Lokales

Hip-Hop, Fingerfood und Selbstverteidigung

KIRCHHEIM Zum elften Mal fand der Mädchentag im Kirchheimer Bohnauhaus statt. Der Ansturm war groß, und so warteten bereits vor

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BERENIKE NORDMANN

Beginn Mädchen in einer langen Schlange auf Einlass.

Bevor sie an den unterschiedlichsten Aktivitäten teilnehmen konnten, hielt Bürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker, die die Schirmherrschaft für den Mädchentag übernommen hatte, eine Begrüßungsrede. Dazu spannte sie symbolisch einen großen gelben Schirm auf und erinnerte die Mädchen daran, dass es wichtig ist, Verantwortung für sich und die Gesellschaft zu übernehmen. "Nicht überall geht es Mädchen und Frauen so gut, wie es uns in Deutschland geht. Wir müssen stolz darauf sein, dass es in unserem Land so ist, wie es ist und auch daran arbeiten, dass es so bleibt," beendete sie ihre Rede.

Die Workshop-Leiterinnen stellten ihr Programm vor und begrüßten außerdem eine Gruppe von Austauschschülerinnen aus Rambouillet, die ebenfalls am Mädchentag teilnahmen. Das Programm beinhaltete unter anderem Papierschöpfen, Arbeiten mit Holz oder Speckstein, Filzen, verschiedene Tanzkurse und Kosmetika selbst herstellen.

Da der Andrang so groß war, entschied bei einigen Kursen das Los, wer teilnehmen durfte, oder aber die Mädchen mussten sich in Wartelisten eintragen. Während sich die Mädchen mit freudigen Augen auf die Aktivitäten stürtzten, bekamen die Austauschschülerinnen eine kleine Führung auf Französisch durch das Bohnauhaus.

Da das Wetter an diesem Tag die meiste Zeit schön und trocken war, befand sich eine große Gruppe von Mädchen draußen hinter dem Gebäude beim Specksteinmodellieren. "Es gefällt uns allen sehr gut hier", erzählt die elfjährige Kim, als sie einen Teelichthalter aus Speckstein bastelte. Sie und ihre Freundinnen waren zum ersten Mal dabei.

Beim Hip-Hop-Workshop brachten bereits geübte Mädchen anderen Teilnehmerinnen Tanzschritte bei und im Kellergeschoss des Bohnauhauses konnten interessierte Mädchen zusammen mit Vertreterinnen des Bürgerbüros Fingerfood kochen. Dabei entstanden leckere Pizzabrötchen und salziges Blätterteiggebäck, welches zum Verkauf angeboten wurde.

Im dritten Stock boten Nadja und Pia vom Jugendhaus Linde einen Technik-Schnupperkurs an. "Hier können die Mädchen kleine Raketen aus Fotodöschen basteln, indem sie sie mit Essig und Backpulver füllten. Durch Schütteln entsteht ein Unterdruck, bei dem sich der Deckel löst und die Dose in die Luft springt", erklärte Nadja das Experiment.

Bei dem Kurs "Holzbearbeitung" konnten die Mädchen ein Mobile mit Enten herstellen. "Wir durften sogar alleine sägen", strahlten Julia und Cornelia. Bei dem Kurs "Wendo" lernten sich die Teilnehmerinnen selbst zu verteidigen. Zunächst wurde die Grundhaltung und das feste Stehen geübt. Im nächsten Schritt ging es darum, die Stimme einzusetzen und laut "hot!" zu schreien. Wichtig war auch, dass keine zu etwas gezwungen wurde, was sie nicht machen wollte.

Im Zelt auf der Terrasse bestand die Möglichkeit, aus Reagenzgläsern, die mit Filz umhüllten wurden, moderne Blumenvasen herzustellen. Dazu musste zuerst der Stoff in einer Seifenlauge nass gemacht werden, um ihn danach um ein Reagenzglas zu wickeln, bis sich der Filz mit dem Glas verzahnte.

Am beliebtesten waren aber wohl die Beauty-Kurse, bei denen sich die Mädchen die Haare frisieren, schminken lassen und es sich richtig gut gehen lassen konnten.

Um den Tag abzuschließen, trat die Mädchenband "Bitterschokolade" auf. Das Schöne an dem Tag war vor allem das große Angebot an Kursen und die Atmosphäre, in der sich alle Mädchen wohl fühlten.

Eingeladen hatten zu diesem Tag die Frauen vom Pädagoginnentreff aus Kirchheim.