Lokales

Hand in Hand gegen Gewalt

Christen und Muslime rufen am Samstag, 31. Januar, zur Teilnahme an einer Menschenkette auf

Mit einer Menschenkette wollen Christen und Muslime am Samstag, 31. Januar, zeigen, was sie miteinander verbindet und wofür sie gemeinsam einstehen wollen: für freie Meinungsäußerung und ­Gewaltlosigkeit, für demokratische Werte, für gegenseitigen Respekt und die Achtsamkeit im Umgang miteinander.

Muslime und Christen im Gespräch (von links) in der Moschee: Mustafa Aydogdu, Vorstandsmitglied der Sultan-Ahmet-Moschee, Martin
Muslime und Christen im Gespräch (von links) in der Moschee: Mustafa Aydogdu, Vorstandsmitglied der Sultan-Ahmet-Moschee, Martin Lempp, Schulsozialarbeiter, Frida Rothe, Islam-Beauftragte des Kirchenbezirks und Pfarrerin in Gutenberg und Schopfloch, Willi Kamphausen, Mitglied im Integrationsausschuss der Stadt Kirchheim, Halit Açikel, Imam, und Yakub Kambir, Vorsitzender der Sultan-Ahmet-Moschee in Kirchheim.Foto: Deniz Calagan

Kirchheim. Die Menschenkette, bei der sich am Samstag, 31. Januar, Menschen zwischen Martinskirche und Sultan-Ahmet-Moschee die Hände reichen wollen, ist Teil eines christlich-muslimischen Dialogs, der in Kirchheim Tradition hat. „Wir haben hier seit Jahren und Jahrzehnten einen guten Blick von Muslimen zu Christen und andersherum“, sagt Willi Kamphausen, Mitglied des Integrationsausschusses der Stadt Kirchheim, bei einem Gespräch in der Sultan-Ahmet-Moschee. Dieser Dialog findet in vielen Kreisen und bei Veranstaltungen (siehe Infokasten) statt, die so zahlreich sind, dass man sie nicht alle erwähnen kann.

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Ein Highlight ist sicherlich das Fastenessen auf dem Kirchheimer Marktplatz, das seit 2013 stattfindet und das im vergangenen Jahr 1 200 Menschen zusammenbrachte. Grußworte der Christen zu Ramadan in der Moschee und Grußworte der Muslime zu Weihnachten in der Kirche zeugen von Respekt vor der Religion der anderen. Muslime und Christen arbeiten im Integrationsausschuss der Stadt Kirchheim mit. Im neuen Bürgerpark in Kirchheim hat jede Religionsgemeinschaft einen Baum gepflanzt, entstanden ist ein „Hain der Kulturen“. Und der Imam besucht im Kirchheimer Krankenhaus ebenso selbstverständlich Patienten wie es christliche Seelsorger tun.

Der Knackpunkt seien die persönlichen Begegnungen, sagt Willi Kamphausen, und ergänzt: „Wir haben hier in Kirchheim die Möglichkeit, uns zu begegnen und gemeinsam etwas zu tun“. Gemeinsam etwas tun – das war laut Yakub Kambir, Vorsitzender der Sultan-Ahmet-Moschee auch das Geheimnis des Erfolgs der „72-Stunden-Aktion“, bei der die Katholische Jugend, Jugendliche der Einrichtung KIZ und Teenager aus der Sultan-Ahmet-Moschee gemeinsam den Garten der Moschee gestaltet haben. „Wir hatten ein gemeinsames Ziel. Das schweißt zusammen“, so Kambir, der die Aktion unbedingt wiederholen möchte. Die Menschenkette war eine Idee von Mustafa Aydogdu, Vorstandsmitglied der Moschee. Damit soll ein Zeichen gesetzt werden: Für Toleranz trotz aller Unterschiede, für ein gutes, respektvolles Zusammenleben in Kirchheim und gegen jegliche Gewalt.

Am Samstag, 31. Januar, wird eine Menschenkette zwischen Martinskirche und Sultan-Ahmet-Moschee gebildet. Treffpunkt ist um 10.15 Uhr vor der Martinskirche. Um 10.30 Uhr stellen sich die Teilnehmer zur Menschenkette auf, um 11 Uhr wird die Menschenkette geschlossen und für fünf Minuten gehalten. Ab 11.30 Uhr findet vor dem Kirchheimer Rathaus eine Kundgebung statt. Redner sind Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker für die Stadt, Yakub Kambir als moslemischer und Reinhold Jochim als christlicher Vertreter des Gesprächskreises. Alle Bürger sind zur Teilnahme aufgerufen. Veranstalter sind der Gesprächskreis und die Stadt.

Christlich-muslimischer Dialog: Neue Teilnehmer sind willkommen

Am Mittwoch, 28. Januar, um 20  Uhr beginnt der nächste Christlich-islamische Gesprächskreis. Das Thema lautet: „Die positive Kraft der Religionen“. Treffpunkt ist die Christus-Kirche (Gaiserplatz), Ernst-Traub-Gemeindehaus. Der deutsch-türkische Frauentreff geht am Donnerstag, 12.  März, in die nächste Runde. Thema der Veranstaltung ist: „Deutsche und türkische Gerichte“. Los geht‘s um 17.30 Uhr in der Familien-Bildungsstätte Kirchheim im Vogthaus, Widerholtstraße 4. Jeweils montags, am 2. Februar und 2. März, ist Internationaler Männertreff im TRIB in Ötlingen. Beginn ist um 20 Uhr. Mehr Informationen gibt es unter der Telefonnummer 0 70 21/48 89 60. Am Samstag, 28. März, um 19.30 Uhr spielt die interkulturelle Theater-Gruppe „Wilde Schwestern“ bei der Frauenkulturnacht in der Aula der Alleenschule. Die Sultan-Ahmet-Moschee führt Besucher durch ihre Räume. Terminabsprachen mit Ahmet Gücyeter sind per E-Mail an a.guecyeter@ditib-kirchheim.de möglich.adö