Lokales

Hundesport mit Engagement und guten Leistungen vorangetrieben

Vor einem halben Jahrhundert wurde der Verein der Hundefreunde Lenninger Tal gegründet. Sein 50-jähriges Bestehen feiert der Verein mit einem Festwochenende auf dem Sportgelände in Dettingen am Samstag, 26. August, und am Sonntag, 27. August. Parallel dazu finden die südwestdeutschen Meisterschaften für Gebrauchshunde statt.

DETTINGEN Hund und Mensch sind seit nunmehr 50 Jahren gemeinsam im Verein der Hundefreunde Lenninger Tal aktiv. Auf ihrem Gelände an der Lauter zwischen Dettingen und Owen bieten die Hundefreunde verschiedene Kurse und Tätigkeiten für Hundeführer und ihre Vierbeiner an: Welpen- und Junghundekurse, Begleithundeausbildung, Vielseitigkeitssport für Gebrauchshunde und Agility.

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Im Welpenkurs sollen die jungen Hunde Sozialverhalten einüben und unerfahrene Hundebesitzer erhalten Hilfestellung. Der Junghundekurs vermittelt Grundlagen im Bereich Gehorsam. Im Fortgeschrittenenkurs zur Begleithundeprüfung werden Leinenführigkeit, Freifolge und wiederum Gehorsam des Hundes eingeübt. Die Prüfung ist auch Voraussetzung für viele weitere Tätigkeiten und die Teilnahme an Turnieren.

Von Agility bis SchutzdienstEine weitere Rubrik, die der Verein anbietet, ist Agility. Bei der aus England stammenden Sportart gilt es, einen Parcours mit unterschiedlichen Hindernissen zu überwinden. Spaß für Mensch und Tier steht dabei im Vordergrund.

Beim Vielseitigkeitssport für Gebrauchshunde in Dettingen gibt es drei Abteilungen: Fährte, Unterordnung und Schutzdienst. Bei der Fährtenarbeit müssen die Hunde auf einem Gelände durch ihren Geruchssinn drei Gegenstände finden. Bei Unterordnung und Gehorsam steht die Führigkeit des Hundes, also seine Bereitschaft, die Befehle seines Menschen auszuführen, im Mittelpunkt. Im Schutzdienst wird der vorhandene Spieltrieb des Hundes gezielt eingesetzt. In Prüfungen müssen die Hunde einen Scheintäter aufspüren, bewachen und dessen Fluchtversuch verhindern. Sollte der Scheintäter versuchen zu fliehen, muss der Hund dies selbstständig durch Zupacken verhindern und auf Kommando seines Menschen wieder loslassen.

VereinschronikDer Verein der Hundefreunde Lenninger Tal hat derzeit etwa 250 Mitglieder und wurde vor 50 Jahren gegründet. Am 10. November 1956 traf sich eine kleine Gruppe von Hundefreunden, die schon seither im benachbarten Hundesportverein ihrem Hobby nachging, im damaligen "Gasthaus zum Bahnhof" und gründete den Verein der Hundefreunde Lenninger Tal mit Sitz in Dettingen. Bei der Gründungsversammlung wurde Herbert Dietrich als Vorsitzender und Abrichtewart gewählt. Die Gründungsmitglieder waren glücklich, endlich mit ihren Vierbeinern die "Dressur" wie es damals genannt wurde betreiben zu können. Zunächst gingen sie auf private Wiesen und ins Gelände. Das heutige Ehrenmitglied Jakob Kunzmann stellte seine privaten Flächen zur Verfügung.

Mit Hilfe zahlreicher Sponsoren konnten bald die notwendigen Übungsgeräte beschafft werden. Wenige Monate später, am 13. Januar 1957, fand die erste Hauptversammlung des Vereins statt. Insgesamt zehn Mitglieder wurden dabei in den Vorstand gewählt. Der "harte Kern" der Gründungsmitglieder drängte darauf, dass der Verein einen Platz für den Hundesport bekommt. Karl Blankenhorn, Jakob Kunzmann und Karl König erreichten, dass die Hundefreunde ein Gelände zwischen Dettingen und Owen, abseits und nicht störend, aber doch für jedermann gut erreichbar, kaufen konnten. Die finanzielle Lage des Vereins war zu dieser Zeit nicht allzu gut. Umso beachtlicher war es, dass die Initiatoren privat eine Bürgschaft für den Verein übernahmen.

Das Gelände befand sich in keinem ansprechenden Zustand und wurde in unzähligen Stunden mit persönlichem Einsatz und fast ohne Maschinen sehr schnell in einen brauchbaren Zustand versetzt. Mit dem Erreichten war man jedoch bald nicht mehr zufrieden, da die Mitglieder die Geräte nach jedem Übungsbetrieb oft von Hand oder auf dem Fahrrad wieder mit nach Hause nehmen mussten. Deshalb wurde ein Geräteraum errichtet. Kurz darauf erwarb der Verein noch eine Holzbarracke.

