Lokales

Hilfe direkt vor Ort

Die "Kinderheime Nethanja Narsapur/Christliche Mission Indien" arbeiten seit 30 Jahren im Bundesstaat Andhra Pradesh. Im Vorstand der Vereinigung wirkt der Dettinger Pfarrer Dr. Heiko Krimmer.

KIRCHHEIM Wie Dr. Krimmer mitteilt, liegt das Arbeitsgebiet am Rande des Katastrophengebietes. Glücklicherweise sind die dortigen Einrichtungen und die Mitarbeiter nicht direkt von der Naturkatastrophe betroffen, auch eine deutsche Reisegruppe, die zurzeit die Einrichtungen besucht, sei wohlbehalten.

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Wichtig war, dass die Mitarbeiter bereits am Sonntag noch mit ersten Hilfsmaßnahmen beginnen konnten. Im Küstengebiet bei Narsapur ist die Lage so, dass zwar Dörfer direkt am Meer zerstört worden sind, auch viele Fischer immer noch vermisst sind, aber die Infrastruktur im Hinterland völlig intakt ist, sodass die Mitarbeiter der Mission mit Decken und Lebensmitteln direkt in die betroffenen Gebiete fahren konnten.

Dr. Heiko Krimmer berichtet weiter, dass viele Menschen auch Angst vor weiteren Flutwellen hätten. Für sie wurden die festen Häuser wie Kirchen und Krankenstationen geöffnet. So verbrachten viele Menschen die letzten Nächte in der neuen Kirche. Auch die staatlichen Behörden haben Menschen in die Stadt Narsapur evakuiert, da zur Flut auch noch das "normale" Vollmond-Hochwasser gekommen ist und so die Flutmarken Höchststände erreicht haben.

Pfarrer Krimmer betont, dass seine Teams die Möglichkeit haben, ganz direkt zu helfen. Die Leute kaufen Kochtöpfe, Kerosin, Reis und andere Lebensmittel, Bettdecken und Plastikplanen und bringen sie direkt vor Ort. Auch die medizischen Zentren helfen bei der Seuchenabwehr, wobei es aber bereits erste Cholerafälle gegeben haben soll. In Saripalli, wo eines der großen Kinderheime steht, gibt es eine große Wasseraufbereitungsanlage, von dort fahren Tankwagen mit diesem Wasser hinaus in die nur 20 Kilometer entfernten Katastrophengebiete.

Der Verein Christliche Mission Indien hat 10 000 Euro als Soforthilfe aus den Reserven bereitgestellt. Das Diakoniewerk "Friedenshort", das auch mit der Arbeit in Indien verbunden ist, hat ebenfalls 10 000 Euro gespendet. Aber nach den ersten Soforthilfen ist sicher weiterhin Hilfe für betroffene Familien, die Menschen und Dinge verloren haben, wichtig, nötig und "hoffentlich" auch möglich. So bittet Dr. Krimmer um Spenden auf das Konto: Kinderheim Nethanja Naraspur 209 214 007 bei der Volksbank Böblingen, Bankleitzahl 603 900 00.

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