Lokales

Handliche Pakete schnüren

Ab dem neuen Jahr ist Wirtschaftsförderer Markus Grupp nicht mehr allein. Der Landkreis stellt ihm einen "Tourismusmanager" an die Seite. Dazu konnte sich nach drei Anläufen der Kreistagsausschuss für Technik und Umwelt durchringen.

RICHARD UMSTADT

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ESSLINGEN Viele Städte und Gemeinden kennen ihre touristischen Vorzüge und stellen sie auch mehr oder weniger werbewirksam dar. Dabei sagen sich jedoch nicht wenige, eigener Herd ist Goldes wert und kochen ihr Süppchen selbst. Landrat Heinz Eininger konnte davon ein Lied singen von wegen freiwilliger Zusammenarbeit. Als er bei den Großen Kreisstädten und auf Tourismus ausgerichteten Gemeinden anklopfte, sich am neuen Merian-Heft finanziell zu beteiligen, musste er ernüchtert feststellen, dass das Echo nicht sehr groß war.

Wer damals allerdings in gut schwäbischer Manier sagte: "Mir gebat nix", und deshalb auch nicht in dem attraktiven Bändchen vorgestellt wurde, habe dies nach dem erfolgreichen Erscheinen des Heftes im Spätsommer sehr bedauert. "Bis jetzt wurden bereits 13 000 verkauft", freute sich der Landrat.

Für den Kreisverwaltungschef wie für seinen Stellvertreter, Matthias Berg, ging es darum, das "Sammelsurium von Einzelaktivitäten" zu einem handlichen Paket zu schnüren. Ziel- und passgenau könne so den Tourismusverbänden nach Themenbereichen zusammengefasst Angebote an die Hand gegeben werden, mit denen sie "nach draußen gehen" können.

Dabei appellierte Landrat Heinz Eininger an die Mitglieder des Technischen Ausschusses, endlich in die Gänge zu kommen. "Wenn wir die Chancen nutzen wollen, die sich uns jetzt angesichts der Neuen Messe und des Biosphärengebiets bieten, sollten wir nicht mehr lange zuwarten", warb Heinz Eininger für die auf drei Jahre befristete Stelle des Tourismusförderers.

Dieser Auffassung der Verwaltung schlossen sich vor allem die CDU, SPD und die Grünen im Ausschussrund an. Letzten Endes stimmten auch die Freien Wähler zu, für drei Jahre einen Tourismusförderer einzustellen. Sie hätten es viel lieber gesehen, "die kommunalen Akteure mit ins Boot zu holen" und zudem "externen Sachverstand einzukaufen", bevor der Landkreis eine Dreijahresgeschichte ausschreibt. Allein, ihr Antrag scheiterte ebenso an der Gremiumsmehrheit wie der der Republikaner, die ebenfalls für ein "externes Fachbüro" plädiert hatten, "das die Schwachstellen abklopft".

Der beim Wirtschaftsförderer Markus Grupp angesiedelte "Tourismusmanager" kostet den Landkreis jährlich schätzungsweise 60 000 Euro plus 20 000 Euro für Sachmittel.