Lokales

"Heimat ist nicht altmodisch"

Bei der Weihnachtsfeier des Kreisverbandes Esslingen der Republikaner in Wendlingen sprach sich der Kreisvorsitzende Ulrich Deuschle für eine Verteidigung der christlich-abendländischen Kultur aus.

WENDLINGEN In seinem Jahresrückblick dankte Deuschle allen, die sich im Landtagswahlkampf aktiv für die Partei und ihre Ideale eingesetzt hätten. Das Ergebnis im Kreis Esslingen sei unter den vorherrschenden Bedingungen respektabel gewesen. In der Zwischenzeit habe man nicht die Hände in den Schoß gelegt oder gar resigniert. Die Partei wolle sich als "soziale Heimatpartei" profilieren und die Sorgen und Nöte der Bürger im Zusammenhang mit der Globalisierung stärker ansprechen.

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Der Begriff "Heimat" sei richtig gesehen nicht altmodisch oder verstaubt. Heimat als angestammter Lebensraum mit seinen kulturellen Wurzeln in den Kirchengemeinden und Vereinen könne eine Schutzfunktion vor allem für die Menschen ausüben, die mit den Anforderungen einer weltweit agierenden Industrie nicht mehr mithalten könnten. Deshalb sei die Förderung des heimischen Handwerks und Mittelstandes mit nichtverlagerbaren Arbeitsplätzen Kernpunkt republikanischer Wirtschaftspolitik. Nur so sei zu erreichen, dass der zunehmende Trend der Auswanderung von Arbeitskräften, 150 000 pro Jahr, gestoppt würde.

Im kulturpolitischen Teil ging Deuschle auf Tendenzen ein, den christlichen Charakter von Weihnachten zu relativieren. Wenn in Schulen oder Kindergärten aus angeblicher Rücksicht auf muslimische Kinder das frohe Fest nicht mehr gefeiert würde, sei dies eine Kapitulation vor dem Islam und seinem Machtanspruch. Dieser treffe auf eine deutsche Gesellschaft, in der die Kräfte des Materialismus und Nihilismus die Oberhand gewonnen hätten. Eine Rückbesinnung auf die eigenen christlich-abendländischen Wurzeln sei Voraussetzung, um die Auseinandersetzung mit dem Islam nicht zu verlieren.

Als positives Zeichen bewertete Deuschle, dass die Bürger bei der Fußball-WM ein unbefangeneres Verhältnis zu ihrer Identität gewonnen hätten. Die Fahne Schwarz-Rot-Gold wurde als Symbol eines gemeinschaftsbildenden Nationalbewusstseins gesehen. Dadurch wurde auch die in manchen Kreisen vorherrschende Miesmacherstimmung gedreht und von den Bürgern selbst ein wichtiger Beitrag zu einer wirtschaftlichen Erholung geleistet.

Umso unverständlicher sei, dass der Kreistag in Esslingen nicht dem Antrag der Republikaner gefolgt sei, die Amtsgebäuden des Landkreises sowohl mit der Deutschland- als auch mit der baden-württembergischen Landesfahne zu beflaggen. Deuschle machte klar, dass dies aber nicht an Landrat Eininger oder dessen Verwaltung gelegen habe. Dort hätte man konstruktiv eine Lösung gesucht.

pm