Lokales

Holzmaden treibt U 3-Betreuung voran

„Rasselbande“ möchte in der Gemeinde eine Kleinkindgruppe eröffnen

Bisher ist das Angebot an Betreuungsplätzen für Unter- Dreijährige in Holzmaden eher dürftig. Das allerdings soll sich schon im nächsten Jahr ändern. Gleich zwei Träger haben Interesse daran, Kleinkindgruppen anzubieten. Die FBS-Spielgruppe dagegen scheint ein Auslaufmodell zu sein.

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Bianca Lütz-Holoch

Holzmaden. In Holzmaden ist die evangelische Kirchengemeinde Trägerin der zwei Kindergärten mit insgesamt drei Gruppen. „U 3-Kinder hat sie bisher leider keine aufgenommen“, bedauert Holzmadens Bürgermeister Jürgen Riehle, dass es vonseiten der evangelischen Kirche in der Vergangenheit keine Bereitschaft gab, Kleinkindplätze anzubieten.

Um die Lücke ein wenig zu füllen, war die Kirchheimer Familien-Bildungsstätte (FBS) ins Boot geholt worden. Seit Mitte 2005 bietet sie an zwei Vormittagen in einem Raum des Kindergartens Schillerstraße eine Spielgruppe für Kinder ab zwei Jahren an, bei der die Eltern abwechselnd die Kinder mitbetreuen. Ihr Vorhaben, das Angebot auf drei Vormittage auszudehnen, musste die FBS nun jedoch verwerfen: Die Gruppe ist mittlerweile unterbelegt, neue Interessenten sind nicht in Sicht. Ihre Kosten kann die FBS deshalb nicht mehr decken.

Um die U 3-Betreuung in Holzmaden voranzutreiben, hatten Verwaltung und Gemeinderat im März dieses Jahres beschlossen, Betreuungsangebote von verschiedenen Kindergartenträgern einzuholen. Auf die Anfrage gemeldet hat sich Mathilde Maier, Geschäftsführerin der „Rasselbande“, einer gemeinnützigen GmbH mit Sitz in Kirchheim, die aus einem im Jahr 2002 gegründeten Verein hervorgegangen ist.

Im Gemeinderat stellte Mathilde Maier nun ein Konzept vor, wie eine U 3-Betreuung in Holzmaden aussehen könnte: Unter-Dreijährige werden an fünf Werktagen von 7 bis 14 Uhr von zwei Fachkräften in einer Kleingruppe mit 10 Plätzen betreut. Dafür käme der Raum infrage, den bisher die FBS nutzt. Es gibt jeden Mittag frisch gekochtes Essen und die Möglichkeit, im Anschluss einen Mittagsschlaf zu halten. Eltern können auch nur eine Teilbelegung buchen, etwa an zwei Tagen. Der Platz wird dann mit anderen Kindern geteilt. Zum Mittagessen können auch Kinder aus anderen Betreuungseinrichtungen dazukommen. So wird es etwa auch in Notzingen gehandhabt, wo die „Rasselbande“ ebenso vertreten ist wie in Weilheim und an zwei Standorten in Kirchheim.

Dass es ähnlich wie bei der FBS- Spielgruppe einen Mangel an Nachfrage geben könnte, daran glaubt Mathilde Maier nicht. Im Gegensatz zur Spielgruppe würde es die „Rasselbande“ Müttern nämlich ermöglichen, einen Teilzeitjob auszuüben. „Die Nachfrage kommt mit dem Angebot“, ist die Geschäftsführerin zudem überzeugt. Auch sei beispielsweise eine Kooperation mit der Gemeinde Ohmden denkbar. An ihren anderen Standorten sei die „Rasselbande“ übrigens stets restlos ausgebucht. Statt freier Plätze gebe es dort Wartelisten.

Mittlerweile hat die evangelische Kirchengemeinde Holzmaden bekannt gegeben, dass auch sie künftig U 3-Plätze anbieten möchte. Ein genaues Konzept soll aber erst veröffentlicht werden, nachdem der Kindergartenausschuss getagt hat.

Aus dem Gemeinderat kamen weitgehend positive Reaktionen auf den Vortrag von Mathilde Maier. Genauer äußern wollen sich die Bürgervertreter aber erst, wenn das Konzept der evangelischen Kirche vorliegt. Anfang 2010 wird der Gemeinderat dann im Rahmen der Bedarfsplanung entscheiden müssen, welches von beiden Angeboten den Zuschlag bekommen soll.

Finanziell ist die Gemeinde per Gesetz verpflichtet, sich an der Kleinkindbetreuung zu beteiligen – unabhängig davon, ob die Kirchengemeinde oder ein freier Träger dafür zuständig ist.