Lokales

Hochsaison für Wohnungseinbrüche

Einbruchschutzkampagne der Polizei setzt auf Aufklärung und Eigeninitiative zur Prävention

Mit dem Beginn der dunklen Jahreszeit steigt auch das Risiko, Opfer eines Einbruchs zu werden – denn mit der früher einsetzenden Dämmerung werden Einbrecher häufiger aktiv. Grund genug für die Landespolizei, die Aktivitäten der Einbruchschutzkampagne „K-EINBRUCH“ zu intensivieren.

Die Präventionsstreifen suchen das Gespräch mit den Bürgern, um auf Missstände und leichtsinniges Handeln aufmerksam zu machen.F
Die Präventionsstreifen suchen das Gespräch mit den Bürgern, um auf Missstände und leichtsinniges Handeln aufmerksam zu machen.Foto: Jean-Luc Jacques

Kirchheim. Es ist keine gewöhnliche Polizeistreife, die da an diesem Nachmittag durch das Wohngebiet am Kirchheimer Würstlesberg zieht und aufmerksam Wohnhäuser ausspäht, sondern eine Präventionsstreife. „Da ist ein gekipptes Fenster“, bemerkt eine Polizeibeamtin. „Dann stellen wir mal fest, ob auch jemand zuhause ist“, erwidert Kriminalhauptkommissar Paul Mejzlik von der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle Esslingen und klingelt an der Haustür. Doch es macht niemand auf. „Wäre es jetzt nicht helllichter Tag, wäre es vermutlich sehr leicht, hier mit einem Schraubenzieher das Fenster aufzuhebeln“, erklären die Beamten. Um die Bewohner für die Zukunft vor solchen Schwachstellen zu warnen, suchen sie das Gespräch mit ihnen. Wo niemand angetroffen wird, stecken die Polizisten einen Flyer der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle der Polizeidirektion Esslingen in den Briefkasten. Solche und ähnliche Szenen spielten sich gestern parallel auch auf dem Kirchheimer Schafhof, in Ötlingen und in Weilheim ab.

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Die Aufklärung der Bevölkerung steht bei der Aktion im Rahmen der bundesweiten Einbruchschutzkampagne „K-EINBRUCH“ im Vordergrund. „Als Präventionsstreife machen wir die Bürger heute auf all die Dinge aufmerksam, die es Einbrechern oder Dieben besonders leicht machen, in Häuser und Wohnungen einzudringen, oder die darauf hinweisen, das niemand zuhause ist“, erklärt der Kriminalhauptkommissar. Gekippte oder offene Fenster und Terrassentüren, unverschlossene Haustüren sowie überfüllte Briefkästen sind die Anzeichen, nach denen Verbrecher häufig Ausschau halten. Licht spiele ebenfalls eine große Rolle. „Sobald irgendwo in einem Fenster Licht brennt, schrecken die meisten schon vor einem Einbruch zurück“, weiß Paul Mejzlik. „In der Regel werden nämlich unbewohnte Ziele bevorzugt.“

Zur Prävention setzt die Polizei auch auf Hinweise aus der Bevölkerung. Eine erhöhte Wachsamkeit in der Nachbarschaft könne dazu beitragen, Einbrecher und Diebe dingfest zu machen, bevor sie überhaupt Schaden anrichten können – dank eines beherzten Anrufs bei der Polizei. Wenn also jemand in seinem Wohngebiet verdächtige Personen und Fahrzeuge entdeckt, so soll er sich nicht davor scheuen, sich Notizen zu machen und seine Beobachtungen gegebenenfalls über den Polizei-Notruf 110 zu melden.

Allein seit Anfang Oktober verzeichnete man im Landkreis Esslingen bereits 40 Einbrüche. Noch im vergangenen Jahr war die Zahl der Wohnungseinbrüche wieder angestiegen. Die Polizeiliche Kriminalstatistik verzeichnete für 2012 rund 144 000 Fälle, ein Plus von 8,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Statistik zeige aber auch, dass Präventionsmaßnahmen ihre Wirkung zeigen, denn rund 40 Prozent der Einbruchsdelikte blieben im Versuchsstadium stecken. „Für uns Grund genug, die Bürger weiter aufzuklären und aufmerksam zu machen“, betont der Kriminalhauptkommissar.

Durch richtiges Verhalten und zeitgemäße Sicherungstechnik ließe sich das Einbruchsrisiko deutlich reduzieren. Die meisten Täter dringen über nicht ausreichend gesicherte Fenster oder Balkontüren ein. Gekippte Fenster seien offene Fenster, warnen die Polizeibeamten. Sind diese aber verschlossen und gut verriegelt, beispielsweise über rundum laufende Pilzzapfen, die ein Aufbrechen verhindern, sei man schon gut versorgt. „Es gibt aber fast nichts, was es nicht gibt. Manche Täter scheuen auch nicht davor zurück, an Häusern herumzuklettern, wenn sie eine Gelegenheit dazu sehen“, sagt Mejzlik. Deshalb sei es vor allem in der Winterzeit ratsam, auch in Abwesenheit durch ein brennendes Licht den Eindruck zu erwecken, es sei jemand im Haus.

Weitere Informationen und Tipps rund um das Thema Einbruchschutz gibt es auf der Webseite der Polizeikampagne www.k-einbruch.de.