Lokales

Herrliche Tage auf dem "Rad-Schmetterling" verbracht

Eine viertägige Erlebnistour auf der Frankenhöhe war der Höhepunkt auf dem Veranstaltungskalender der Holzmadener Vereinsradler. Die 35-köpfige Gruppe durfte herrliche Tage inmitten einer reichen Natur- und Kulturlandschaft erleben und die vier Radwanderwege des "Rad-Schmetterlings" mit jeweils gut 70 Kilometern Länge "erfahren".

HOLZMADEN Radobmann Manfred Sorwat konnte einmal mehr seine Radsportgruppe überraschen, indem er mit dem im Landkreis Ansbach liegenden "Rad-Schmetterling" ein bis dahin doch recht unbekanntes Ziel anbot. "Basislager" und Ausgangspunkt war der Landgasthof "Schwarzer Adler" in Gebsattel bei Rothenburg ob der Tauber.

Anzeige

Bei angenehmen Temperaturen wurde am ersten Tag schon vormittags die von intensiver Landwirtschaft geprägte Hügellandschaft durchradelt. Über Diebach und Frommetsfelden erreichte die Gruppe zur späten Mittagszeit die mächtige Burganlage in Colmberg, in deren Innenhof es sich angenehm rasten ließ. Weiter über Windelsbach und Neusitz ging es zum Stadtbummel im malerischen Tauberstädtchen Rothenburg . Mit einem Schlussspurt zum Quartier konnten die Holzmadener gerade noch dem einsetzenden Regen entrinnen. Bei einem gemütlichen Beisammensein präsentierte Reinhard Stumpp Fotos und wichtige Fahrszenen tagesaktuell und sogar "vertont" auf dem Bildschirm.

Der zweite Tag führte die Pedaleure über Dombühl nach Weinberg. Unterwegs erläuterte Wolfgang Güth des Öfteren touristische Ziele und geschichtliche Ereignisse. Weiter über das mittelalterliche Städtchen Leutershausen wurde am Nachmittag in der "Kaffee-Mühle" bei Buch am Wald ein "technischer Halt" eingelegt. Zuvor zeigten Tourführer Gerhard Barner und sein Technikteam, dass sie im Grundsatz jedes technische Problem lösen konnten: Ein Speichenschaden sowie ein "Plattfuß" wurden schnell und fachmännisch behoben.

Abends nahm die Gruppe an einer historischen Führung in Rothenburg ob der Tauber teil. Der stimmgewaltige Nachtwächter verstand es bestens, innerhalb einer Stunde das wichtigste zur Stadtgeschichte zu vermitteln. Recht wort- und bilderreich schilderte er die sanitären Zustände in der Stadt während des Mittelalters. Auch die Belagerung und Plünderung durch Tillys Heer während des 30-jährigen Krieges veranlassten ihn zu seinem Resümee, dass es keine "gute alte Zeit" war.

Eine Fahrt über Wettringen ins "Hohenlohische", bei der unterwegs der Tauber-Ursprung aufgesucht wurde, stand am nächsten Tag auf dem Programm. Über Wallhausen und Schnelldorf erreichten die Radler am Nachmittag Schillingsfürst. Die alte Hohenloheresidenz mit imposanter barocker Schlossanlage birgt mehrere Museen und ist Sitz des bayerischen Jagdfalkenhofes. Die Rast auf der wunderschönen Schlossterrasse bot einen imposanten Ausblick auf das weite Land und Einblick in eine wunderbare Konditoreikarte. Abends präsentierten die Wirtsleute die regionale fränkische Küche von ihrer besten Seite.

Die bunte Teilnehmergruppe, die vom 14-jährigen Jungradler bis zum 70-jährigen Hochleistungssportler reichte, zeigte am letzten Tag echten Sportsgeist: Trotz Regens nahm sie die Schlussetappe zielstrebig in Angriff. Aufkommender Pessimismus wurde teils mit dem Lied "Ich fahr so gerne Rad" bekämpft. Der Lohn war eine baldige Wetterwende und der Besuch der Städte Schrozberg, Blaufelden und Rot am See. In Brettheim machten die Holzmadener an der NS-Gedenkstätte Halt und gedachten der Männer, die sich kurz vor Kriegsende dem Wahn widersetzten und dafür erhängt wurden.

Am Ende konnten die Teilnehmer auf eine wunderbare Gemeinschaftsfahrt zurückblicken, die Gerhard Barner und Manfred Sorwat mühevoll ausgearbeitet hatten.

rs