Lokales

Höhere Produktivität

Die Düse ist nicht größer als ein Daumennagel und der Normalverbraucher wird sie nie zu Gesicht bekommen. Aber vielleicht wird damit sein nächstes Handy hergestellt. Die Fachwelt hat die von den Hochdorfer Firmen OxiMaTec und Leonhardt hergestellte Spritzguss-Düse aus Keramik jedenfalls mit einem Preis gewürdigt.

ROLAND KURZ

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HOCHDORF Weil das Keramikteil alles können sollte, sagte OxiMaTec-Chef Wolfgang Burger zuerst Nein, als ihm die Firma Mold-Masters, Marktführer in der Heißkanal-Technologie, den Auftrag erteilen wollte. Aber ein Ingenieur, der sich selbstständig gemacht hat, um Neues zu entwickeln, tüftelt dann eben doch so lange, bis das fast Unmögliche funktioniert.

Die Düse ist das Verbindungsstück, durch das der heiße Kunststoff in die Stahlform fließt. Bislang wurden Düsen aus Metall hergestellt, doch dabei geht viel Wärme des Werkstoffs verloren. Aus Zirkonoxid und anderen Zutaten hat Wolfgang Burger nun eine Keramikmischung entwickelt, die zäh und wärmeisolierend ist, die bis 500 Grad Celsius und hohen Druck aushält. Als Schwierigkeit kommt dazu, dass in dieses kleine Teil noch ein Gewinde hineingefräst werden muss, ohne das die Festigkeit leidet. Das war Aufgabe des Graveurbetriebs Leonhardt. Sein Fünf-Achs-Ultraschallbearbeitungszentrum sei weltweit die erste Maschine dieser Baugruppe, erzählt Wolfgang Leonhardt, Miteigentümer von OxiMaTec.

Die Keramikdüse erhöhe Wirtschaftlichkeit und Produktivität im Spritzguss, fand die Jury auf der EuroMold Frankfurt, einer Weltmesse für Werkzeug- und Formenbau, Design und Produktentwicklung. Lothar Späth händigte kürzlich den Award in Bronze an Wolfgang Leonhardt, Wolfgang Burger und Hans Hagelstein, den Geschäftsführer von Mold-Masters Europa, aus.

Burger und Leonhardt haben OxiMaTec vor eineinhalb Jahren gegründet. Inzwischen beschäftigt die Leonhardt-Tochterfirma sechs Personen. In der Medizintechnik habe man gut Fuß gefasst, sagt Burger.