Lokales

Haftstrafe für Haupttäter

Im Prozess gegen drei ehemalige Betreiber eines Computerladens in Kirchheim und Weilheim (wir berichteten) hat das Stuttgarter Landgericht nach drei Tagen Beweisaufnahme jetzt die Urteile wegen Betrugs gesprochen.

STUTTGART Der hauptbeschuldigte 27-jährige Einzelhandelskaufmann aus Kirchheim muss wegen 17-fachen Betrugs drei Jahre und acht Monate hinter Gitter. Seine beiden Ex-Geschäftsfreunde kamen mit Bewährungsstrafen davon.

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Die Richter der 19. Großen Wirtschaftsstrafkammer des Stuttgarter Landgerichts kamen zu dem Ergebnis, dass vor allem der 27-Jährige in dem vorliegenden Fall als Haupttäter zu sehen ist. Er hatte im April letzten Jahres damit begonnen, in einer eigens dafür gegründeten Firma in Kirchheim mit Hilfe seiner beiden Mitangeklagten in großangelegter Weise Personal-Computer, Zubehör, Drucker und andere Geräte bei Großhändlern anzukaufen, aber diese Rechnungen nie zu bezahlen. Allein ein Nürtinger Lieferant wurde um knapp 20 000 Euro betrogen. Manche Firmen kamen wegen der unbezahlten Rechnungen in ernste finanzielle Schwierigkeiten, wie die Staatsanwältin feststellte. Die Ware wurde dann an Kunden weiter verkauft, teilweise unter dem Beschaffungspreis, wie das Gericht feststellte.

Insgesamt 17 solcher Betrugstaten konnte man dem 27-Jährigen jetzt nachweisen, wobei er angesichts der Beweislage auch freimütig die Vorwürfe zugab. Die bei den beiden mitangeklagten ehemaligen Partnern angenommene Betrugsbeihilfe in sieben, beziehungsweise fünf Fällen sahen deren Verteidiger allerdings nicht als Straftat an und forderten Freisprüche, obwohl die Anklägerin Haftstrafen von einem bis eineinhalb Jahren beantragt hatte.

Doch die Richter entschieden anders, und verknackten auch diese beiden 25- und 26-jährigen Männer aus Kirchheim wegen der Betrugsbeihilfe zu einmal 15 und einmal 12 Monate Haft, allerdings auf Bewährung. Vier Jahre Haft hingegen hatte die Staatsanwältin gegen den 27-jährigen Haupttäter beantragt und gleich den Vollzug eines Haftbefehls, während der Verteidiger hier ebenfalls auf eine Bewährungsstrafe pochte. Die Richter verurteilten ihn zu drei Jahren und acht Monaten, wobei hier noch frühere Urteile des Amtsgerichts Kirchheim mit einbezogen wurden. Den beantragten Vollzug eines Haftbefehls lehnte das Gericht ab, sodass der Ex-Computerhändler nun freiwillig in das Gefängnis geht, wenn er dazu die amtliche Ladung bekommt.

wic