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Historische Elemente hervorholen

An der Schlierbacher Georgskirche nagt der Zahn der Zeit. Für die nötige Außenrenovierung reichen die Eigenmittel der evangelischen Kirchengemeinde jedoch nicht aus. Pfarrer Michael Gese hofft daher auf Zuschüsse der Kirchenoberen. Ob die Mittel fließen, hängt von einem Gutachten ab.

BORIS-MARC MÜNCH

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SCHLIERBACH Bereits nach der Fertigstellung des neuen Gemeindehauses im Jahr 1999 gab es erste Überlegungen, die 500 Jahre alte Kirche von außen zu renovieren. Anfangs ging es nur um den Turm, wo Putz abbröckelt und Moos sowie "dunkle Stellen" das Mauerwerk verunzieren. Bei genauerem Hinsehen entdeckte man jedoch noch weitere Mängel. So sind durch eindringendes Wasser im Mauerwerk der Südfront Risse entstanden. Das Parkett in der Sakristei ist feucht, weil der Unterboden fehlt und auch die verzogene Dachhalterung müsste gerichtet werden. Bei Sturm besteht zudem die Gefahr, dass locker gewordene Dachziegel vom Kirchenschiff fallen.

Während den Vorberatungen über eine Renovierung kristallisierte sich schnell heraus: "Wenn der Turm gerichtet wird, machen wir die ganze Kirche", berichtet Pfarrer Michael Gese. Noch fehlen allerdings die Mittel dazu. Zwar konnten über Spenden und Einnahmen aus dem Gemeindehauscafé inzwischen 55 000 Euro aufgetrieben werden. Dem gegenüber stehen aber geschätzte Gesamtkosten in Höhe von mehr als 250 000 Euro. Die Renovierung kann daher nur mit Zuschüssen in Angriff genommen werden. Gese wird deshalb im Laufe der ersten Jahreshälfte beim Oberkirchenrat wegen eines Gutachtens anfragen. Wenn die Kirchenoberen grünes Licht signalisieren, hofft Gese zudem auf einen Zuschuss der Gemeinde.

Gese legt Wert darauf, dass im Falle einer Renovierung die historische Elemente der Kirche wieder zum Vorschein treten, wie zum Beispiel die Natursteinquader, die jetzt noch unter dem Turmputz liegen. Mittels dieser Maßnahme werde der untere Turmbau markanter, während die sehr dünne Turmspitze filigran gen Himmel zeige. Wieder ans Tageslicht gebracht, würden die Eckquader sicherlich sehr schön mit den benachbarten gotischen Kreuzblumen korrespondieren, meint Gese. Die zahlreichen Schmuckteilchen und Steinmetzarbeiten der Kirche könnten durch einen passenden Putz hervorgehoben werden, fügt der Pfarrer hinzu. Auch die Dachpfannen entsprächen nicht dem historischen Vorbild und sollten durch Biberschwänze ausgetauscht werden.

Der Pfarrer vermutet ferner, dass unter dem Putz noch eine Sonnenuhr sowie eine Nische für eine Heiligenfigur versteckt sind. "Es wäre schön, wenn man die beiden Elemente rausholt." Gese macht keinen Hehl daraus, dass er die Kirche gerne wieder in ihren historischen Zustand versetzt sähe. Dies müsste allerdings noch mit dem Denkmalamt abgestimmt werden.