Lokales

Hoffen auf schnellere Verbindung

Die T-Com-Werbung für ihre schnellen Datenleitungen scheint allgegenwärtig. Was sie gerne verschweigt: Diese Leitungen sind bei weitem nicht überall zu haben. Noch immer klaffen im DSL-Netz deutliche Lücken. Eine davon ist Neidlingen die Gemeinde bemüht sich jedoch um Abhilfe.

PETER DIETRICH

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NEIDLINGEN Immerhin besser als gar nichts: Mit "DSL light" weitete die T-Com ihr Angebot in Neidlingen kürzlich aus. Doch so ein Anschluss mit 384 Kilobit pro Sekunde, obwohl deutlich schneller als ISDN oder Modem, stellt auch nicht wirklich zufrieden. Denn der langsamste echte DSL-Anschluss (DSL 1000) erreicht bereits das dreifache Tempo. Als Grund für das eingeschränkte Angebot gibt die T-Com die fehlende Leitungskapazität und die lange Entfernung zwischen Weilheim, wo der letzte Vermittlungsknoten sitzt, und Neidlingen an. Nicht nur für Privathaushalte, auch für die Gewerbebetriebe bedeutet dies bislang eine deutliche Einschränkung.

Nun beauftragte eine in Neidlingen ansässige Firma die T-Com mit dem Verlegen eines Glasfaserkabels zwischen Weilheim und Neidlingen. Weil die T-Com nur auf einem Teilstück entlang der Landstraße eigene Kabelschutzrohre verlegt hat, müsste sie vor dem Einziehen des Glasfaserkabels auf einer Strecke von 2,5 Kilometern neue Schutzrohre verlegen. Hier springt nun die Gemeinde ein: Sie erlaubt der T-Com, auf einer 1,8 Kilometer langen Strecke kostenlos das Rohr mitzubenutzen, welches die Gemeinde im Jahr 2001 für eine Steuerungsleitung der Wasserversorgung verlegt hatte. "Dass die Telekom die Rohre einer Gemeinde nutzt, ist ein Novum", betonte Bürgermeister Rolf Kammerlander bei der Sitzung des Gemeinderats. Dies erspare ihr zwischen 15 000 und 18 000 Euro. Zwar sei damit ein DSL-Ausbau für Neidlingen keinesfalls garantiert, aber die Verhandlungsposition der Gemeinde gegenüber der T-Com sei damit erheblich gestärkt.

Ob das Leerrohr dann noch genügend Platz für weitere Leitungen biete, fragte Gemeinderat Ulrich Zaiser (NWV) nach. Daran bestehen laut Kammerlander keinerlei Zweifel. Der Beschluss zugunsten des Vertragsentwurfs mit der T-Com fiel einstimmig. Der einzige Nachteil, welche die Gemeinde dazu in Kauf nehmen muss, ist ein zweitägiger Verzicht auf die Steuerleitung. Da wiegt die Hoffnung auf den schnellen Anschluss an die Datenwelt weit schwerer.