Dank der guten sportlichen Leistungen erhielt der Verein im Jahr 1968 erstmals den Auftrag, einen Kreisgruppenausscheidungswettkampf auszurichten. Die Hundefreunde meisterten das Turnier so gut, dass alle Teilnehmer und Besucher begeistert waren. Für die Organisation war Walter Kiedaisch verantwortlich.

1969 befasste sich der rührige Vorstand mit einer weiteren Baumaßnahme unter der Leitung des damaligen Zweiten Vorsitzenden Martin Schaufler. Ein Steg über die Lauter musste gebaut werden, damit der Weg in das Fährtengelände neben dem Bach verkürzt werden konnte und Besucher vom Parkplatz einen kürzeren Weg zum Vereinsheim hatten. Die Mitglieder überlegten, ob sie den bestehenden notdürftigen Steg reparieren oder neu bauen sollten. Dank großzügiger Sponsoren war es möglich, den defekten Holzsteg durch eine Stahlkonstruktion zu ersetzen. Bei mehreren harten Wochenendeinsätzen betonierten die Helfer Fundamente auf beiden Seiten der Lauter. Die Freude war groß, als die Brücke schließlich mit einem "Brücklesfest" ihrer Bestimmung übergeben werden konnte.

Mit dem Jahr 1970 kam ein sportlich hervorragendes Vereinsjahr. Helmut Diez mit Schäferhund "Arko von der Schurwaldgrotte" und Siegfried Ott mit Schäferhund "Alex" hatten bei den vergangenen Auswärtswettkämpfen so hervorragende Leistungen erzielt, dass sie im Juli 1970 an der Ausscheidungsprüfung der Kreisgruppe VIII und anschließend an einer Hauptleistungsprüfung in Speyer teilnahmen. Eine große Schlachtenbummlergemeinschaft begleitete die Hundeführer nach Speyer, die mit beachtlichen Erfolgen und großen Pokalen zurückkehrten.

"Zum fünften Mal Pokal" lautete eine Mitteilung im Teckboten in jenem Jahr. Die gleichen Hundeführer gewannen zum fünften Mal hintereinander den begehrten Pokal beim turnusmäßigen Pokalwettkampf in Reutlingen. In den folgenden Jahren waren Schlagzeilen im Teckboten zu lesen wie "Dettinger Hundeführer in Glanzform", "Neuer Sieg für "Arko von der Schurwaldgrotte," "Erfolgsserie der Dettinger Hundefreunde". Aber nicht nur der sportliche Bereich, sondern auch das aktive sonstige Vereinsleben machte in und um Dettingen von sich reden. Besonderes Engagement zeigte Jakob Kunzmann. Er war es, der durch persönlichen Einsatz nicht nur dazu beitrug, dass die Hundefreunde ein Dach über dem Kopf hatten, sondern auch jahrelang die Verantwortung für das ganze Gelände übernahm und seine ganze Freizeit auf dem Hundesportplatz verbrachte.

Im Jahr 1971 setzte sich Martin Schaufler zusammen mit Karl Blankenhorn dafür ein, dass die Hundefreunde ans öffentliche Wasserleitungsnetz angeschlossen wurden. Dies war aufgrund der Lage nur von der Stadt Owen aus möglich. Alle, die Zeit hatten, nahmen Schaufeln oder sonstige Geräte zur Hand, und die Leitung wurde in eigener Regie an einem Tag ohne fremde Hilfe verlegt.

Mit das bedeutsamste Jahr war 1974. Einige der seitherigen Funktionäre waren amtsmüde und man begann, nach einem neuen Ersten Vorsitzenden Ausschau zu halten. Nach kurzer Überlegungsphase sagte der seitherige Zweite Vorsitzende Martin Schaufler zu, das Amt zu übernehmen. Die Generalversammlung bestätigte ihn einstimmig. Schon in seiner Antrittsrede unterbreitete er der Versammlung den Vorschlag, das in Holzbauweise erstellte Vereinsheim durch ein gemauertes Haus zu ersetzen. Dieser Vorschlag machte die Versammlungsteilnehmer zunächst sprachlos, dann diskutierten sie spontan die Finanzierung, Ausgestaltung, Größe und Aussehen für dieses Mammutvorhaben. Die darauf folgenden Sitzungen der Vorstandschaft waren gespickt von Vorschlägen, aber auch von einem ganz neuen Führungsstil.

Bereits im Jahr 1974 begann der Neubau. Die "Barracken" wurden abgerissen, Fundamente in Eigenregie betoniert und Wände in Betonstein hochgezogen.Von einem Vereinsmitglied bekamen die Hundefreunde aus dessen eigenem Wald Holz, das in der Sägerei von Vereinsmitglied Emil Munz für das Dach zugesägt wurde. Am 29. Mai 1975 wurde das Vereinsheim der Öffentlichkeit übergeben. Die finanzielle Belastung war immens und durch geänderte Öffnungszeiten sollte das Vereinsheim der ganzen Bevölkerung zugänglich gemacht werden. Martin Schaufler und seine Frau Inge schafften es, dass das Haus mit neuer Speisekarte sowie Kaffee und Kuchen an Sonntagen bald zu einem Anziehungspunkt wurde. Karl Blankenhorn und seine Frau Maria, Helmut Diez mit seiner Frau Anne sowie Rolf Maier mit seiner Frau Hilde aus Brucken engagierten sich ebenfalls, dass der Verein in relativ kurzer Zeit seine Schulden tilgen konnte.

