Lokales

Hopfen und Montfort

Die Senioren des Schwäbischen Albvereins der Ortsgruppe Kirchheim haben eine Tagesfahrt nach Tettnang unternommen. Ziele des Ausflugs nach Oberschwaben waren waren das Hopfenmuseum und Schloss Montfort .

KIRCHHEIM Unter dem Motto "Museum, Hopfenbaubetrieb, Romantik und Realität Gestern und Heute" erfuhren die Gäste aus Kirchheim im Hopfenmuseum in Tettnang-Siggenweiler sehr viel Interessantes angefangen vom Anbau des Hopfens bis zum Endprodukt Bier. Es waren nicht Mönche, sondern Steinzeitfrauen, die vor über 10 000 Jahren das erste bierähnliche Getränk erfanden. Erst später waren es die Mönche, die wahre Meister im Brauen von Bier wurden.

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Mit dem "grünen Gold", wie der Hopfen auch genannt wird, wird Humolon- und Lupolonsäure gewonnen. Zusammen mit Wasser, Gerstenmalz und Hefe entsteht daraus das Bier. Seit über 150 Jahren wird in Tettnang Hopfen angebaut, der gefragt ist im regionalen wie im internationalen Handel. Nach Abschluss der Führung gab es ein Hopfenvesper mit Getränk.

Anschließend machte sich eine Wandergruppe auf den Tettnanger Hopfenpfad, der durch die malerische Landschaft entlang der acht Meter hohen Hopfenstangen, Obstanlagen und hügeligen Wiesen führte. Nachdem die Wanderer mit einem herrlichen Blick über den Bodensee und auf die Alpen belohnt worden waren, führte der Weg zurück nach Tettnang, wo eine Schlossführung auf sie wartete.

Tettnang, die ehemalige Residenz der Grafen von Montfort, wird beherrscht durch das weithin sichtbare Gebäude des Neuen Schlosses. Seine wuchtigen Barockformen zeugen vom einstigen Machtanspruch des Grafengeschlechts, das im 18. Jahrhundert zwar nicht zu den reichsten, jedoch zu den vornehmsten des Bodenseeraums und Oberschwabens zählte. An der Stelle des Neuen Schlosses stand damals noch eine Burg, und bei dieser Burg gründete Hugo III. von Montfort eine Marktsiedlung, die 1297 zur Stadt erhoben wurde.

Das Neue Schloss ist eine Vierflügelanlage mit Ecktürmen, die schon 1753 wieder Opfer einer Brandkatastrophe wurde. Um seiner Residenz neuen Glanz und neue Würde zu verleihen, zog Graf Franz Xaver von Montfort beim Wiederaufbau für die Neuausstattung die namhaftesten Künstler des Bodenseeraums an seinen Hof. So entstand ab 1758 in den Innenräumen des Schlosses ein Gesamtkunstwerk aus Malerei, Stuck und Einrichtung. 1779 starb Franz Xaver in Mariabrunn.

Hohe Schulden führten zur Abtretung der Herrschaft an Österreich. Tettnang gehörte von 1780 bis 1805 zu Vorderösterreich. In diesen Jahren war das Neue Schloss Sitz des vorderösterreichischen Oberamts. N

ach dem Frieden von Pressburg 1805 musste Tettnang an Bayern abgetreten werden, und das Neue Schloss diente als Landgericht. Aufgrund der Neuordnung Süddeutschlands durch Napoleon übernahm 1810 schließlich Württemberg die Herrschaft. Das Neue Schloss wurde als Sitz für Landratsamt, Amtsgericht, Bezirksnotariat und sonstige staatliche Behörden umgebaut. Die Fürstenzimmer blieben der Nachwelt erhalten.

Nach der Schlossführung ging es für die Albvereinssenioren weiter nach Lindau. Lindau ist auf einer Insel im östlichen Bodensee mit dem Festland durch eine Straßenbrücke und einen Eisenbahndamm verbunden und ist seit 1805 bayerisch. Von der Uferpromenade hatten die Kirchheimer einen herrlichen Blick über den See auf Bregenz, den Bregenzer Wald und das Schweizer Alpenmassiv.

pm