Lokales

Hauptamt bleibt vorerst erhalten

Nabern soll noch einmal einen hauptamtlichen Ortsvorsteher bekommen. Dessen Nachfolger aber könnte bereits zum ersten ehrenamtlichen Ortsvorsteher Naberns werden. So zumindest interpretierte der Kirchheimer Gemeinderat die Ergebnisse des Vermittlungsausschusses.

ANDREAS VOLZKIRCHHEIM Seit Nicolas Fink sein Amt als Bürgermeister in Aichwald angetreten hat, klafft in Nabern eine Lücke: Zum einen hat ein kompetenter Verwaltungsfachmann den Kirchheimer Ortsteil verlassen. Zum anderen stand es auf der Kippe, ob er überhaupt einen hauptamtlichen Nachfolger erhalten wird, der den überwiegenden Teil seiner Arbeitszeit den Amtsgeschäften vor Ort widmen kann. Dem Naberner Ortschaftsrat wäre es am liebsten gewesen, den Status quo zu erhalten. Das hätte bedeutet, erneut eine Vollzeitstelle auszuschreiben. Der neue Stelleninhaber wäre wieder zu 75 Prozent in der Ortschaftsverwaltung tätig gewesen und zu 25 Prozent in der Kirchheimer Kernverwaltung.

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Der Gemeinderat war im September aber mehrheitlich dem Vorschlag der Stadtverwaltung gefolgt und hatte sich für einen gemeinsamen Ortsvorsteher in Jesingen und Nabern ausgesprochen. Jeweils die Hälfte seiner Arbeitskraft hätte der "doppelte" Ortsvorsteher dann für jeden der beiden Ortsteile zur Verfügung gehabt. Weil sich aber weder der Jesinger noch der Naberner Ortschaftsrat mit diesem Vorschlag anfreunden wollte, mussten Vermittlungsausschüsse einberufen werden.

Deren Ergebnisse stellte Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker nun im Gemeinderat vor: Demnach soll die Stelle für Nabern wieder ausgeschrieben werden, mit leicht geändertem Aufgabenbereich: 70 Prozent als hauptamtlicher Ortsvorsteher und 30 Prozent Beschäftigung in der Kernverwaltung. Außerdem soll sich im kommenden Jahr ein Arbeitsausschuss mit der Zukunft beschäftigen. Gegenstand der Verhandlungen so heißt es im Beschluss, den der Gemeinderat einstimmig bestätigt hat seien "die Umwandlung der Ortschaftsverwaltung in eine Servicestelle, die Umwandlung des hauptamtlichen Ortsvorstehers in einen ehrenamtlichen Ortsvorsteher und die Erweiterung der Kompetenzen des Ortschaftsrates".

Genau wie im Vermittlungsausschuss werden auch im Arbeitsausschuss je drei Vertreter von Ortschafts- und Gemeinderat sitzen. Hinzu kommen die Oberbürgermeisterin und der Ortsvorsteher. Frühestens im Herbst 2007 soll ein Konzept vorgestellt werden im Rahmen einer Bürgerversammlung. Auch in Jesingen wird ein vergleichbarer Arbeitsausschuss zusammentreten. Er befasst sich jedoch mit den pauschaler gehaltenen Themen "Ortschaftsverwaltung, Ortsvorsteher, Kompetenzen des Ortschaftsrates" sowie "finanzielle Auswirkungen möglicher Strukturänderungen". Entscheidend für die Jesinger dürfte der folgende Bestandteil des Beschlusses sein: "Der hauptamtliche Ortsvorsteher in Jesingen bleibt in der bisherigen Form derzeit erhalten."

Die Gemeinderatsmitglieder begrüßten die Entwicklung einhellig und bezeichneten es als einen "Schritt in die richtige Richtung", dass in den beiden Vermittlungsausschüssen auch bisherige "Tabu-Themen" zur Sprache kommen konnten. Andreas Schwarz, der Fraktionsvorsitzende der Grünen Alternative, betonte, dass weder eine Servicestelle noch ein ehrenamtlicher Ortsvorsteher einen Qualitätsverlust für die Naberner Bürgerschaft bedeuten würden. Außerdem rechnete er anhand der durchschnittlichen Verweildauer eines Ortsvorstehers in Nabern aus, dass die umfassende Strukturveränderung bereits im Jahr 2011 vor sich gehen könnte.

Sein CDU-Kollege Helmut Kapp legte im Interesse der Naberner aber großen Wert auf die Feststellung, dass die Verhandlungen im Arbeitsausschuss "ergebnisoffen" zu führen seien. Wenn nämlich ohnehin schon feststehe, dass es künftig nur noch einen ehrenamtlichen Ortsvorsteher geben solle, müsse man ja lediglich den genauen Zeitpunkt festlegen "und dazu würden wir keinen Arbeitsausschuss brauchen".