Lokales

Helfer der Bergwacht stehen Kopf

KREIS ESSLINGEN Mit von der Partie waren zahlreiche Mitarbeiter der Firma DaimlerChrysler; sie nutzten im Rahmen eines gemeinsamen Pilotprojektes die Gelegenheit, um ihre Kenntnisse in Sachen Erste Hilfe aufzufrischen. Damit die Angestellten und Einsatzkräfte die Bergung von Verletzten möglichst realistisch üben konnten, stellte die Firma einen Spezialwagen für Übungszwecke zur Verfügung.

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Vor allem zur Ruhe und Umsicht ermahnte Fahrsicherheitsexperte Rolf Kälberer die Kursteilnehmer, wenn sie an einen Unfallort kommen: "Es ist niemandem geholfen, wenn man in Panik verfällt." Angst davor, etwas falsch zu machen, sollte niemand haben: "Belangt werden kann nicht der, der unbeabsichtigt etwas Verkehrtes macht, sondern derjenige, der nicht Hilfe leistet."


Auch wenn der Schock oft groß ist, sollte zunächst alles getan werden, um Verletzte zu versorgen und um sie in Sicherheit zu bringen. Erste und wichtigste Regel dabei sei die Ansprache der verunglückten Personen, so Kälberer. Nach der Bergung und Erstversorgung gilt es, den Rettungsdienst zu alarmieren. Kälberer: "Hier haben viele ihre Probleme, da sie ihren genauen Standort nicht kennen oder die Unfallstelle nicht beschreiben können." Die Kilometerangabe am Straßenrand erleichtere in solchen Fällen den Einsatzkräften die Orientierung.


Während die Übungsteilnehmer alles über die Wiederbelebung, stabile Seitenlage und Stillung von Blutungen erfuhren und sich von fachkundigen Ausbildern die lebensrettenden Handgriffe zeigen ließen, übten die Einsatzkräfte die Bergung von Verletzten aus einem geschlossenen Fahrzeug. Die Übung hatte auch einen reellen Hintergrund: Erst vor einigen Wochen mussten die Helfer einen Verletzten aus seinem Wagen retten. "Wir wollen vor allem mehr Sicherheit und Routine gewinnen," erklärte Frank Himmelein, Bereitschaftsleiter der DRK-Bergwacht Esslingen. Nach der theoretischen Unterweisung folgte der Praxistest: Auf Knopfdruck schwenkte die Trainings-Limousine um 180 Grad; die Fahrzeuginsassen standen quasi auf dem Kopf, lediglich der Sicherheitsgurt hielt sie im Sitz. Vorsichtig öffneten die Helfer die Fahrzeugtür und sprachen wie sie es gerade gelernt hatten die "Verletzten" an. Mit dem Kopf voraus krabbelte Frank Himmelein in das Fahrzeug, stützte mit seinem Rücken den Insassen ab und stemmte sich mit den Füßen an der Fahrzeugdecke ab, damit der Verunglückte möglichst schonend geborgen werden konnte.


Das Pilotprojekt mit den Helfern der Berwacht und Firmenangehörigen soll im nächsten Jahr fortgesetzt werden.