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Historische Fahrzeuge

RÖMERSTEIN Stallungen, Pferde, Rossbollen, Stroh und Hafer im Elbeweg im Römersteiner Teilort Böhringen. Der Reiterhof der Familie

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RUDOLF STÄBLER

Schepper wird bestimmt von Pferden, allerdings nicht ganz, denn der "Hofhund" mischt, was die Aufmerksamkeit betrifft, entscheidend mit. Er ist auf jeden Fall wesentlich "aufdringlicher" als die Vierbeiner in den Ställen oder auf der Weide. Drei Generationen leben unter einem Dach und haben eines gemeinsam, die Liebe zu ihren Pferden.

Gottlob Schepper hat den Aussiedlerhof einst erbaut, hat sich allerdings zwischenzeitlich auf das Altenteil begeben. Das freilich bedeutet bei ihm nicht ein gemütliches Rentnerdasein, sondern weiterhin viel Engagement für seine Vierbeiner und jetzt vor allem für alte landwirtschaftliche Fahrzeuge und Geräte. Da kann der Gottlob schon gewaltig ins Schwärmen geraten, wenn er über einige seiner Raritäten berichtet. Er sucht und fin-det immer wieder alte Gerätschaften und erwirbt die dann auch. Nicht immer zur Freude von Frau und den restlichen Familienmitgliedern. Und da er jüngst auch noch einen großen "Transporter" für Feriengäste und Ausflügler gekauft und restauriert hat, mussten auch zwei Kaltblüter auf den Hof. Die beiden "Mädels" stehen nicht nur im Stall, sondern auch gut im Futter. Das muss sein, macht Gottlieb Schepper klar, denn die zwei müssen kräftig ziehen können. "Mit den Reitpferden geht es nicht", sagt er.

Aber er ist in der Familie nicht der einzige Pferdenarr. Sohn Horst Schepper hat mit seinen Gespannen bei Meisterschaften schon viele nationale und internationale Titel geholt und auch Enkel Matthias versteht sich bestens darauf, mit Zügeln die Pferde durch das Gelände zu leiten. Pokale in einem Glasschrank sind dafür der sichtliche Beweis. So war auch beim Besuch auf der "Schepper-Ranch" ziemlich Hektik angesagt. Es ging zu einem Meisterschaftslauf, drei Pferde und der Wagen mussten verladen werden. Das kostet schon einige Mühe, vor allem wenn einer der Vierbeiner noch nie in einem Lastwagen transportiert wurde. Und mit diesem entschwanden neben den Pferden auch der Sohn und beide Enkel.

Hektik kurz darauf auch in der Küche bei den Scheppers. Da war es schon besser, etwas außer Reichweite zu bleiben. 30 junge Mädchen machen Reiterferien im Elbeweg und die jungen Damen wollen pünktlich ihr Essen auf dem Tisch haben. Gottlob Schepper ist sichtlich froh, noch ein paar besondere Stücke seiner Wagen- und Gerätesammlung, weit weg vom Herd, präsentieren zu können.

In Scheunengebäuden oder auf der großen Freifläche vor dem Haus stehen die Vehikel aus längst vergangenen Zeiten. Und die Gefährte haben alle eines gemeinsam. Sie wurden, und das war nicht anders zu erwarten, mit Pferden bewegt. Heuwender, Mäher und ein Lachenfass sind im Orginal erhalten Auf alle Stücke ist er stolz. Einen Munitionswagen nennt er sein Eigen. Dieser wurde 1945 beim Rückzug in Seeburg zurückgelassen.