Lokales

Haushalt als Werteplan

Grüne Alternative wollen breite Diskussion

Kirchheim. Auf „Gedankenspaziergänge“ nahm Karl-Heinz Schöllkopf von den Grünen Alternativen die Zuhörer in seiner philosophisch ausgelegten Rede mit. Ausgehend von der Frage, warum sich ausgerechnet Geld vermehrt, wenn es geparkt, also angelegt wird, spann er den Bogen zur aktuellen Diskussion über Werte, Geld und Arbeit. Geld sei ein Hilfsmittel, ein Werkzeug, um das alltägliche Leben zu bewältigen, es dürfe aber nicht zum Selbstzweck werden. Nicht zuletzt die aktuelle Renaissance des Denkers Karl Marx zeige: „Der Kapitalismus als Wirtschaftsform steht auf dem Prüfstand.“ Aus der Tatsache, dass das Leben auf Pump immer weiter ausgebaut wurde und Teil der Blase auf dem Geldmarkt sei, forderte er konkret für Kirchheim, Kurs zu halten mit dem Schuldenabbau. Hier unterstützen die Grünen die Vorschläge der Verwaltung.

Auch ökologisch lebe die Gesellschaft bereits auf Pump, gab Karl-Heinz Schöllkopf weiter zu bedenken. Die Finanzmarktkrise sei letztlich eine Folge der sich abzeichnenden Rohstoff- und Ölknappheit. Das ethische Grundprinzip der Lokalen Agenda, nämlich global zu denken und lokal zu handeln, sei daher „das Gebot der Stunde“. Konsequenzen in Kirchheim könnten beispielsweise die Ausrichtung des gesamten Beschaffungswesens nach ethischen Kriterien sein.

Da sich Ökologie und Ökonomie gegenseitig bedingten und Wirtschaft und Wissenschaft sich gegenseitig befruchten müssten, sah Schöllkopf in dieser Zusammenarbeit noch viele Ressourcen. So fragte er das Publikum, was Segelflugzeuge mit Fahrrädern gemeinsam hätten und gab die Antwort umgehend selbst: „Für uns gehören beide zu Kirchheim und beides sind effiziente Maschinen.“ Sie erreichten maximale Leistung bei minimalem Energieaufwand. Er ließ keinen Zweifel daran, dass der Erfolg künftig eher bei Technologien für erneuerbare Energien und Ähnlichem liegen werde als bei „den Dinosauriern der Automobilbranche“.

Von großem Interesse ist für Schöllkopf die Frage, wo eigentlich in Kirchheim die Wertschöpfung stattfinde. Der Haushaltsplan sei im doppelten Sinn ein „Werteplan“. Er solle darstellen, was die Dinge wert seien und wofür der Gemeinderat bereit sei, Geld auszugeben. Er lud zur breiten Diskussion darüber ein, welchen Wert den Dingen wirklich beizumessen sei, etwa dem Kirchheimer Wald. Sei er Sportstätte, Kindergarten oder Grünanlage? Demonstrativ unbeantwortet ließ der Redner auch die Frage, was die Stadt Kirchheim auf dem Geldmarkt wert sein könne.

Konkret wollen die Grünen Alternativen die Schul- und Sportentwicklungsplanung mit der Gewässerentwicklungsplanung verknüpfen und ein „blaues lineares Band der Bewegung entlang den Gewässern“ schaffen. Privates Kapital könne, etwa beim Umgestalten des Stadions, in ein tragfähiges Gesamtkonzept mit eingebunden werden. ist

,,,,,;1. Schulbudgets um 10 % erhöhen

,,,,,;2. 50%-Stelle für Schulsozialarbeit an der Alleenschule

,,,,,;3. 50%-Stelle für Schulsozialarbeit an der Raunerschule

,,,,,;4. Kulturkonzeption entwickeln

,,,,,;5. Fußgängerzone in der Dettinger Straße an Samstagen ausweiten

,,,,,;6. Schulmittagessen für einen Euro

,,,,,;7. Bericht über Wohnungssituation für arme Menschen

,,,,,;8. Konzept für Leihfahrradsystem

,,,,,;9. Zeitplan für flächendeckende Bebauungspläne Rauner und Klosterviertel

,,,,,;10. „Faires Beschaffungswesen“ einführen, Ausschluss von Kinderarbeit

,,,,,;11. „Ökologisches Beschaffungswesen“ einführen mit Berücksichtigung von Umweltmanagementsystemen

,,,,,;12. Soziale Kriterien im öffentlichen Beschaffungswesen

,,,,,;13. Optimierung des Radverkehrs

,,,,,;14. Klimaschutzmaßnahmen, etwa Selbstverpflichtung der Stadt zur Sen­kung von CO2-Emissionen

,,,,,;15. Solarpreis ausschreiben

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