Lokales

"Haus der Bildung" zeigt sich von seiner besten Seite

Trommelvorführungen und Tanzdarbietungen, Märchenstunde und Gaumenfreuden aller Art wer am Samstag seine Schritte ins Kirchheimer Vogthaus lenkte, lernte die gesamte Angebotspalette im neu eröffneten "Haus der Bildung" kennen. Heitere Atmosphäre prägte das ehrwürdige Gemäuer anlässlich des Tags der offenen Tür.

IRENE STRIFLER

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KIRCHHEIM Wer einfach Atmosphäre schnuppern wollte, ließ sich ganz nach Lust und Laune durch die neu gestalteten Räumlichkeiten treiben. Für die vielen Wissbegierigen unter den Besuchern boten Architekt Siegfried Meissner, Fachingenieur Andreas Kiefer und natürlich der Hausherr persönlich Führungen an.

Strahlend begrüßte FBS-Leiter Christoph Tangl die Gäste fast schon bei Biergartenwetter vor dem Eingang zum Vogthaus, um ihnen das "Filetstück" im gleichnamigen Viertel vorzustellen. Sogleich nutzte er die Chance, in den zwar neuerdings eingezäunten, aber deshalb nicht minder öffentlichen Garten zu laden: "Wenn Sie Lust und Zeit haben kommen Sie einfach herein, nehmen Sie Platz, lesen Sie ein Buch . . ." Bekanntlich war die Entscheidung für die Umzäunung gefallen, um den Bereich für Mütter mit Kleinkindern sicherer zu machen. Auf große Begeisterung stieß bei den Besuchern auch der überdachte Fahrradabstellplatz. Er ist zu später Stunde beleuchtet. Unter seinem Dach soll auch die Bewirtung für so manches Fest stattfinden. Das schöne Areal, vor dem Vogthaus, das früher als Parkplatz diente, ist mittlerweile weitgehend "entblecht", was die FBS-Gäste beifällig zur Kenntnis nahmen.

Im Stiftssaal wurden die Besucherinnen und Besucher von freundlicher Stimmung und angenehmem Licht empfangen, das nicht zuletzt auf die maisgelben Vorhänge zurückzuführen ist. Der erste Stock ist überwiegend Büroräumen gewidmet. Christoph Tangl führte aus, dass einer der beiden Flügel im wesentlichen dem neu hier untergekommenen städtischen Amt für Bildung, Kultur und Sport dient. Außerdem ist dort ein wohltemperierter "Babyraum" angesiedelt. Der andere Trakt im ersten Stock befindet sich ganz im Besitz der FBS-Büros und der Spielgruppen. "Vieles ist alt geblieben, aber manches ist auch ganz neu", kam Tangl auf ein besonders wichtiges Element zu sprechen: den neuen Aufzug. Er erfüllt viele Funktionen. So erleichtert er gehbehinderten Menschen oder auch Eltern mit Kinderwägen den Zugang. Aber auch der Lastentransport ist jetzt für die Mitarbeiter viel einfacher. So manch ein Gast wusste die Dienste des Aufzuges bereits am Tag der offenen Tür zu schätzen.

Im zweiten Obergeschoss empfing die Gäste ein üppiges Angebot an süßen oder auch pikanten beziehungsweise deftigen Spezialitäten. Dort sind die meisten Fachräume angesiedelt. Tangl stellte stolz die neue Küche vor, an der künftig die Freunde guten Essens den Kochlöffel schwingen werden. Zum anschließenden gemeinsamen Verzehr des Mahls lädt ein gemütlicher runder Tisch ein. Weiter existiert ein Nähraum, der praktisch rund um die Uhr ausgelastet ist mit Nähkursen, wie Tangl anmerkte. Außerdem gibt es zwei Miniclub-Bereiche. Dort waren am Samstag die Kleinen eifrig am Werkeln und beschäftigten sich beispielsweise damit, hochkonzentriert bunte Filzwolle in Osterhasenformen zu sticheln. Die Miniclubs gehören zum Herzstück der FBS-Arbeit. Christoph Tangl wies darauf hin, dass hier unter den Müttern viele Freundschaften geschlossen würden, die ein Leben lang hielten. Ein wichtiger Beitrag zum sozialen Gefüge in Zeiten, in denen Kontakte nicht mehr einfach so in der Nachbarschaft wachsen.

Ganz besonders Interessierte unter den Gästen sowie speziell die Technikfreaks warfen auch einen Blick ins Dachgeschoss. Dort ist die neue Heizungstechnik untergebracht, die auch erheblich zur CO2-Reduzierung beiträgt.

Fast hatte man den Eindruck, dass es die Besucher kaum erwarten konnten, auch das Alltagsleben im neuen Haus der Bildung aufzunehmen. Manch einer klemmte sich eines der neuen Programmhefte unter den Arm, inspiriert durch die Darbietungen vielfältiger Gruppen in den schmucken Räumen. Kurzum: Das "Haus der Bildung", das beim Festakt tags zuvor schon den Wirtschaftsminister des Landes beeindruckt hatte, zeigte sich nun vor der Bevölkerung von seiner besten Seite.