Lokales

Hoffnung auf offene Türen und Herzen

Die beiden katholischen Kirchengemeinden Kirchheims haben gestern ihre Sternsinger ausgesandt

Jetzt singen sie wieder: Die beiden katholischen Kirchengemeinden Kirchheims – Sankt Ulrich und Maria Königin – haben gestern Abend ihre Sternsinger ausgesandt. Die Kinder sammeln Geld für arme Kinder in aller Welt. Das Beispielland ist dieses Mal Kolumbien.

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Andreas Volz

Kirchheim. Eigentlich waren die heiligen drei Könige beziehungsweise die Weisen aus dem Morgenland ja zu dritt unterwegs. Vor dem Kirchheimer Rathaus waren gestern allerdings so viele „Könige“ versammelt, dass gar nicht alle Platz hatten auf dem Podest, das eigens zur Sternsingeraussendung aufgebaut worden war. Pfarrer Franz Keil von der Kirchengemeinde Sankt Ulrich freute sich bei seiner Ansprache denn auch, dass so viele Kinder in den nächsten Tagen in Kirchheim und den Filialgemeinden unterwegs sein werden, um mit ihren Besuchen Freude in die Häuser und Wohnungen zu bringen. Vor allem freute er sich, dass die Sternsingeraktion in Kirchheim mittlerweile zu einer ökumenischen Angelegenheit geworden ist und dass auch viele evangelische Kinder unter den Sternsingern zu finden sind.

Zum Beispielland Kolumbien sagte Franz Keil, dass dort nach mehr als 40 Jahren Bürgerkrieg inzwischen alle Menschen Gewalt und Tod in der eigenen Familie erfahren haben und dass es nichts gibt, wonach sich die Menschen stärker sehnen würden als nach Frieden. Viele Projekte würden Hoffnung machen auf einen Ausweg aus der Spirale von Gewalt und Gegengewalt. Insbesondere die Kinder seien aufgerufen, sich solidarisch zu zeigen und sich weltweit für andere Kinder einzusetzen, die in Not sind und die gerne in einer friedlichen Umwelt aufwachsen würden.

„Gott will Frieden für alle Menschen und ganz besonders für die Kinder“ – das bezeichnete Pfarrer Keil als die zentrale Weihnachtsbotschaft. Den Kirchheimer Sternsingern gab er deshalb mit auf den Weg: „Seid Friedensbringer für die Menschen hier und für die in Not geratenen Kinder in Kolumbien und in vielen anderen Ländern. Ich wünsche, dass ihr offene Türen und offene Herzen findet.“

In mehreren Liedern besangen die Sternsinger und viele Erwachsene, die sich vor dem Rathaus eingefunden hatten, den Stern des Friedens. Teils wurden sie dabei von Bläsern begleitet, teils von der Gitarre. In einem Lied hieß der Stern des Friedens sogar „Estrella de la paz“ – passend zu Kolumbien und anderen lateinamerikanischen Ländern, für die die Sternsinger sammeln, ins Spanische übersetzt.

Pfarrer Winfried Hierlemann von der Kirchengemeinde Maria Königin segnete Kronen, Sterne, Weihrauch und Kreide. Mit der Kreide schreiben die Kinder den lateinischen Segen „Christus ­mansionem benedicat“ (Christus möge dieses Haus segnen) über die Türen. Dass sie nicht nur Segen, sondern auch Glück und Freude bringen, erzählte Franz Keil zum Abschluss. Ein alter Mann habe einmal zu den Sternsingern gesagt: „Jetzt erst ist es für mich wirklich Weihnachten geworden.“