Lokales

Holzmadener zeigen sich lauf- und spendierfreudig

Mit einem bunten Strauß von Aktivitäten wurde am vergangenen Wochenende in der Urweltgemeinde für die tatkräftige Unterstützung des Aids-Waisenprojekts geworben. Spendengelder in erklecklicher Höhe wurden für die Arbeit von Johannes und Veronika Urschitz gesammelt, die in Malawi rund 500 Aidswaisen betreuen.

RAINER STEPHAN

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HOLZMADEN. Eine Idee gewinnt Freunde. So ungefähr könnte man das Ansinnen der Liebenzeller Gemeinschaft Holzmaden umschreiben. Die Projektleiter André Moselewski und Wilfried Reinöhl haben mit ihrem Arbeitsteam in monatelanger Vorarbeit ein abwechslungsreiches Programm aufgestellt, um die Bevölkerung von der Notwendigkeit der Hilfe zu überzeugen. Die Verankerung des Projekts in Holzmaden hat auch damit zu tun, dass Veronika Urschitz, geborene Hauk, aus Holzmaden stammt und von der Jugendarbeit der Liebenzeller Gemeinschaft geprägt ist.

"Die Benefizgala am Samstagabend in der Gemeindehalle eröffnete den Reigen der Aktionen. Fröhliche Stimmung brachte sofort die aus Südafrika angereiste Formation "iTemba" in den Saal. Jetzt trat das andere, fröhlichere Gesicht des schwarzen Kontinents zu Tage. Musik-, Tanz- und Theatervorführungen begeisterten das Publikum, sodass dieses kräftig mitklatschte. "iThemba" kommt aus der Zulusprache und heißt ins Deutsche übersetzt Hoffnung.

Eine Multi-Media-Präsentation gewährte Einblick in die Lage auf dem afrikanischen Kontinent. Malawi ist eines der Länder, in denen die Krankheit Aids am schlimmsten wütet. Das Ehepaar Urschitz kümmert sich im Auftrag der Liebenzeller Mission um die Waisenkinder mit dem Ziel, für diese einen Platz in der Gesellschaft zu finden. Konkret wird beim Schulgeld, der Hungerhilfe, der Kindergartenarbeit, der Gesundheitserziehung sowie bei geistlicher Arbeit geholfen.

In einer Talkrunde befragte André Moselewski den Direktor der Liebenzeller Mission, Detlef Krause. Dieser brachte in erfrischender Offenheit dem Publikum die Hintergründe der Tragödie Afrikas nahe und zeigte Lösungsansätze auf. "Ein Tropfen auf den heißen Stein ist allemal besser als gar keine Hilfe", so der Missionspfarrer. Wichtig für das Ankommen der Spenden sei, dass vor Ort eine zweckdienliche Organisationsstruktur mit geeigneten Persönlichkeiten für die sinnvolle Verwendung der Gelder vorhanden ist.

Durch den Mitschnitt eines Live-Telefonats von Stefan Jauß mit Veronika und Johannes Urschitz in Malawi wurde eindrucksvoll vermittelt, wie der Arbeitsalltag der Urschitzens mit den einheimischen Mitarbeitern aussieht. Dankbar wies das Ehepaar auf die seitherige Unterstützung hin.

Ein von Küchenchef Dieter Oberle zubereitetes Büfett und gesellige Gespräche ließen den Abend im Festsaal gemütlich ausklingen.

Mit einem von Pfarrer Andreas Taut gehaltenen Gottesdienst in der Gemeindehalle, bei dem noch einmal die Gruppe "iThemba" auftrat, standen die Sport- und Spielveranstaltungen am Sonntag unter einem guten Vorzeichen. In seiner Predigt ging der Seelsorger eindringlich auf das kürzlich vom Bundespräsidenten geäußerte Wort ein, wonach sich der Anspruch Europas am Schicksal Afrikas messen lassen müsse.

Punkt 11.30 Uhr startete der Sponsorenlauf für Kinder und Erwachsene im Freizeitgelände Brühl, der auf einen Rundkurs von knapp einem Kilometer Länge führte. Die 100 Laufteilnehmer ließen sich von Verwandten, Nachbarn und Freunden mit einem beliebigen Geldbetrag je gelaufener Runde unterstützen. So sind insgesamt rund 13 000 Euro an Sponsorengelder ausgelöst worden. "Der Zuspruch zum Lauf hat mich total überrascht", zeigte sich André Moselewski angetan über die Lauf- und Spendierfreudigkeit der Gäste.

Nach den guten Erfahrungen beim Partnerschaftslauf nach Connantre im Jahr 1998 hat sich erneut gezeigt, dass Holzmaden über den Sport für ein Thema zu mobilisieren ist. Schulrektor Harald Valachovic ließ es sich nicht nehmen, jedes Kind der Holzmadener Grundschule mit 50 Cent je Runde zu unterstützen.

Für das leibliche Wohl der Gäste hat der Veranstalter in eigener Regie stets Sorge getragen. Sport- und Spielstationen im Freizeitgelände sowie in der Halle boten am Nachmittag kurzweilige Unterhaltung für Kinder und Jugendliche.

Die Gemeinde Holzmaden hat auch das Malawi-Projekt unterstützt, wobei die Schirmherrschaft von Bürgermeister Jürgen Riehle wahrgenommen wurde.