Lokales

Hofmann: "Es ist keine Besserung in Sicht"

In der Statistik der Arbeitsmarktberichterstattung hat mit Hartz IV eine neue Zeitrechnung begonnen. Ehemalige erwerbsfähige Sozialhilfeempfänger waren zum großen Teil nicht arbeitslos gemeldet. Mit der Zusammenführung der Arbeitslosen- und Sozialhilfe zum Arbeitslosengeld II (Alg II) ab Januar ist deren Arbeitslosmeldung erfolgt. Allein dadurch hat die Arbeitslosigkeit im Bezirk Göppingen um etwa 3 400 Personen zugenommen.

GÖPPINGEN / KIRCHHEIM Der schwache Arbeitsmarkt führte zudem zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit um etwa weitere 1 500 Personen. Insgesamt ist die Arbeitslosigkeit im Bereich der Agentur für Arbeit in Göppingen, zu dem unter anderen auch die Kirchheimer Geschäftsstelle zählt, um 4 930 auf insgesamt 26 132 gestiegen. Die Arbeitslosenquote ist entsprechend von 5,3 Prozent auf 6,5 Prozent gestiegen. Der Personalbedarf blieb weiter sehr gering mit lediglich 1 077 im Laufe des Januar gemeldeten Arbeitsplätzen.

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Bernd Hofmann, der Leiter der Agentur für Arbeit Göppingen, sorgt sich allerdings weniger um den Anstieg der Arbeitslosenzahlen durch die Umsetzung Hartz IV. Diese werden seiner Meinung nach durch Förderprogramme im Laufe des Jahres wie zum Beispiel Ein-Euro-Jobs reduziert werden. Problematischer sieht Hofmann die unverändert schlechte Entwicklung des Arbeitsmarktes: "Der Zugang an offenen Stellen ist mit wenig mehr als 1 000 so schwach wie seit elf Jahren nicht mehr. Zudem ist der arbeitsmarktbedingte Anstieg der Arbeitslosigkeit um 1 500 genauso hoch wie in den Vorjahren. Es ist keine Besserung in Sicht."

So lange der Stellenzugang im Landkreis Esslingen bei lediglich etwa 750 und 350 im Landkreis Göppingen liegt, kann Arbeitslosigkeit hier zu Lande nicht spürbar gesenkt werden. Die Landkreise Esslingen und Göppingen müssen sich an die hohen Arbeitslosenquoten erstmal gewöhnen. Die Esslinger Quote liegt bei 6,0 und die Göppinger Quote bei 7,7 Prozent. Insbesondere im Landkreis Esslingen werden noch weitere arbeitslose Menschen hinzukommen, weil noch nicht alle erwerbsfähigen Sozialhilfeempfänger statistisch erfasst sind. Als erwerbsfähig gelten Arbeitnehmer, die täglich drei Stunden an fünf Tagen in der Woche einer Tätigkeit nachgehen können. Der Zugang wird allerdings gemildert werden durch erste Erfolge der neuen Arbeitsmarktinstrumente für Alg II-Bezieher, so die Prognose der Fachleute. Viele Kommunen und soziale Träger hätten bereits gute Angebote für Ein-Euro-Jobs vorgestellt. Dadurch würden die Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen, die schon lange arbeitslos sind, geschaffen. Zurzeit sind rund 880 Ein-Euro-Jobs im Angebot.

Im Bereich der Geschäftsstelle Kirchheim ist die Arbeitslosigkeit im Januar um 374 auf 3 172 gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 200 Arbeitslose mehr. Die Arbeitslosenquote, berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen, betrug im Januar 6,1 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie sich auf 5,7 Prozent belaufen. Im Januar meldeten sich 782 Personen neu oder erneut arbeitslos, das waren 30 Prozent mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten aber auch 404 Personen ihre Arbeitslosigkeit. Dies wiederum waren 15 Prozent weniger als vor einem Jahr. In der Geschäftsstelle Kirchheim waren im Januar 274 Stellenangebote registriert, gegenüber Dezember ist dies ein Plus von zwei. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 40 Stellen weniger.

pm/tb