Lokales

Handwerk kann davon profitieren

Nach zähem Ringen mit der Landesregierung ist es der SPD-Landtagsfraktion gemeinsam mit dem Handwerk und den Kommunen gelungen, die Vergabe öffentlicher Bauaufträge zu vereinfachen.

REGION Zukünftig können die Städte und Gemeinden ihre Aufträge ohne Probleme bis zu einem Wert von 20 000 Euro freihändig vergeben. Bis 75 000 Euro sind beschränkte Ausschreibungen möglich, bei denen die Kommunen gezielt Angebote einzelner weniger Anbieter einholen lassen können.

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Damit haben die Kommunen mehr Spielraum bei der Vergabe ihrer Aufträge an Unternehmen aus der Region und müssen nicht schon bei niedrigen Werten auf das aufwendigere Verfahren der öffentlichen Ausschreibung zurückgreifen. Mit diesem Ergebnis, das einen Kompromiss darstellt, sei man zwar nicht voll zufrieden, immerhin sei jedoch eine Verdopplung der bisherigen Wertgrenzenhöhen erreicht worden, so die Kirchheimer SPD-Landtagsabgeordnete Carla Bregenzer. Die Kommunen im Wahlkreis fordert Carla Bregenzer jetzt auf, diese Wertgrenzen voll auszuschöpfen, um das heimische Handwerk und den Mittelstand von der Neuregelung profitieren zu lassen.

In Gesprächen zwischen der Kreishandwerkerschaft und den SPD-Landtagsabgeordneten des Kreises Esslingen im Herbst letzten Jahres, gab es in dieser Position große Übereinstimmung. "Wenn den Handwerkern und dem Mittelstand in der Region mehr öffentliche Aufträge zukommen, dann bleiben gute Arbeits- und Ausbildungsplätze erhalten und entstehen neue", so Bregenzer. Dass die Gemeinden und Städte nun gehalten sind, die neuen Wertgrenzen voll auszunutzen, ergebe sich laut Bregenzer auch aus der Tatsache, dass selbst mit den neuen, höheren Wertgrenzen Baden-Württemberg im Bundesländervergleich noch immer zu den Schlusslichtern gehöre. So profitiert das bayerische Handwerk bei Weitem mehr von öffentlichen Aufträgen bayerischer Kommunen, da dort die Wertgrenzen um ein Vielfaches höher liegen als in Baden-Württemberg. Vor diesem Hintergrund versprach Bregenzer an die Adresse des Handwerks im Kreis Esslingen gerichtet, dass die SPD-Landtagsfraktion weiter an diesem Thema dranbleiben und dafür kämpfen werde, dass dem ersten Schritt der Landesregierung weitere Schritte hin zu Wertgrenzen auf bayerischem Niveau folgen werden.

pm