Lokales

Herbe Schönheit erkundet

Bei schönstem Spätsommerwetter konnten die Mitglieder des Zither- und Akkordeonvereins Kirchheim (ZAV) auf ihrem Tagesausflug die herbe Schönheit der Ostalb zwischen Aalen und Giengen an der Brenz genießen.

KIRCHHEIM Bereits auf der Fahrt erläuterte der Vorsitzende Holger Reusch die geologische Entstehungsgeschichte Europas, der Alpen und schließlich der Schwäbischen Alb so lebendig und anschaulich, als wäre er dabei gewesen.

Anzeige

Erste Station der Fahrt war das Besucherbergwerk "Tiefer Stollen" in Wasseralfingen bei Aalen, in dem einst Eisenerz abgebaut worden war. Mit orangenen Umhängen und weißen Helmen ausgestattet, fuhr die Gruppe mit der Bahn in den Stollen unter dem Braunenberg ein. Bei elf Grad und 98 Prozent Luftfeuchtigkeit gab es in der auch für Asthmatiker sehr gesunden Luft Interessantes über die 500-jährige Bergbautradition zu lernen.

Die Mittagspause verbrachten die Ausflügler in Aalen, und da diese Stadt einst an der Grenze des Römischen Reiches gelegen und die Römer zahlreiche Spuren hinterlassen hatten, bot sich hier der Besuch des Limesmuseums an. Gut gestärkt wurde die Fahrt fortgesetzt durch das "geköpfte Urstromtal", wie Hobby-Geologe Holger Reusch erläuterte, durch das vor 20 Millionen Jahren die Urbrenz ins Molasse-Meer des Tertiär strömte und durch das heute Kocher und Brenz in entgegengesetzter Richtung fließen. Kurz hinter der sich quer durch das Tal ziehenden Europäischen Wasserscheide machte die Gruppe einen Zwischenhalt am Ursprung der Brenz, dem Brenztopf, der mit einer mittleren Schüttung von 1200 Litern pro Sekunde zu den größten und schönsten Quelltöpfen der Schwäbischen Alb zählt.

Weiter ging die Fahrt nach Giengen an der Brenz, dem Geburtsort des legendären Teddybären, der seinen Namen dem amerikanischen Präsidenten Theodore "Teddy" Roosevelt verdankt. Im dortigen Steiff-Museum konnten die Ausflügler verschiedene nostalgische und neue Stofftiere und Bären bestaunen und sich in einem Film über die Produktion der auch heute noch handgearbeiteten Tiere informieren.

Als nächstes war eine Wanderung angesagt von Eselsburg durch das Eselsburger Tal nach Herbrechtingen. Ein berühmter Besichtigungspunkt in dem wildromantischen Tal mit seinen Wacholderheiden und den felsgesäumten Hängen aus Weißem Jura sind die beiden Felsnadeln "Steinerne Jungfrauen". Den Abend ließ die Gruppe bei gutbürgerlicher Kost und handgemachter Akkordeonmusik in einem Gasthof in Zell unter Aichelberg ausklingen.

su