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"Hut ab vor dieser tollen Leistung"

Im September 2003 kam Fahd Samara ohne jegliche Sprachkenntnisse im Rahmen der partnerschaftlichen Beziehungen zwischen dem Landkreis Esslingen und der arabischen Stadt Rama nach Deutschland, um eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker zu beginnen. Nun erhielt er aus den Händen von Landrat Heinz Eininger seinen Gesellenbrief und das Abschlusszeugnis.

KATJA EISENHARDT

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KREIS ESSLINGEN "Ich ziehe den Hut davor, wie Sie diese Ausbildung bestanden haben", lobte Landrat Heinz Eininger den frisch gebackenen Kfz-Mechatroniker. Der mittlerweile 22-jährige Fahd Samara aus Israel hat den praktischen Teil der dreijährigen Ausbildung im Autohaus Drechsler in Denkendorf absolviert. Die Theorie büffelte er fleißig in der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule in Nürtingen. Er ist bereits der zweite Azubi, der im Rahmen des Austauschprojekts zwischen der Agricultural & Technical Highschool in Rama und der Nürtinger Philipp-Matthäus-Hahn-Schule eine Ausbildung fern der Heimat erfolgreich beendet.

Der Anfang sei nicht leicht gewesen, erzählt Fahd Samara. Besonders die Sprachbarriere habe ihm zu schaffen gemacht. "Das erste Lehrjahr war besonders schwer", erinnert er sich. Wenn man die Sprache nicht könne, sei es einfach auch sehr schwer, Anschluss zu finden. "Mit der Zeit habe ich das aber, glaube ich, ganz gut hingekriegt", freut er sich heute. Es ist wirklich erstaunlich, wie gut sich sein Deutsch in den vergangenen drei Jahren entwickelt hat. Auch Heinz Eininger hebt diesen Aspekt hervor.

Das Austauschprojekt zwischen dem Landkreis Esslingen und Israel bewertet Eininger als sehr sinnvolle Einrichtung. Gerade für junge Menschen sei eine solche Möglichkeit besonders wertvoll. Allerdings ist ein solcher Austausch auch mit viel logistischem Aufwand verbunden. Ob es weitergehe, könne er daher noch nicht genau sagen, so Eininger, hoffe es aber.

Zufrieden zeigt sich auch der Nürtinger Schulleiter Harald Fano. Er hat den Gast aus Israel als einen ruhigen und sehr zielstrebigen jungen Mann kennengelernt, dessen Leistung man nicht "lobend genug erwähnen kann". Neben den allgemeinen Sprachschwierigkeiten dürfe man ja nicht außer Acht lassen, dass die Ausbildung zusätzlich noch eine ganze Reihe an Fachausdrücken und Spezialwissen vom Azubi fordere. "Ich hoffe, dass Du die Zeit in Deutschland irgendwann nicht mehr missen möchtest!" Mit den besten Wünschen für eine erfolgreiche Zukunft entließ der Rektor seinen Zögling. Fahd selbst schätzt seine Berufschancen in der Heimat als recht gut ein. Dort gebe es keine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker. Die Tatsache, dass er einen Gesellenbrief aus Deutschland in der Tasche und für VW und Audi gearbeitet habe, steigere die Chance auf einen Arbeitsplatz erheblich. Gern will er einmal wieder nach Deutschland kommen, um seine neu gewonnenen Freunde, wie beispielsweise Johannes Baur der ihn zur Verabschiedung ins Autohaus Drechsler begleitete und seine Freundin zu besuchen.