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"Hier kann man sich austoben"

"Wir haben die Eröffnung immer wieder aufschieben müssen, aber jetzt ist fast alles so, wie es sein soll." Marko Ljubic und Schwager Danijel Horvatic sind zufrieden. Drei Monate lang haben sie renoviert, gebaut, geschraubt, nun ist ihre Kartbahn mit dem Namen F 1 Motodrom eröffnet.

GESA VON LEESEN

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WERNAU Zwei Jahre lang stand das frühere Kartparadies in der Raiffeisenstraße im Gewerbegebiet leer. Ljubic pachtete sie und seit einem knappen Monat dröhnen wieder die Motoren, am Samstag wurde die Bahn mit einem Grillabend offiziell eröffnet. Und zwar ziemlich laut. Auf den 290 Metern der Bahn rasen die kleinen Autos mit bis zu 60 oder 70 Stundenkilometern um scharfe Kurven, die mit roten und gelb gespritzten Autoreifen abgegrenzt und gesichert sind. Es riecht nach Öl, Benzin und Gummi.

Sechs Fahrer sind unterwegs, jeder versucht schneller zu sein als der andere. Vor allem junge Männer lieben die Karts, aber auch einige Mädchen und Kinder mischen mit. "Bei uns dürfen Kinder ab fünf Jahren fahren", sagt Ljubic. "Für die haben wir spezielle Karts, die nicht so schnell sind, beziehungsweise, die wir in der Leistung drosseln." Alle Wagen wurden neu angeschafft: 12 Karts mit 9 PS, zwei davon als Doppelsitzer, 15 kommen mit 6,5 PS auf etwa 40 Stundenkilometer, und die sechs Kinder-Karts verfügen über 5,5 PS. Einer der eifrigsten kleineren Fahrer ist Ljubics Sohn Mario. Der Zehnjährige hat mit sechs Jahren angefangen, Kart zu fahren. Inzwischen nimmt er an Rennen teil, derzeit belegt er bundesweit Platz drei. "Noch vier Rennen habe ich in dieser Saison vor mir", erzählt er, nachdem er den Helm abgenommen hat. Er hofft, seine gute Platzierung bis zum Ende halten zu können.

Ljubic ist froh, wieder eine Kartbahn zu betreiben. Jahrelang konnten Fahrer bei ihm in Reutlingen Runden drehen. "Aber dann ist die Halle dort für ein Einkaufszentrum abgerissen worden. Ich habe dann Kurierfahrer gemacht und als ich hörte, dass hier eine Kartbahn leer steht, habe ich zugeschlagen." Der gelernte Kfz-Mechaniker kam auf den Geschmack, als er vor vielen Jahren für eine Kartbahn gearbeitet hat. Mit seiner Leidenschaft hat er offenbar die gesamte Familie angesteckt. Auch Schwager Danijel Horvatic setzt sich gerne in einen der kleinen Flitzer: "Das macht einfach Spaß, der Lärm, der Geruch. Und man kann sich austoben, darf all das machen, was auf der Straße nicht geht." Den Lärm und den Geruch kann er jetzt täglich genießen als ausgebildeter Restaurantfachmann hat er in Wernau die Gastronomie und die Organisation übernommen.

Die Kartbegeisterten kommen zum Teil aus Reutlingen, Stammkunden von früher. Zwischen 9 und 13 Euro kosten 10 Minuten fahren, für Familien gibt's Rabatt. Aber auch Firmen mieten die Bahn für Betriebsfeiern, erzählt der Besitzer. "Da wird erst gefahren und dann gefeiert", sagt Horvatic. "Betrunken kommt bei uns aber keiner ans Steuer." Schlimme Unfälle hat Ljubic übrigens noch nie erlebt: "Am heftigsten waren mal ein paar geprellte Rippen. Sonst ist immer alles gut gegangen."