1981 feierte der Verein sein 25-jähriges Bestehen. Kreisgruppenausscheidungswettkämpfe der Kreisgruppe VIII umrahmten die Jubiläumstage und ein Jubiläumsabend brachte die Gemeindehalle beinahe zum Bersten. Auf Anregung des damaligen Zweiten Vorsitzenden Walter Kiedaisch wurde der bis heute jährlich stattfindende Erste-Mai-Hock ins Leben gerufen. Diese Veranstaltung fand in den darauf folgenden Jahren großen Zuspruch bei der Bevölkerung in Nah und Fern.

Um die sportlichen Aktivitäten, insbesondere dem Turnierhundesport, gerecht zu werden, erwarb der Verein 1983 einen an das Vereinsgelände angrenzenden Acker. Fünf Jahre später wurde zudem ein benachbartes Grundstück angepachtet.

Nach jahrelangen zähen Verhandlungen gelang es 1993, das Sportgelände in nördlicher Richtung auf gemeindeeigener Fläche langfristig anzupachten. Damit entspricht das heutige Übungsgelände den für überregionale Wettkämpfe vorgegebenen Normen. Gemeindeverwaltung und Gemeinderat unterstützten dieses Vorhaben. Bei dieser Erweiterungsmaßnahme wurde gleichzeitig eine Flutlichtanlage für den Wettkampfplatz installiert.

An der traditionell am 6. Januar stattfindenden Jahreshauptversammlung wurde im Jahr 1995 der langjährige Kassier und seitherige Zweite Vorsitzende Rainer Unger zum Ersten Vorsitzenden gewählt und der langjährige Zweite Vorsitzender Walter Kiedaisch zum Ehrenmitglied ernannt. Kurz darauf wurde auch der einstige Erste Vorsitzender Martin Schaufler für seine zwei Jahrzehnte währende unermüdliche Arbeit zum Ehrenvorsitzenden ernannt und mit dem Landesverdienstkreuz ausgezeichnet.

1998 erneuerten die Vereinsmitglieder das Dach des Vereinsheims und ersetzten das bisherige Vorzelt durch eine Pergola. Im Jahr 2000 konnte sich der Zweite Vorsitzende Roland Nägele mit seinem Schäferhund "Xillo vom Liebenauer Schloss" durch jeweils einen zweiten Platz bei den Kreisgruppenqualifikationen zur südwestdeutschen Meisterschaft im Gebrauchshundesport in Neckargartach für die deutsche Meisterschaft in Mannheim qualifizieren, wo er die Gesamtpunktzahl von 264 Punkten von 300 erreichte. Im darauf folgenden Jahr konnte er an die guten Leistungen anknüpfen und startete bei der deutschen Meisterschaft in Marburg. 2001 fand auf dem Platz in Dettingen auch die süddeutsche Jugendmeisterschaft statt.

Meisterschaft in DettingenAnlässlich seines 50-jährigen Bestehens feiert der Verein der Hundefreunde Lenninger Tal am Samstag, 26. August, und am Sonntag, 27. August, ein großes Jubiläumsfest auf dem Dettinger Sportgelände. In diesem Rahmen findet zudem die südwestdeutsche Meisterschaft im Gebrauchshundesport statt.

Bei der Meisterschaft starten 46 Teams, also 46 Hundeführer mit ihren Vierbeinern, aus dem südwestdeutschen Raum. Die Paare legen am Samstag und am Sonntag eine Prüfung ab, die aus den drei Sparten Fährtenarbeit, Unterordnung und Schutzdienst besteht. Von den 46 Wettstreitert in Dettingen qualifizieren sich die besten 16 für die deutsche Meisterschaft in Marburg.

JubiläumsprogrammAm Samstag, 26. August, beginnt um 6.30 Uhr die Fährtenarbeit, um 7 Uhr geht es auf dem Dettinger Sportgelände an Gehorsam und Schutzdienst. Abends findet im Festzelt ab 19.30 Uhr der Festakt zum 50-jährigen Bestehen des Vereins der Hundefreunde Lenninger Tal statt. Für Unterhaltung sorgen die Teckbergmusikanten und der Gesangverein Eintracht Dettingen.

Am Sonntag, 27. August, beginnt um 7 Uhr die Fährtenarbeit, ab 7.30 Uhr stehen wieder Gehorsam und Schutzdienst auf dem Programm. Um 15 Uhr findet eine Vorführung der Rettungshundestaffel statt und für 16 Uhr ist die Siegerehrung vorgesehen. Danach unterhält der Musikverein Dettingen. An beiden Tagen sorgt das Hirschgarten-Team für Verpflegung. Der Eintritt am Festwochenende ist frei.

gf/tb