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"Hier tut sich ein enormer Markt auf"

Die Kirchheimer Stadthalle ist nicht wiederzuerkennen: Über 50 Dienstleister aus der Gesundheitsbranche präsentieren sich in Halle und Foyer. Überall winkt Beratung, und mancherorts kann der inte-ressierte Besucher gleich selbst aktiv werden. Den Anfang machte gestern Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker, die sich im Rahmen eines Bio-Aging-Tests nach Kräften abstrampelte.

IRENE STRIFLER

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KIRCHHEIM Als Schirmherrin der Omnivita zeigte sich die Oberbürgermeisterin hoch erfreut über den neuen Baustein in Kirchheims Veranstaltungsreigen. Künftig soll die Messe in zweijährigem Turnus stattfinden: "Wir wollen Kirchheim zum regionalen Kompetenzzentrum für Gesundheit, Vitalität und Wellness machen", sagte Matt-Heidecker und bezeichnete diesen Markt als einen wichtigen Wachstumsmotor, der speziell in Baden-Württemberg vieles bewege. Zehn Prozent der Beschäftigten im Ländle seien in diesem Sektor tätig und über 250 Verbände befassten sich mit dem Thema. Faktoren wie der steigende Umsatz an Bioprodukten, die Nachfrage im Pharmabereich und die demografische Entwicklung bestärkten die Schirmherrin in der Meinung: "Hier tut sich ein enormer Markt auf."

Gesundheit, Vitalität und Wellness seien "Begriffe mit einem hohen Stellenwert in der Gesellschaft", betonte die Oberbürgermeisterin. Ohne dem "totalen Jugendwahn" zu verfallen, böten Wellness und Fitness in der Tat eine gute Basis für stabile Gesundheit auch im Alter. Doch auch Menschen mit chronischen Leiden können heute eine entscheidende Verbesserung ihrer Lebensqualität erlangen.

An alle, Gesunde und Kranke, Alte und Junge, richtet sich nicht nur die Messe in der Stadthalle, sondern auch der Vortrags- und Workshopreigen im Spital. In halbstündigem Rhythmus lösen sich dort Fachvorträge ab, und von A wie Arthrose bis Z wie Zertifiziertes Brustzentrum kann sich jeder umfassende Informationen holen. Last not least soll die Vitalwoche ab Montag eine Plattform für Geschäfte und Praxen bieten, sich dem gesundheitsbewussten Verbraucher zu präsentieren.

Erfreut über die große Messebeteiligung gleich beim ersten Mal zeigte sich Rüdiger Schmauder, der die Omnivita gemeinsam mit Jochen Birk, Ernst Haupt und Volkhard Priss nach dem Vorbild der erfolgreichen Göppinger "Vitalis" initiiert hat. Während in der Vergangenheit immer weniger Firmen Messen als Werbeforum genutzt hatten, sei nun eine Trendumkehr mit verschobenen Vorzeichen zu bemerken: "Mega-Messen sind out", erläuterte Schmauder, "die Tendenz geht zu zielgruppenorientierten regionalen Messen". Genau mit diesen Pfunden will die Omnivita wuchern. Keine Frage Messen gehören zu den wichtigen Marketinginstrumenten: "43 Prozent der Bevölkerung holen sich Infos auf Messen", zitierte Schmauder eine Statistik.

Die Gelegenheit zur Information nutzte gestern zunächst die Oberbürgermeisterin beim Rundgang durch die Stände. Ob Fußreflexzonenmassage oder Osteoporose-Beratung, Infos über Naturheilprodukte, Kontaktlinsen oder Hörgeräte . . . etliche Interessenten nahmen im Laufe des Tages ebenfalls die Chance zum Ausprobieren oder Nachfragen wahr oder lauschten den Referaten im Spital.

Bleibt abzuwarten, wie viele Inte-ressenten die Omnivita heute und morgen noch in die Stadt lockt. Die Initiatoren sprachen die Hoffnung aus, dass sich zahlreiche "Ruderer" finden mögen, die das von ihnen zu Wasser gelassene Messe-"Boot" in Fahrt bringen. Wenn ja, wird es nach den Wünschen Rüdiger Schmauders schon bald ein Segel erhalten und "im Wind der Gesundheitswelle nach vorne kommen".

ÖFFNUNGSZEITENAm heutigen Samstag und am morgigen Sonntag ist die Omnivita in der Kirchheimer Stadthalle von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Im gleichen Zeitraum finden Vorträge und Wokshops im Spital statt.