Lokales

Hauptschulen sollen gestärkt werden

Unter Vorsitz von Landrat Heinz Eininger diskutierten die Teilnehmer des Runden Tisches zur Ausbildungsplatzsituation im Landkreis Esslingen in der John-F.-Kennedy-Schule über die Möglichkeiten, die Vermittlung von Schulabgängern in Ausbildungsplätze zu optimieren.

KREIS ESSLINGEN Erschwert wird die Situation durch die nach wie vor auseinander gehende Schere von Ausbildungsplätzen und -bewerbern. Der Agentur für Arbeit Göppingen wurden bis zum 31. März 4 071 Ausbildungsstellen gemeldet, das sind 473 oder 10,4 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Demgegenüber ist zum März des Vorjahres die Zahl derer, die eine Ausbildungsstelle suchen, mit rund 6 500 nur geringfügig um 1,6 Prozent gesunken. Somit hat sich die Lücke zwischen den gemeldeten Ausbildungsstellen und den Bewerbern um einen Ausbildungsplatz gegenüber dem Vorjahr nochmals vergrößert.

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Von der Agentur für Arbeit war zu hören, dass es zum 30. September vergangenen Jahres im Agenturbezirk 345 unversorgte Bewerber gab, denen 134 offene Stellen gegenüberstanden. Bis zum 31. Dezember 2004 sei es durch erfolgreiches Agieren in Kooperation mit den Kammern und Betrieben gelungen, die Zahl der Unversorgten auf 31 zu reduzieren. "Das Bemühen um eine Steigerung der Ausbildungsplätze bleibt nach wie vor das A und O unserer Arbeit. Genau so wichtig ist aber die Besetzung der offenen Ausbildungsstellen mit geeigneten Bewerbern", erklärte Martin Scheel von der Agentur für Arbeit.

"Um zu besseren Vermittlungsergebnissen zu kommen, gilt unser Hauptaugenmerk den Hauptschulen. Durch verschiedene Aktionen wollen wir die Berufsreife steigern und eine noch höhere Vermittlungsquote erreichen", erklärte Landrat Heinz Eininger. Am 11. Mai findet in Wolfschlugen eine gemeinsam mit dem Kultusministerium und dem Regierungspräsidium organisierte Veranstaltung zur Stärkung der Hauptschulen statt, zu der die Schulleiter eingeladen sind. Hier werden innovative Projekte einzelner Hauptschulen vorgestellt. Zusätzlich wird der bereits in einer früheren Sitzung von Kreisrat Wolfgang Haug vorgeschlagene Wettbewerb "Aus der Hauptschule in den Beruf: Wege Modelle Ideen" in die Tat umgesetzt. Ziel ist es, die Schüler bei der Ausbildungsplatzsuche zu unterstützen. Besonderen Wert wird dabei auf die Elternarbeit gelegt.

Die Wirtschaftsförderung im Esslinger Landratsamt hat für dieses Jahr die Aktion "Betriebsferien 2005" initiiert. Das Projekt bietet Jugendlichen die Möglichkeit, in den Sommerferien Betriebe und Ausbildungsberufe verschiedener Branchen im Landkreis kennen zu lernen. 30 Firmen haben bereits zugesagt, hier mitzuwirken.

Im Verlauf der Diskussion bestand beim "Runden Tisch" Einvernehmen, verstärkt über die Hauptschulen und deren Imageprobleme nachzudenken. Als Chance, die Jugendlichen von nur einem Wunschberuf auch für andere Berufsmöglichkeiten zu interessieren, wurde insbesondere in Gesprächen mit anderen Auszubildenden und deren Erfahrungen im erlernten Beruf gesehen. Von mehreren Teilnehmern wird eine fehlende Berufsreife eines Großteils der Hauptschulabsolventen gesehen. So wurde berichtet, dass rund 80 Prozent der Bewerbungsschreiben völlig unbrauchbar seien und die Ausbildungsbetriebe eher von einer Einstellung abschrecken würden.

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