Lokales

„Guter Rutsch“ wurde zur Realität

Eisglatte Straßen und viele Brände beschäftigten die Rettungsdienste in der Neujahrsnacht

„Mit Schwung ins Jahr 2009“ das haben wir unseren Lesern in der Silvesterausgabe gewünscht. Schwung ist sicherlich erforderlich, denn Worte wie Finanzkrise und Rezession passen so eigentlich gar nicht zum Silvesterabend. Was den Feuerzauber am nächtlichen Himmel und die lauten Böllerschüsse betrifft, scheint doch recht viel Optimismus bei der Bevölkerung vorhanden zu sein. Den „guten Rutsch“, den man Freunden und Bekannten wünscht, der wurde für manchen Autofahrer in der Neujahrsnacht beinahe zum Verhängnis.

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Rudolf Stäbler

Kirchheim. Schneeregen und Blitzeis trübten für manche die gute Laune am Silvesterabend. Bereits vor Mitternacht hatte es begonnen mit den harten Wassertropfen, später wurde sogar noch Schnee daraus. Auf den eiskalten Straßen bildete sich schnell gefährliches Glatteis und trotz Vorwarnung der Wetterdienste wurde es für viele, die mit dem Auto unterwegs waren, eine böse Überraschung. Trotzdem hielten sich laut Pressebericht der Esslinger Polizeidirektion die Glatteisunfälle in Grenzen und auch Alkohol war wohl bei den meisten Pkw-Lenkern nicht im Spiel. Gut eingestellt auf die Wetterlage waren die zuständigen Räum- und Streudienste, sodass hierdurch sicherlich einige Unfälle vermieden werden konnten. Auch der Verkehrswarnfunk wurde verständigt und regelmäßige Durchsagen sorgten dafür, dass die Kfz-Lenker vor den widrigen Straßenverhältnissen gewarnt waren.

Gefordert waren in der Neujahrsnacht dagegen recht oft die Feuerwehren in der Region. So brannte in Esslingen kurz nach Mitternacht ein Pkw. Der Besitzer bemerkte, dass sein Auto im Bereich des rechten Vorderrades brannte. Jugendliche hatten wohl dafür gesorgt, denn diese bejubelten den Brand lautstark. Aus dieser Gruppe heraus wurden noch weitere Feuerwerkskörper auf das Auto geworfen. An dem Auto entstand dabei Sachschaden in Höhe von rund 10 000 Euro.

In Nürtingen musste die Feuerwehr kurz nach Mitternacht ausrücken. Unbekannte hatten mehrere Feuerwerkskörper in einen Papiercontainer geworfen, worauf dieser vollständig in Brand geriet. Bereits am Nachmittag brannte es in einer Kfz-Werkstatt. Dieser wurde vermutlich durch eine Silvesterrakete verursacht. Dem Besitzer entstand so ein Schaden von rund 10 000 Euro.

Viel beschäftigt seien die Rettungsdienste auch im Raum Göppingen an Silvester und Neujahr gewesen, berichtet die dortige Polizeidirektion. Beachtlich sei bei dieser Bilanz die Vielzahl von Bränden gewesen, betonen die Göppinger Ordnungshüter. Hierbei kam es zu vielen Kleinbränden, wobei jeweils durch Feuerwerkskörper Müllcontainer, Müllsäcke oder ähnliches in Brand gerieten. Insgesamt kam es im Nachbarkreis aber auch zu vier größeren Bränden. So kam es am Neujahrsmorgen gegen 2.10 Uhr zu einem Fahrzeugbrand eines Autos, das in der Tiefgarage der Donzdorfer Stadthalle abgestellt war. Der Brand griff noch auf drei weitere Fahrzeuge über und beschädigte diese stark. Weitere 20 Fahrzeuge sind durch die Rußentwicklung in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Höhe des entstandenen Sachschadens wurde von der Polizei auf rund 150 000 Euro geschätzt. Am Neujahrsmorgen gegen 5.50 Uhr wurde die Feuerwehr der Gemeinde Schlat zu einem Brand einer Hütte gerufen. Beim Eintreffen der Rettungskräfte brannte die Hütte bereits lichterloh, die Feuerwehr konnte die gesamte Zerstörung nicht mehr verhindern. Eine Brandstiftung schließt die Polizei in diesem Fall nicht aus. Für einen kurzfristigen Ausfall des Kabelfernsehens in einem Gebiet in Eislingen sorgten Unbekannte. Sie hatten an einem Verteilerkasten Feuerwerkskörper angebracht und sorgten dadurch für ein Schmelzen des Kunststoffgehäuses. Bereits am Silvesternachmittag kam es in Ebersbach zu einem Brand mit starker Rauchentwicklung in einer Lagerhalle. In der Halle, in der Maschinen und Werkzeuge gelagert werden, entstand dabei ein Sachschaden von mehreren Zehntausend Euro.