Lokales

Hallenbadschließungen sind ein Ärgernis

Kürzlich tagten die Retter der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Bezirk Esslingen in Esslingen. Im voll besetzten Saal der Gaststätte Waldheim im Esslinger Stadtteil Zollberg konnte der Bezirksvorsitzende Stefan Häfele die Delegierten aus den 14 Ortsgruppen im Landkreis begrüßen.

KREIS ESSLINGEN Auch der neu gewählte Präsident Bruno Bietz (Stuttgart) und der Justiziar Alf Andrews des DLRG-Landesverbandes waren zu dieser wichtigen Bezirkstagung gekommen.

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Die Delegierten hörten die Berichte des Vorsitzenden Stefan Häfele, des Technischen Leiters, des Leiters der Öffentlichkeitsarbeit und der Jugendleiterin. Die Schatzmeisterin Sybille Bender stellte umfassend den Kassenbericht und den Haushaltsplan für das Jahr 2005 vor.

Neben der Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung gehört der Wasserrettungsdienst zu den Kernaufgaben der DLRG. Dies wurde auch bei den Finanzen sichtbar. Die Kasse der DLRG im Landkreis ist insbesondere durch Ausgaben für Mieten, den Unterhalt der Einsatzfahrzeuge und Rettungsgeräte für den Wasserrettungsdienst geprägt. Dabei sind die freiwilligen Rettungsschwimmer, -taucher, Bootsführer und Sanitäter ausschließlich ehrenamtlich tätig. Kosten für die Lebensretter fallen somit nicht an.

Leider gehen, so Stefan Häfele, trotz ständig zunehmender Anforderungen die Zuschüsse der Gemeinden, des Kreises und des Landes immer weiter zurück. Diese Problematik ist auch Landesverbandspräsident Bruno Bietz und seinem Justiziar Alf Andrews bestens bekannt. Andere Bezirke kämpfen ebenfalls mit dieser unsicheren Finanzsituation. Eine Verbesserung der Finanzlage ist nicht in Sicht, obwohl Politiker aller Parteien stets betonen, dass das Ehrenamt für die Gesellschaft unverzichtbar ist. Wenn es aber um konkrete Taten beziehungsweise finanzielle Zuwendungen geht, tut man sich sehr schwer.

Zur Situation im Mitgliederbereich berichtete Bernhard Lohr über einen erneuten Rückgang. So sank die Zahl der Mitglieder im vergangenen Jahr von 3964 auf nun 3897. Die DLRG zählt damit im Kreis Esslingen immer noch zu einer der größten gemeinnützigen Organisationen. Die Ursache im neuerlichen Rückgang liege, so Lohr, keinesfalls an der Attraktivität des umfangreichen Angebotes der DLRG. So werden die vielfältigen Kurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mehr denn je nachgefragt.

Neben Lohr führte auch Landesverbandspräsident Bietz den Rückgang neben demografischen Entwicklungen insbesondere auf die Schließung von Hallenbädern durch verschiedene Kommunen im Landkreis Esslingen zurück. Geschlossene Hallenbäder entziehen der DLRG die Grundlage. Dies werde sich auch an steigenden Ertrinkungszahlen zeigen, erläuterte Bietz.

Bedeutsam war die turnusgemäße Wahl des Bezirksvorstandes. Alter und neuer Bezirksvorsitzender ist Stefan Häfele (Berkheim). Ihm zur Seite steht Gerhard Trelenberg (Bernhausen) als Stellvertreter. Als Schatzmeisterin wurde Sybille Bender (Bernhausen) wieder gewählt, ihre Stellvertreterin ist Annette Metzger (Denkendorf/Nellingen). Die Technische Leitung wurde vollständig neu besetzt. Sie besteht jetzt aus Bastian Sturm (Aichtal), Martin Plotzki (Nürtingen) und Sven Peters (Bernhausen). Dr. med. Eberhard Jörg (Denkendorf/Nellingen) steht auch weiterhin der DLRG als Arzt zur Verfügung. Bernhard Lohr (Berkheim) zeichnet wiederum während der nächsten Wahlperiode für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Armin Herdtle (Berkheim), Tobias Wiessinger (Altbach), Karen Hackenberg (Bernhausen) und Dr. Martin Kohler (Nürtingen) gewannen die Wahl der Beisitzer. Harald Weber (Ruit) wurde zum Schriftführer gewählt. Für die Leitung der Jugend berufen wurden durch die DLRG-Jugendtagung Pia Koßler (Esslingen) und Jutta Mayer (Denkendorf/Nellingen).

Die neue Vorstandschaft versprach, die in Angriff genommenen Ziele der letzten Jahre weiter zu verfolgen.

Tipps und Informationen zum Thema "Schwimmen lernen Retten können", können bei der Geschäftsstelle des DLRG-Bezirks Esslingen unter 07 11/44 00 96 10, jeder DLRG-Ortsgruppe oder auch im Internet unter www.bez-esslingen.dlrg.de abgerufen werden.

Der Wasserrettungsdienst der DLRG ist rund um die Uhr unter der einheitlichen Rufnummer des Rettungsdienstes 1 92 22 (ohne Vorwahl) erreichbar.

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