Lokales

Holzgerlinger beißen auf Granit

Die KG Kirchheim/Köngen ist weiter im Aufwind. In einem aufregenden Duell vor für Kirchheimer Verhältnisse großer Kulisse von etwa 130 Zuschauern wurde der bisher in acht Kämpfen ungeschlagene Tabellenführer KSV Holzgerlingen unerwartet deutlich mit 13:8 geschlagen.

ROLAND DROLL

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KIRCHHEIM Die Kirchheimer Fans hatten wieder einmal so richtig Freude am erfrischenden und vollen Einsatz ihrer Staffel, die Holzgerlinger waren ob der deutlichen Schlappe ziemlich konsterniert damit hatten sie nun wirklich nicht gerechnet.

Beide Mannschaften hatten auf die neu eingeführte Auslosung der Paarungen verzichtet und es wurde nach dem herkömmlichen System gerungen: zuerst der Leichteste, der Schwerste, dann der Zweitleichteste und so weiter.

Beide Mannschaften stellten keinen Papiergewichtler; Holzgerlingen hätte zwar Alexander Rudolf aus der zweiten Mannschaft kampflos vier Punkte abholen lassen können, doch dann wären dessen vier kampflos erzielten Punkte aus der Begegnung im Vorkampf gestrichen und aus dem 16:16-Unentschieden wäre ein 20:12 für die KG Kirchheim/Köngen geworden.

120 kg/Freistil: Es dauerte eine kleine Ewigkeit, bis von den Schwergewichtlern Wolfgang Brandner (KG) und Lukas Zajonz endlich Dampf gemacht wurde. Der Holzgerlinger hatte mit 119,2 kg fast das volle Kampfgewicht auf der Pfanne, Brandner war mit 89,8 fast 30 Kilo leichter. Zajonz profitierte aus einer Passivitätsverwarnung, Brandner musste in die Bodenlage, daraus machte der Gegner seine einzige Wertung mit einem Durchdreher. Nur der Gong verhinderte die gleiche Aktion von Brandner, er schaffte ein Pünktchen, nach der Halbzeit ging überhaupt nichts mehr 1:2 Punktniederlage (Stand 0:2).

60 kg/Freistil: Es ging so richtig heiß her zwischen Sadik Nezaj (KG) und Klaus Malz, dem mehrfachen württembergischen Meister und Exbundesligaringer beim KSV Aalen. Immer wieder ermahnten die Kameraden Nezaj, nicht auf den berüchtigten Zangengriff des Holzgerlingers hereinzufallen, aus der es kaum ein Entkommen gibt. Nezaj wehrte geschickt ab, übernahm selbst die Initiative, bekam aber wegen verbotenem Fingergriff eine Verwarnung, Malz dafür eine Zweierwertung. Nach der Pause lag Malz für die Zuschauer auf den Schultern, es fehlte nur die besagte Fingerbreite nun ja, der Kampfleiter war näher dran und sah es besser. Mit Nezajs 3:7-Punktniederlage gegen diesen Spitzenmann waren alle zufrieden (0:4).

96/GR: Michael Eisele zeigte von Beginn an, dass er auf eine schnelle Entscheidung aus ist. Nicht einmal zwei Minuten dauerte sein Kampf gegen Carsten Schmid zum 15:0-Überlegenheitssieg, mit Durchdrehern und Aushebern, einer nach dem anderen (4:4).

66/GR: Frank Kiedaisch brachte gegen Manuel Schmid seinen gefährlichen Kopfhüftzug nicht durch zur Pause 0:0. Danach ging es mit dem Zwiegriff weiter, aus dem Kiedaisch den einzigen Punkt des Kampfes machte (6:4).

84/F: Jochen Eisele wollte es seinem Bruder nachmachen, doch Steffen Beier zog es vor, die Hand zur Aufgabe zu heben er war etwas angeschlagen und wollte nichts riskieren (10:4).

74/F: Nun hatten alle mit einem klaren Sieg von Andreas Pflaum (KG) gerechnet, der auch gleich mit blitzschnellen Beinangriffen loslegte. Doch Simon Prochazka ist bekanntlich nicht wesentlich schlechter, verlegte sich aufs Kontern und hatte gleich nach der Pause das große Glück, dass Pflaum zu ungestüm agierte, in der Kopfklammer hängen blieb und auf den Schultern landete (10:8).

74/GR: Nun lastete die ganze Verantwortung auf Alexander Pack, den Mannschaftssieg gegen Philipp Abt einzufahren. Was die lautstarke Unterstützung des Publikums wert ist, wurde hier sehr deutlich: Pack steigerte sich so richtig hinein, trieb Abt in die Passivität und nutzte den Vorteil aus der Oberlage für Durchdreher und Ausheber zum 9:0 und 13:8-Mannschaftssieg über das Favoritenteam Holzgerlingen.

Die zweite KG-Mannschaft konnte den Vorkampfsieg gegen Holzgerlingen II nicht wiederholen, musste sich mit 16:16 zufrieden geben. Es siegten Alexander Meinero (66 kg/GR, 4 Punkte), Jan Waldhauser (84/F, 4), Andreas Heigele (96/GR, 4) und Patrick Bosch (120/F, 4 Punkte).

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