarschleusen ist für die Wirtschaft und die Arbeitsplätze in unserer Region von hoher Wichtigkeit", so Karin Roth. Zukünftig könnten moderne Binnenschiffe den Neckar befahren. Mit der Berücksichtigung des Projektes im Investitionsrahmenplan habe der Bund nun die Grundlage für die Planung und Realisierung der Bundeswasserstraße Neckar gelegt. Eine finanzielle Hürde gilt es aber noch zu nehmen. Die Abgeordnete: "Jetzt ist das Land Baden-Württemberg am Zuge, das sich an der Finanzierung beteiligen muss."

Walter Braun freut sich über die gute Nachricht aus Berlin, mit der das Vorhaben auf eine rechtliche Planungsgrundlage gestellt worden sei. Die beiden betroffenen Wasser- und Schifffahrtsämter Stuttgart und Heidelberg werden nun prüfen, was an den einzelnen Schleusen baulich verändert werden muss. "Der Neckar hat gute Verkehrsreserven", sagt Braun mit Blick auf den stetig zunehmenden Güterverkehr auf den Straßen. Davon könne die Binnenschifffahrt einiges übernehmen. Immerhin transportiert ein Frachtschiff so viel Ladung wie 80 Lastzüge. Wenn die Schleusen in den nächsten Jahren ausgebaut werden, bedeutet dies mehr Ladung in größeren Schiffen bei gleichem Verkehrsaufkommen. Im Moment registriert das Wasser- und Schifffahrtsamt durchschnittlich ein Dutzend Schiffe auf dem Neckarabschnitt zwischen Stuttgart und Plochingen. Gerade in diesem Bereich sieht Braun noch einige Kapazitäten.

Die positive Entwicklung des Plochinger Hafens, der stärker wächst als der in Stuttgart, unterstreicht die Bedeutung der jetzt in Berlin getroffenen Entscheidung. Immerhin sieht Walter Braun für die Zukunft durchaus weitere Entwicklungsmöglichkeiten für den Plochinger Hafen, etwa durch zusätzliche Umschlagtechnik. Dafür könnte das Gelände des bisherigen Schutzhafens genutzt werden.