Lokales

Gute Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Verwaltung

Die Nitratwerte im Landkreis Esslingen sinken. Von 40 Wasserschutzgebieten kreisweit gibt es nur noch drei Areale, die als problematisch eingestuft werden. Dazu zählt das Dettinger Wasserschutzgebeit "Goldmorgen", wie das Landwirtschaftsamt mitteilt.

KREIS ESSLINGEN Der Nitratgehalt der für die öffentliche Wasserversorgung verwendeten Quellen und Brunnen liegt landesweit vielfach immer noch in der Nähe des Grenzwertes von 50 mg Nitrat pro Liter Wasser. Die Schutzgebiets- und Ausgleichsverordnung (SchALVO) des Landes soll erreichen, dass die hohen Werte wirksam abgesenkt werden. Nach dieser Verordnung sind die Vorgaben für die Landwirte in den einzelnen Wasserschutzgebieten um so schärfer, je höher die in den letzten Jahren festgestellten Nitratwerte sind.

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Die schärfsten Regelungen gelten in so genannten Nitrat-Sanierungsgebieten. Wasserschutzgebiete sind als Sanierungsgebiete einzustufen, wenn in den jeweiligen Brunnen und Quellen der Nitratwert über 40 Milligramm pro Liter liegt und der Trend steigt. Bei Nitratwerten über 25 mg/l ist bei steigendem Trend ein Schutzgebiet als Problemgebiet auszuweisen, teilt das Landwirtschaftsamt mit. Die Ausweisung wird jährlich überprüft.

Von etwa 40 Wasserschutzgebieten im Kreis Esslingen sind 2005 nur noch drei als Nitrat-Problemgebiete und zwei als Nitrat-Sanierungsgebiete eingestuft. Dazu meint der neue Leiter des Landwirtschaftamts, Dr. Reinhold Klaiber: "Die sinkenden Nitratwerte sind ermutigend. Die gute Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Verwaltung soll auch künftig weitergeführt werden".

Wie jedes Jahr wurden auch kürzlich die betroffenen Landwirte über Nitratwerte im Boden und im Wasser und über die für 2005 zu erwartenden Einstufungen informiert. Zum Jahresbeginn 2005 konnte nach sinkender Nitratkonzentration das Wasserschutzgebiet in Denkendorf vom Sanierungsgebiet in ein Problemgebiet abgestuft werden.

Auf Grund gesunkener Nitratwerte entfallen auch für das Wasserschutzgebiet Kapf in Nürtingen in diesem Jahr erstmals die Anforderungen für Problemgebiete. Das ehemals als Problemgebiet eingestufte Schutzgebiet in Lichtenwald wurde am 1. August 2004 aufgehoben, nachdem eine Nutzung der Quelle für die öffentliche Wasserversorgung von der Gemeinde nicht mehr vorgesehen ist.

Weil im Wasser der Rohrbachquelle in Neuhausen mehrfach Spuren des Pflanzenschutzmittels Bentazon ermittelt wurden, dessen Herkunft unbekannt ist, musste das Schutzgebiet im Jahr 2005 als Pflanzenschutzmittel-Sanierungsgebiet ausgewiesen werden. Die Einstufung bleibt mindestens für drei Jahre wirksam. Die Anwendung des Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffs Bentazon ist im Schutzgebiet damit untersagt. Im Wasser, das an die Bevölkerung abgegeben wurde, waren jedoch keine Grenzwertüberschreitungen zu verzeichnen. In den anderen Gebieten ergaben sich keine Veränderungen.

Informationen zu den spezifischen Besonderheiten der Bewirtschaftungsvorgaben erteilt das Landwirtschaftsamt des Landkreises Esslingen, Mahler, unter der Telefonnummer 0 70 22/2 00-2 61 (Montag und Dienstag) beziehungsweise 0 70 22/2 00-5 28.

Die in der Schutzgebiets- und Ausgleichsleistungsverordnung vorgegebenen Regelungen zielen alle darauf ab, den Eintrag von Stickstoff in das Grundwasser zu minimieren. Neben einer bedarfsgerechten Düngung in der Wachstumszeit der Kulturen kommt es besonders darauf an, den Austrag von Stickstoff in der Zeit der Winterruhe, in der die Pflanzenwurzeln keinen Stickstoff aufnehmen können, möglichst gering zu halten. Für die betrieblichen Mehraufwendungen und Ertragseinbußen erhalten die Landwirte in Problem- und Sanierungsgebieten Ausgleichszahlungen. Die Regelungen sind in der so genannten SchALVO, der Schutzgebiets- und Ausgleichsverordnung aus dem Jahr 2001, verankert.

Für das Jahr 2005 wurden im Kreis Esslingen folgende Schutzgebiete als Problem- oder Sanierungsgebiete eingestuft:

Nitrat-Problemgebiete: Wasserschutzgebiet Goldmorgen, Dettingen, Wasserschutzgebiet Klosterquellen, Erlachquelle, Hagenwiesenquelle, Denkendorf, Wasserschutzgebiet Baiersbachquelle, Schlaitdorf.

Nitrat-Sanierungsgebiete: Wasserschutzgebiet Riedbrunnen, Neuhausen, Wasserschutzgebiet Weil, Esslingen.

pm