Lokales

Hand in Hand für Erhalt des Torfmoors gearbeitet

Naturschutz lebt nicht von Lippenbekenntnissen. Getreu diesem Motto packten am Samstag fast 80 Helfer im "Schopflocher Moor" mit an. Das Naturschutzzentrum Schopflocher Alb, das Regierungspräsidium Stuttgart sowie der Schwäbische Albverein hatten gemeinsam zum Landschaftspflegetag auf die Alb eingeladen.

ANKE KIRSAMMER

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LENNINGEN Dass das Naturschutzzentrum seit 1996 einmal im Jahr freiwillige Helfer zur Mitarbeit in einem der von ihm betreuten Naturschutzgebiete zum Arbeitseinsatz aufruft, ist bereits seit 1996 gang und gäbe. Neu in diesem Jahr war, den Schwäbischen Albverein als Veranstalter ins Boot zu holen. Der Grund: Große Teile des rund 50 Hektar großen Schopflocher Torfmoors sind im Besitz von Albverein und 1983 gegründeter Torfmoor Schopfloch Stiftung. Vor 63 Jahren unter Naturschutz gestellt, präsentiert sich das einzige Hochmoor der Schwäbischen Alb dank Pflege, Unterhalt und Wiedervernässung insbesondere durch die beiden Organisationen in seiner heutigen Form.

Entwässerung und Torfabbau hatten seit dem Ende des 18. Jahrhunderts einen Großteil des einstigen Hochmoors zerstört. "Ohne die vielfältigen Anstrengungen wäre das Moor heute Wald" , machte Reinhard Wolf, Referatsleiter für Naturschutz und Landschaftspflege im Regierungspräsidium und Vizepräsident des Albvereins deutlich. Liefen die Wege früher kreuz und quer durchs Moor, so lenkt heute ein in den siebziger Jahren angelegter, inzwischen auch rollstuhlgerechter Bohlensteg, die Besucher. Und noch immer gibt es viel zu tun, wie der 1997 im Auftrag des Referats Naturschutz und Landschaftspflege im Regierungspräsidium Stuttgart aufgestellte Pflege- und Entwicklungsplan zeigt: Weil der Wasserspiegel sinkt, drohen die letzten Reste der einst typischen Streuwiesen vollends zuzuwachsen. Sorge bereiten dem Naturschutz neben dem Austrocknen auch die Zunahme des Waldes. Um die Landschaft weiterhin offen zu halten, war in den vergangenen Tagen bereits ein Pflegetrupp des Albvereins mit Motorsägen im Moor unterwegs.

Aufgabe der Helfer am Samstag war, im südlichen Teil eine zugewachsene ehemalige Streuwiese von bereits am Boden liegendem Gestrüpp zu befreien und das Schnittgut zu verbrennen auch, damit sich gefährdete Tier- und Pflanzenarten wieder heimisch fühlen.

Zuvor hatte Landrat Heinz Eininger auf die Bedeutung solcher Einsätze hingewiesen. "Natur- und Landschaftsschutz finden nicht nur in Verordnungen ihren Niederschlag. Sie brauchen auch das bürgerschaftliche Engagement." Beispielhaft arbeiteten in dem Naturdenkmal Naturschutz, Landkreis, Albverein, Stiftung, der Verein für Naherholung und die örtliche Landwirtschaft Hand in Hand. Der Kreisverwaltungschef selbst griff anschließend allerdings nicht zu Astschere, Säge oder Gabel, weil andere Verpflichtungen auf dem Krautfest in Leinfelden-Echterdingen und beim Tag der offenen Tür an der Rohräckerschule in Esslingen-Berkheim riefen.

Als Vertreter der Markung war Lenningens Bürgermeister Michael Schlecht ans Otto-Hoffmeister-Haus gekommen. Er freute sich, dass der Albverein so viele Helfer mobilisieren konnte. Allein in Lenningen hat der Verein vier Ortsgruppen.

Die Kosten für Pflegeeinsatz und Vesper hatte das Regierungspräsidium Stuttgart übernommen. Erstmals gab es nach getaner Arbeit ein buntes Begleitprogramm. Heinz Dangel, Vorsitzender der Torfmoor-Stiftung, beleuchtete die Geschichte des Naturschutzgebiets. Interessenten konnten sich außerdem einer Führung durchs Naturschutzzentrum oder Exkursionen durchs Moor anschließen.