Lokales

Herbstkonzert mit Hindernissen

Zum Herbstkonzert hatte der Musikverein Stadtkapelle Owen in die Teckhalle eingeladen. Als Gastkapelle präsentierten die Owener für den zweiten Teil des Konzerts das Städtische Blasorchester Backnang.

OWEN Bravourös meisterte der Owener Dirigent Alexander Weis seine Aufgabe im ersten Teil des Konzerts, obwohl er kurz zuvor noch zur ambulanten Behandlung im Krankenhaus war und sich die Stadtkapelle schon auf ein Konzert unter der Stabführung von Vizedirigentin Daniela Sommerluksch eingestellt hatte. Aber schon bei der "Appalachian Ouverture" zeigte sich, dass trotz der Schmerzmittel, die der Dirigent eingenommen hatte, alles in bester Ordnung war. So konnte man die Indianer- und Cowboymelodien genießen und wurde sogleich an Winnetou-Filme erinnert.

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"Second Suite in F" basiert auf Volksliedern und Tänzen. Die vier 1911 komponierten Sätze brachten die Musiker trotz sehr anspruchsvoller Teile an, aber zu keiner Zeit über ihre Grenzen. Mit "Pilatus Mountain of Dragons" beschreibt Steven Reineke die Sage um einen Drachen auf dem Berg Pilatus in der Schweiz, den eine Gruppe mutiger Kämpfer töten will. Bei diesem zwölfminütigen Klangfeuerwerk stimmte die Stadtkapelle die Zuhörer auf die Lage der wackeren Helden sowie die großartige Berglandschaft am Luganer See ein. "Ross Roy" von Jakob de Haan bildete das letzte Stück der Owener vor der Pause. Es begeisterte dasPublikum mit lockeren Melodien, schönen Soli und fulminantem Volumen. Mit der Zugabe "Stars and Stripes" beendete der Musikverein Stadtkapelle Owen den ersten Teil des Abends.

Wer nach der Pause vom Städtischen Blasorchester Backnang unter der Leitung von Günther Neher eine schwere Kost befürchtete, konnte beruhigt aufatmen. Auf höchstem Niveau und mit perfektem Vortrag überraschten die Gäste das Publikum. Schon bei der "Manhattan Tower Ouverture" war allen klar, dass die Backnanger im Volumen nicht nur mit Owen mithalten konnten, sondern sie sogar noch übertrafen.

"Music for a solemnity" von Arrangeur Jan de Haan beschäftigt sich mit dem kleinen Städtchen Hoogeven. Da die Gemeinde im 17. Jahrhundert keine Kirchenglocke besaß, wurde sonntags mit Hilfe von Trommlern zum Gottesdienst gerufen. Diese Tradition wird auch heute noch trotz Kirchenglocke fortgeführt.

Die Ouvertüre zur Operette "Leichte Kavallerie" von Franz von Suppé war fast jedem Zuhörer bekannt. Wiederum faszinierte das Städtische Blasorchester durch fehlerlose Darbietung. Allein die sieben Hörner der Kapelle sprechen hier für sich. Mit dem Thema des Films "Jenseits von Afrika" überzogen die Backnanger alle mit einem wohligen Schauer. Die bekannte Titelmelodie gilt als eine der schönsten Filmmusiken, die je geschrieben wurde, besonders wenn sie von über 80 Musikern vorgetragen wird.

Mit "Copacabana" von Barry Manilow wurde die Teckhalle in südamerikanisches Flair getaucht. Heiße Rhythmen und ein Hauch von Erotik, Spannung und Hingabe erfüllten den Raum. "Per aspera ad astra" von Ernst Urbach bildete den Abschluss des kurzweiligen Backnanger Programms. Natürlich wurde der stürmische Beifall des Publikums mit zwei weiteren Zugaben belohnt. Ein toller Abend in der Teckhalle, der die Vorfreude auf das nächste Konzert 2005 in der Owener Marienkirche weckt.

js