Lokales

Hochgebirgsgruppe besteht seit zehn Jahren

Jüngst brachen 15 Wanderer der Hochgebirgsgruppe zur diesjährigen Gebirgstour auf. Ziel waren die Sextener Dolomiten im äußersten Osten von Südtirol.

SCHLIERBACH Am Mittag wurde gegen Innichen, die alte Garnisonsstadt des 3. Tiroler Kaiserjäger Regiments erreicht. Dort stand die Besichtigung der Stiftskirche der bedeutendste romanische Sakralbau im Ostalpenraum auf dem Programm. Der Bau der Kirche geht auf das Jahr 1143 zurück. Ihre heutige Gestalt bekam sie um das Jahr 1280.

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Weiter ging die Fahrt nach Sexten und Moos, wo am Parkplatz an der Rotwandwiesenbahn die Busse abgestellt und die Rucksäcke geschultert wurden. Durch das Fischleintal ging es zur Talschluss-Hütte (1526 m), wo Einkehr gehalten und die Kräfte für den Aufstieg durch das Bacherntal zur Zsigmondy-Hütte (2224 m) gesammelt wurden.

Der Freitag überraschte mit Nieselregen, Nebel und tief hängenden Wolken. Der Bergführer erkundigte sich beim Hüttenwirt nach der allgemeinen Wetterlage, dann kam sein in diesen Situationen typischer Spruch: "Vorsicht ist keine Feigheit und Leichtsinn ist kein Mut" und die geplante Begehung des Alpini-Steigs, eines Kriegsweges aus dem 1. Weltkrieg, wurde abgesagt, was nicht von allen mit Begeisterung aufgenommen wurde. Über einen alten Versorgungspfad aus dem 1. Weltkrieg erfolgte entlang des Einserkofel der Abstieg ins Altensteiner Tal. Nach einer halben Stunde Gehzeit regnete es in Strömen und die getroffene Entscheidung erwies sich als richtig. Nass bis auf die Haut erreichte die Gruppe die Talschluss-Hütte, wo man auf eine Gruppe aus Padua traf. Bei Grappa, Salami und Käse sowie "Willi" und Rotwein, ließ sich das Wetter ganz gut ertragen. Trotz strömenden Regens ging es gut gelaunt auf den Weg zur RotwandwiesenHütte.

Am nächsten Tag hatte sich das Wetter gebessert und so brach man zum Höhepunkt der Tour, der Besteigung der Sextener Rotwand auf. Von der Rotwandwiesen-Hütte (1900 m) ging es hinauf zu den Rotwandköpfen (2200 m) mit tollem Ausblick auf Sexten, das Fischleintal, die Dreischusterspitze (3152 m), die Zinnenhütte und den Paternkofel, den Elfer und die Sextener Rotwand. Im Nordosten das Panorama der Ostalpen mit Großglockner und Großvenediger. Auf der Andertalpenscharte in 2500 m begann der Einstieg in den Klettersteig. Über zwei rund 25 bis 30 m hohe Stahlleitern und mehrere, mit Fixseilen gesicherte Passagen, wurde ein großes Schotterfeld erreicht, über die Ostflanke der Rotwand ging es hinauf zur Oberwurzbachscharte in 2750 m wo man ein regelrechtes Freilichtmuseum des 1. Weltkrieges vorfand. Verfallene Baracken, Schützengräben, in den Fels gehauene Unterstände und die Reste der alten Standseilbahn.

Da sich das Wetter zunehmend verschlechterte, der Wind jagte Wolken und Nebelschwaden um die Gipfel und Grate und vom Rotwandgipfel war nichts mehr zu sehen, machte sich der Großteil der Gruppe an den Abstieg. Vier Wackere wollten nicht absteigen, ohne auf dem Gipfel gewesen zu sein. So ging es auf dem mit alten Holzleitern versehenen Weg Richtung früherer Gipfelstellung. Etwa 60 m unterhalb des Gipfels wurde die Sicht so schlecht und es fing an zu stürmen, sodass ein weiterer Aufstieg zum Gipfel keinen Sinn mehr machte. In 2900 m Höhe wurde aus den Resten von herumliegendem Holz und Draht ein Kreuz gefertigt Und das obligatorische Foto gemacht und dann schnellstens der Abstieg begonnen. Auf der Andertalpenscharte wurden die Vier von der übrigen Gruppe erwartet und gemeinsam erfolgte der Abstieg zur Rotwandwiesen-Hütte.

Die Begehung des Rotwand-Klettersteiges war eine der alpinistischen Höhepunkte seit Bestehen der Hochgebirgsgruppe, dies wurde am Abend bei Wein und Gesang gebührend gefeiert. Der Senior der Gruppe, Walter Holzknecht, bedankte sich im Namen aller Teilnehmer beim Organisator und Bergführer Kurt Moll für diese trotz nicht optimaler Witterungsverhältnisse großartige Hochgebirgstour. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass es weitere Hochgebirgstouren geben werde. Dies wurde von Kurt Moll zugesagt. Es gäbe in den Dolomiten noch einige Hütten und Gipfel, wo man noch nicht gewesen sei.

Am Samstag, 21. Oktober, feiert man mit einem Südtiroler Abend das zehnjährige Bestehen der Hochgebirgsgruppe im Bürgerhaus im Alten Farrenstall. Alle Mitwanderer aus den vergangenen Jahren und Freunde der Hochgebirgsgruppe sind dazu eingeladen.

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