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"Ich kann mich mit dem Klotz nicht anfreunden"

Bei vier Gegenstimmen stimmte der Notzinger Gemeinderat mehrheitlich dem vorhabenbezogenen Bebauungsplan "Betreute Seniorenwohnungen Hochdorfer Straße" zu. Bedenken bestehen nicht gegen die Altenwohnungen an sich, sondern gegen den Standort.

IRIS HÄFNER

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NOTZINGEN "Ich kann mich mit dem großen Klotz einfach nicht anfreunden. Die Dachbegrünung sieht man vielleicht vom Hohenreisach, nicht aber, wenn man davor steht", machte Herbert Hiller, der prinzipiell kein Freund von Flachdächern ist, seinen Standpunkt deutlich. Er sei nicht gegen altengerechtes Wohnen, jedoch aus topografischen Gründen gegen den Standort. "Da es sich um einen Privatinvestor handelt, hat die Gemeinde keinen Einfluss auf das Aussehen des Gebäudes", bedauerte er.

Auch Emiliana Montero Rodriguez ist alles andere als glücklich über diese Planung. Sie sieht vor allem Probleme bei der Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage. "Wie so oft, wird man die Probleme leider erst dann sehen, wenn das Projekt realisiert ist", erklärte sie. Gegen die Form und die Art ist auch Gerhard Mergenthaler. Er sieht vor allem Probleme bei den Besucherparkplätzen. "Meiner Ansicht nach sind es einfach zu wenig", ist er überzeugt.

Dem Gemeinderat lag eine recht umfangreiche Sitzungsvorlage für die betreuten Seniorenwohnungen vor. Auf dem Gelände einer ehemaligen Schreinerei soll das Projekt an der Hauptdurchgangsstraße Richtung Hochdorf am Hang gebaut werden. Mittlerweile sind die Stellungnahmen sämtlicher Träger öffentlicher Belange eingegangen. Der Bebauungsplan wurde überarbeitet und einige kleine Änderungen vorgenommen. So zum Beispiel die Verkehrsführung, die sowohl vom Straßenbauamt als auch der Polizei vorgeschlagen wurde. Als Ausgleichsmaßnahme muss der Investor das Dach begrünen "Das hält das Regenwasser zurück", wieß Bürgermeister Flogaus auf den ökologischen Zweck dieser Vorgabe hin.

Allerdings ist der Schultes über den Standort ebenfalls nicht begeistert. Der Landesnaturschutzverband hatte in seiner Stellungnahme auf die topografische Situation hingewiesen und darin einen gewissen Widerspruch zum angestrebten altersgerechten Wohnen gesehen. Auch die Notzinger Verwaltung würde einen Standort im Ortskern bevorzugen. "Die Entscheidung liegt jedoch beim Investor, der dann auch das Risiko der Vermarktung tragen muss", so Jochen Flogaus. Das Straßenbauamt Kirchheim forderte eine Lärmberechnung, da das Objekt an der viel befahrenen Ortsdurchfahrt liegt.

Im Vergleich zur ersten Planung ist das Bauvolumen verringert worden. Statt 23 Wohneinheiten sind es nun 19. Dies hob Jochen Flogaus hervor.